Jan Ullrich und Lance Armstrong über besonderes Verhältnis und Tour-de-France-Anekdote: "Zeigt den Charakter dieses Mannes"
Update 19/05/2025 um 13:25 GMT+2 Uhr
Jan Ullrich hat am Wochenende zum "Jan Ullrich Cycling Festival" in Bad Dürrheim eingeladen. Nicht nur Amateur-Radfahrer nahmen daran teil. Auch Lance Armstrong reiste extra für das Event seines ehemaligen Konkurrenten an. Auf der Bühne sprach der US-Amerikaner dann über die besondere Beziehung zu Ullrich und warum die Freundschaft der beiden erst richtig auf einer Party im Jahr 2005 anfing.
Jan Ullrich mit Lance Armstrong beim "Jan Ullrich Cycling Festival"
Fotocredit: Instagram
Damals hatte Armstrong gerade zum siebten Mal die Tour de France gewonnen. Der Deutsche, in der Gesamtwertung Dritter, kam überraschend zur anschließenden Feier des Texaners.
"Ich kann euch eines versprechen: Wenn Jan die Tour gewonnen hätte und er 800 verrückte deutsche Fans auf seiner Party gehabt hätte, wäre ich kein Überraschungsgast gewesen. Aber er war da, und das zeigt den Charakter dieses Mannes", erklärte Armstrong, dem wenige Jahre später alle Tour-Siege wegen Dopings aberkannt wurden.
Ullrich, der ebenfalls den dritten Rang verlor, meinte zu seinem Besuch in Paris: "Das ist natürlich aus Respekt gewesen. Lance war da, es war sein letztes Jahr. Er hat die Tour gewonnen in dem Moment, hat mich eingeladen."
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Tour de France 2005: Jan Ullrich und Lance Armstrong in Paris - Screenshot Youtube |
Fotocredit: Eurosport
Sie hätten viele Jahre "so viel gekämpft miteinander und uns duelliert. Das ist das Mindeste, was ich machen kann, noch mal vorbeizuschauen und ihm alles Gute zu wünschen."
Armstrong von Ullrichs Fairness beeindruckt
Der große Respekt von Ullrich gegenüber Armstrong zeigte sich auch bei einem Sturz 2003. Der Deutsche wartete damals auf seinen Kontrahenten - obwohl die Zeitabstände sehr eng waren.
Ullrich, der wegen eines Unfalls in Bad Dürheim nicht selbst aufs Rad steigen konnte, meinte dazu: "Das ist meine Grundeinstellung. Ich habe nicht wirklich nachgedacht, sondern so bin ich erzogen. Es sollte alles fair sein. Und wenn ein Gegner hinfällt, dann ist es für mich eine ganz normale Sache, dass man wartet und dann im fairen Wettkampf sich wieder duelliert."
Für Armstrong, der etwas Ähnliches 2001 nach einem Sturz von Ullrich getan hatte, nicht selbstverständlich: "Seine Tat und seine Geste waren viel größer als meine, weil er eine kleine zeitliche Lücke hätte ausnutzen können." Beim "Jan Ullrich Cycling Festival" waren neben dem 53-Jährigen unter anderem auch die ehemaligen Profis Andreas Klöden, Danilo Hondo, Udo Bölts und Bradley Wiggins am Start.
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Quelle: Eurosport
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