Doku über Jan Ullrich - Lance Armstrong schildert schockierende Begegnung: "War ans Bett gefesselt, ohne Bewusstsein"

Der ehemalige Radprofi Lance Armstrong hat schockierende Details über eine Begegnung mit seinem langjährigen Rivalen Jan Ullrich im Dezember 2021 in Mexiko preisgegeben. In einer "ARD"-Dokumentation über die Karriere und den Absturz des Tour-de-France-Siegers von 1997 berichtete der US-Amerikaner: "Er war ans Bett gefesselt, ohne Bewusstsein. Es war das Allerschlimmste", erzählte Armstrong.

Lance Armstrong und Jan Ullrich

Fotocredit: Imago

Ullrich hatte auf einem Trip von Kuba nach Deutschland eine Zwischenlandung im mexikanischen Cancún gemacht, wo ihn der Pilot laut Armstrongs Ausführungen des Flugzeugs verwies. "Dann stand er da, auf sich selbst gestellt", berichtete der 50-Jährige in der "ARD"-Dokumentation "Being Jan Ullrich". Daraufhin wurde der Rostocker in ein Krankenhaus eingeliefert, wo Armstrong ihn besuchte.
Armstrong sei in diesem Moment "der Letzte" gewesen, den Ullrich dort erwartet hätte, sagte er. Nach einigen Tagen habe der US-Amerikaner seinen Freund schließlich aus dem Krankenhaus geholt.
"Ich hatte eine Thrombose und eine sehr schwere Blutvergiftung", erklärte Ullrich später der "Bild"-Zeitung und räumte damit mit Spekulationen auf, er habe nach seinen schweren Drogen- und Alkoholproblemen vor einigen Jahren einen Rückfall erlitten.
Doch auch in dieser schwierigen Zeit hatte Armstrong seinem ehemaligen Rivalen bereits zur Seite gestanden, wie die Serie dokumentiert. Als Ullrich in einer Entzugs- und Suchtklinik im bayrischen Bad Brückenau behandelt wurde, kontaktierte Ullrichs Freund Mike Baldinger den früheren Dominator der Radsport-Szene, dem alle sieben Tour-de-France-Titel wegen Dopings aberkannt wurden.
"Du bist unsere letzte Hoffnung. Du bist der Einzige, vor dem er Angst hat", hatte Baldinger Armstrong laut eigener Aussage am Telefon gesagt. Ullrich-Biograf Hagen Boßdorf bezeichnete den 50-Jährigen als "Respektsperson" für Ullrich.

Armstrong: "Ullrich machte mir Angst"

Der US-Amerikaner schilderte die Begegnung in der Betty Ford Klinik: "Er wusste nicht, dass ich kommen würde. Und ich wusste nicht, wohin ich reise. Aber das war mächtig."
Gleichzeitig gestand er, dass die Zusammenkunft auch "gruselig" für ihn gewesen sei und gab einen weiteren schockierenden Einblick: "Ich habe einen Mann an einem Ort erlebt, wie noch keinen Menschen zuvor. Wir kennen immer Freunde, die ein bisschen verrückt sind und zu viel Spaß haben. Aber in so einem Zustand habe ich noch niemanden gesehen", so Armstrong.
Auch wegen dieser Erlebnisse erwartet der US-Amerikaner, dass Ullrich noch ein weiter Weg bevorsteht. "Jan hat Kinder. Sie sollten als Jan Ullrichs Kinder aufwachsen und stolz darauf sein, seine Kinder zu sein. Jan ist stabil, hält sich an seine Vorgaben und sieht gut aus. Aber es ist noch ein langer Weg", sagte Armstrong in der "ARD"-Dokumentation.
Die Beziehung der beiden Radsport-Legenden war jedoch von beiderseitigem Respekt geprägt, wie in der Dokumentation einmal mehr deutlich wurde. "Er machte mir Angst, kein anderer", erklärte Armstrong in Bezug auf die sportlichen Qualitäten des Olympiasiegers von 2000 und gab zu: "Dieser Mann ließ mich früh aufstehen. Er hat mein Leben verändert. Er hatte mehr Talent."
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Quelle: Eurosport

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