Jan Ullrich spricht über Doping während seiner Karriere: "Ich hätte den ganzen Radsport auffliegen lassen können"

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Jan Ullrich hat in der Talkshow "Inas Nacht" offen über Doping während seiner aktiven Karriere gesprochen. "Ich hätte damals den ganzen Radsport auffliegen lassen können", sagte die Radsport-Legende, die kurz vor der Tour de France 2006 wegen des Verdachts auf Eigenblutdopings disqualifiziert wurde. Ullrich hatte im November 2023 erstmals zugegeben, während seiner Laufbahn gedopt zu haben.

Jan Ullrich war bei der Talkshow "Inas Nacht" zu Gast

Fotocredit: Getty Images

Nach seiner eigenen Sperre entschied sich der damalige T-Mobile-Fahrer dagegen, Kollegen "reinzureiten". Dafür habe er den Sport "zu sehr geliebt", wie Ullrich betonte.
"Es war eine Scheißzeit. Es hat mich gekillt. Doping hat mich zehn Jahre gekostet", sagte der 52-Jährige, der gleichzeitig klarstellte, sich nicht für seine Handlungen zu schämen.
"Wir haben uns angepasst an das, was andere eh schon gemacht haben", so Ullrich. Durch diese Selbstverständlichkeit hinter den Kulissen, habe man sich eingeredet, dass es weiterhin auf "Talent und Können" ankomme.
Der spanische Sportmediziner Eufemiano Fuentes hatte zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein weitläufiges Netzwerk für leistungssteigernde Substanzen aufgebaut. Ullrich gehörte zu den verdächtigten Abnehmern.

Ullrich: "Will glauben, dass alles sauber ist"

Dass das Unrecht damals aufgedeckt wurde, sei gut für den heutigen Sport. "Immerhin ist durch das, was wir damals verzapft haben, jetzt ein sauberer Sport entstanden", sagte Ullrich, der "glauben will, dass alles sauber ist".
Bei der diesjährigen Tour de France bekamen unter anderem die Superstars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard die Härte der International Testing Agency zu spüren.
In der Nacht vor der 15. Etappe wurde den beiden damaligen Gesamtführenden ein unangekündigter Besuch abgestattet.
Vingegaard stürzte am Tag nach der nächtlichen Kontrolle und musste die Tour aufgeben. Pogacar vermutete im Anschluss einen Zusammenhang zwischen Kontrolle und Sturz. Unangenehme Kontrollen wie diese gehören zu den Preisen, welche die Athleten für einen sauberen Sport zahlen müssen.
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Quelle: Eurosport


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