Giro d'Italia - Jonas Vingegaard wirkt auf Jury ein und sorgt für frühere Zeitnahme: "Trage gewisse Verantwortung"
Update 24/05/2026 um 19:23 GMT+2 Uhr
Bereits 16,3 Kilometer vor der Ziellinie in Mailand wurde auf der 15. Etappe des Giro d'Italia die Zeit genommen - zuvor hatten sich Fahrer aus dem Peloton über die offenbar zu gefährliche Streckenführung beschwert. Allen voran: Jonas Vingegaard. Der Gesamtführende übernahm Verantwortung und konnte die Jury von der Entschärfung überzeugen. Eine außergewöhnliche Maßnahme, befanden die Experten.
Vingegaard nach 15. Etappe: "Waren nicht die sichersten Straßen"
Quelle: Eurosport
Was war passiert? 41,5 Kilometer vor dem Ziel hatte der Träger des Maglia Rosa sich zurückfallen lassen und war von den Kameras dabei eingefangen worden, wie er am Auto der Giro-Jury hing.
Dort diskutierte der Däne offenbar mit der Rennleitung über die Streckenführung des 16 Kilometer langen Rundkurses in der Modemetropole, an deren Ende eigentlich alles auf einen Massensprint zugeschnitten war.
Nach den teils verheerenden Stürzen auf den bisherigen Sprintetappen war die Angst im Peloton vor erneuten Unfällen offenbar groß.
Tour de France
Kritik an nächtlichen Dopingkontrollen: Testagentur nimmt Stellung
Gestern um 21:30 Uhr
Vingegaard erklärte daher seine Entscheidung, auf die Jury einzuwirken im Anschluss an das Rennen gegenüber Eurosport so: "Ich weiß nicht, ob man es im Fernsehen so gut gesehen hat. Wir Fahrer haben festgestellt, dass es nicht die beste Strecke ist. Deshalb sind wir zur Jury. Heute haben sie wirklich einmal auf uns gehört, daher möchte ich mich bei Ihnen bedanken."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/24/image-5078b189-b2da-4759-9c7d-247376d7506f-85-2560-1440.jpeg)
Redebedarf bei Vingegaard - Superstar beschwert sich über Absperrung
Quelle: Eurosport
Vingegaard: Als Führender trägt man gewisse "Verantwortung"
Als Führender trage man eine gewisse "Verantwortung", so der zweimalige Tour-de-France-Sieger weiter: "Wir haben uns mit ein paar Fahrern im Peloton unterhalten und dann habe ich entschlossen, zum Jury-Auto zu fahren und mit ihnen zu sprechen. Sie waren immerhin offen dafür und wollten uns entgegenkommen."
Im Velo-Cub diskutierten die Eurosport-Experten Rolf Aldag und Jens Voigt über die Vingegaard-Szene. "Er hat nicht versucht, es zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen, sondern im Sinne der Sicherheit der Fahrer", erklärte Aldag.
Die Aktion empfand allerdings sowohl der 57-Jährige als auch sein Kollege Voigt als riskant - und hätten eine Absprache im Vorfeld bevorzugt, anstatt eine Diskussion am Auto "bei 60 km/h auf dem Rad".
Letztendlich entschied die Rennleitung im Sinne der Fahrer und nahm die Zeit beim Sieg von Fredrik Dversnes Lavik bereits 16,3 Kilometer vor dem Ziel, auch dank der Intervention von Vingegaard. "Sein Wort hat Gewicht", befand Aldag - davon machte der Däne am Sonntag in Mailand Gebrauch.
Das könnte Dich auch interessieren: Walscheid fühlt sich um Sieg betrogen: "Haben Ausgang beeinflusst"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/24/image-1ad52581-51b0-41da-b497-cd623a834eb2-85-2560-1440.png)
Highlights: Ausreißer überrascht auf verkürzter Etappe nach Mailand
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung