Auf die Frage, ob er denn fit sei, die 312 Kilometer zu fahren, antwortete Ullrich lachend:
"Ich habe ein halbes Jahr viel trainiert. Es ist zwar lange her, dass ich 300 Kilometer gefahren bin, ich glaube es war 2002 oder 2003. Aber meine Energie ist zurück. Und es ist ja kein Rennen, mein Hauptziel ist ohne Sturz durchzukommen - und Spaß zu haben."
Ob er sich mit den aktuellen jungen Top-Fahrer identifizieren könne, wurde der 47-Jährige gefragt: "Das ist eine andere Generation, die machen es besser als wir damals. Sie sind sauber, viel professioneller, und ich habe großen Respekt. Pogacar war 21, als er seine erste Tour gewann."
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Ullrich weiter: "Ich sehe alle Profi-Rennen, kenne viele Fahrer persönlich; Pogacar habe ich vor kurzem getroffen. Die sind einfach einen Schritt weiter als ich damals. Ich hatte ja nix gelernt in meiner Zeit als Profi, konnte nicht mal kochen. Das ist heute anders, die Fahrer sind viel selbständiger."

Ullrich: "Bin wieder glücklich"

Einer seiner Allzeit-Helden sei Alejandro Valverde, verrät Ullrich: "Mit dem bin ich noch zusammen als Profi gefahren, und er ist immer noch dabei. Er kann noch überall Rennen gewinnen, das ist schon verrückt. Alejandro ist immer so motiviert, das ist echt speziell, das haben nicht viele."
Ullrich zu seinen weiteren Radsport-Helden: "Mein großes Idol war, ist und bleibt für immer Miguel Indurain, er steht für mich über allen. Aktuell gehören Peter Sagan, Julian Alaphillipe, Tadej Pogacar und Tony Martin zu meinen Favoriten. Auch wenn Tony jetzt leider aufhört. Und Max Schachmann ist für mich auch ein toller Fahrer."
Schließlich meinte er zu seiner Karriere: "Ich hatte viele Höhen und Tiefen und ich habe wohl viele Fehler gemacht. Vielleicht war ich zu jung damals, um mit dem Druck umzugehen. Aber Radsport ist und bleibt mein Leben. Vor allem hier auf Mallorca - ein Paradies, nicht nur für Radsportler. Ich lebe nicht ohne Grund hier, ich fahre viel Rad, habe Freunde hier - ich bin jetzt wieder ein glücklicher Mensch."
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