Für einige Wochen habe die Polizei daraufhin Beamte in der Straße seines Hauses positioniert, die ihn bewachen sollte. "Wenn ich dann für einen Moment raus wollte, hatte ich immer einen Polizist an meiner Seite, damit nichts passieren konnte", erzählte der Sprinter von Team Jumbo - Visma weiter.
Grund für seinen Hilferuf seien zahlreiche Drohbriefe gewesen. "Wir haben handgeschriebene Briefe erhalten, einmal war sogar ein Strick darin, an dem wir später unser kleines Kind aufhängen sollten. Wenn man so etwas liest und das Stück Seil sieht, ist man schockiert", so Groenewegen, der am 2. Januar erstmals Vater geworden ist.
"Als ich es bei der Polizei gemeldet habe, ergriffen sie sofort Maßnahmen. Das zeigt, wie schwer die Bedrohungen waren. Und das trifft einen natürlich. Was ist passiert? Wie ist das möglich? In welcher kranken Welt leben wir? Morgens aus dem Bett zu kommen, war damals eine ziemliche Herausforderung", schilderte Groenewegen nun sein Seelenleben der letzten Monate.
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"Wir haben einen Alarm in unserem Haus, und manchmal gibt es Fehlalarm - da gehen Dir die verrücktesten Dinge durch den Kopf und du hast Angst. Obwohl ich nur vergessen hatte, den Alarm morgens auszuschalten", fügte er an.

UCI machte Groenewegen per Sperre offiziell verantwortlich

Im Zielsprint von Katowice hatte Groenewegen den von hinten bei Höchstgeschwindigkeit näherkommenden Jakobsen in Richtung Bande abgedrängt und so für einen Horror-Sturz gesorgt. Im ersten Schock, als man um das Leben des Quick-Step-Fahrers fürchten musste, wetterte Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere auf Twitter, Groenewegen gehöre ins Gefängnis und eine ganze Welle an Anfeindungen schwappte öffentlich via Social Media über den Sprinter. Daran änderte sich auch nur wenig, als der Niederländer sich tags darauf unter Tränen für den Vorfall entschuldigte (s.u.).
Einige Wochen später wurde Groenewegen vom Radsportweltverband UCI bis Anfang Mai gesperrt und somit auch offiziell für den Vorfall verantwortlich gemacht - allein verantwortlich, um genau zu sein. Sanktionen gegen den Veranstalter der Polen-Rundfahrt wegen der Verwendung schlecht befestigter und alter Absperrgitter blieben bislang aus, obwohl zahlreiche Experten versicherten, dass der Unfall mit einer ordentlichen Absperrung weit weniger schlimm ausgegangen wäre.
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