Giro d'Italia 2026: Michael Valgren der cleverste Ausreißer - nächster dänischer Etappensieg bei Italien-Rundfahrt
VonJan Zesewitz
Update 27/05/2026 um 20:29 GMT+2 Uhr
Michael Valgren (EF Education-EasyPost) hat die 17. Etappe beim Giro d'Italia 2026 gewonnen. Der Däne setzte einen Kilometer vor dem Ziel der 202 Kilometer langen Etappe von Cassano d'Adda nach Andalo die entscheidende Attacke aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe. Der Norweger Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) wurde zum dritten Mal bei dieser Italien-Rundfahrt Zweiter.
Konkurrenz pennt komplett: Valgren attackiert und gewinnt 17. Etappe
Quelle: Eurosport
Das Hauptfeld mit dem Gesamtführenden Jonas Vingegaard erreichte 5:15 Minuten später das Ziel. Damit veränderte sich in der Gesamtwertung auf den vorderen Plätzen nichts. Der Kapitän von Visma-Lease a Bike wird auch die 18. Etappe im Maglia Rosa in Angriff nehmen.
Valgren war Teil der großen Ausreißergruppe des Tages, aus der sich im Finale ein Sextett lösen konnte. Seine Attacke am Teufelslappen erwischte seine fünf Verfolger auf dem falschen Fuß. Leknessund wurde als erster Verfolger Zweiter vor Damiano Caruso (Bahrain Victorious).
Aleksandr Vlasov (Red Bull-Bora-hansgrohe) wurde Vierter vor Einer Rubio (Movistar) und Igor Arrieta (UAE-Emirates-XRG). In der großen Ausreißergruppe waren unter anderem auch Jhonatan Narváez (UAE), Giulio Ciccone (Lidl-Trek), Florian Stork (Tudor) und Enric Mas (Movistar).
Narváez gewann den Zwischensprint, nachdem seine Teamkollegen den Solo-Ausreißer Remi Cavagna (Groupama-FDJ) kurz zuvor stellen konnten. Damit übernahm der Ecuadorianer das Punktetrikot von Paul Magnier (Soudal Quick-Step).
In der Gesamtwertung liegt Vingegaard weiter 4:03 Minuten vor dem Österreicher Felix Gall (Decathlon CMA CGM). Verbessern konnte sich unter den vorderen Plätzen nur Caruso. Der Italiener liegt nun auf Platz neun, 8:34 Minuten hinter Vingegaard, der auch weiter die Bergwertung vor Ciccone anführt.
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Größter Sieg der "zweiten" Karriere von Valgren
Für Valgren ist es der zweite Saisonsieg nach einem Tageserfolg bei Tirreno-Adriatico. Außerdem ist es der größte Triumph seiner "zweiten Karriere". Der 34-Jährige hatte 2018 dem Omloop Het Nieuwsblad und das Amstel Gold Race gewinnen, bei der WM 2021 holte er Bronze.
Dann stürzte er 2022 bei der Route d’Occitanie einen Abhang hinunter. Dabei zog er sich und unter anderem einen Beckenbruch zu. Im April 2023 kehrte er nach 10 Monaten zurück – allerdings war er inzwischen ins Devo-Team abgestellt worden, aus dem er 2024 wieder in die WorldTour aufstieg.
Was ihm in seiner ersten Karriere immer verwehrt blieb, ist ein Etappensieg bei einer Grand Tour. "Ich habe so etwas auf meinem Lebenslauf vermisst. Ich denke, ich habe mir das verdient. Meine Karriere war bisher sehr gut, aber ich brauchte unbedingt diesen Grand-Tour-Etappensieg. Zum Glück ist es heute in Italien passiert", freute er sich im Ziel-Interview.
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"Letztes Jahr hatte ich große Hoffnungen auf eine gute Etappe bei der Tour. Deshalb hat mein Sohn einen Pokémon-Ball in den Teamfarben gemacht. Das ist seitdem mein Glücksbringer", erklärte Valgren er den Gegenstand, den er bei der Überquerung der Ziellinie und in diesem Moment in die Kamera hielt.
Auf die Frage, warum er als potenziell Schnellster des Sextetts überhaupt einen Angriff wählte, hatte er eine überraschende Antwort parat: "Es ist eine lustige Sache. Die Leute denken, dass ich schnell bin, aber in Wirklichkeit bin ich eher langsam. Heute Morgen hat mich Adam Blythe nach meiner Spitzenleistung gefragt. Die ist lächerlich peinlich, um ehrlich zu sein."
Pechvogel Leknessund wird wieder Zweiter
Fünfmal war Leknessund als Ausreißer unterwegs, dreimal beendete er das Rennen vor dem Peloton – jedes Mal als Zweiter. ”Ich glaube, ich bin heute ein sehr gutes Rennen gefahren bis zum letzten Kilometer. Mein Plan war über die Kuppe zu attackieren, ich war aber etwas zu weit vorn in der Gruppe. Valgren hat dann gemacht, was ich mir vorgenommen hatte”, analysierte der Norwegische Meister. ”Ich hatte einen Plan, kam aber zu spät”, fügte er sichtlich enttäuscht an.
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Quelle: Eurosport
Der einzige Deutsche in der Gruppe des Tages war Florian Stork (Tudor). Der Nordrhein-Westfale verpasste im Finale den Sprung zum Nonett, das den Tagessieg unter sich ausmachte. Mit 1:44 Minuten Rückstand erreichte er das Ziel als Elfter.
Die 18. Etappe führt am Donnerstag über 171 km durch das hügelige Dolomiten-Vorland von Fai della Paganella nach Pieve di Soligo. Die Klassementfahrer werden sich vor den beiden sehr schweren Etappen am Freitag und Samstag wohl zurückhalten.
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(mit SID und radsport-news.com)
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M. ValgrenBeendet
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