UCI gibt Druck nach und schwächt Strafen für das Wegwerfen von Trinkflaschen im Rennen ab

Erst am 1. April hatte die UCI zahlreiche neue Regeln eingeführt, unter anderem um den Radsport sicherer und nachhaltiger zu machen. Besonders die Littering-Regel, nach der es nun verboten ist, Trinkflaschen außerhalb sogenannter litter zones abzugeben, hatte zuletzt für große Diskussionen gesorgt. Nun hat der Weltverband dem öffentlichen Druck nachgegeben und die Strafen abgeschwächt.

Die Disqualifikation von Michael Schär (Citröen - Ag2r) bei der Flandern-Rundfahrt war der Auslöser für die große Littering-Diskussion

Fotocredit: Getty Images

Grund für die Kritik an der UCI war die Disqualifikation von Michael Schär (Ag2r - Citroën) bei der Flandern-Rundfahrt. Der Schweizer hatte beim belgischen Klassiker einem Fan während der Fahrt seine Trinkflasche gegeben, welche bei Radsport-Fans ein begehrtes Souvenir sind. Dies ist außerhalb der litter zones seit dem 1. April allerdings nicht mehr erlaubt. So wurde Schär direkt vom Rennen ausgeschlossen.
Anschließend schrieb der 34-Jährige einen emotionalen offenen Brief an die UCI, in welcher er für eine Änderung der Müllzonen-Regeln argumentierte. Der Brief wurde in den Sozialen Medien tausendfach gelikt und geteilt. Die Kritik von Fans, Fahrern und Medien hat nun offenbar Wirkung gezeigt.
Ab sofort erhalten Fahrer, die der Regel in Eintagesrennen zuwider handeln, eine Geldstrafe von 100 bis 500 Schweizer Franken.
Außerdem erfolgt der Abzug von 5 bis 25 UCI-Punkten. Die Höhe der Strafe ist abhängig von der Kategorie des Rennens. Erst bei einem zweiten Verstoß folgt der Ausschluss.
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Fauxpas führt zu Disqualifikation: Flaschenwurf kostet Schär alle Chancen

Quelle: Eurosport

Bei Rundfahrten erhielten Fahrer bei der ersten Regelwidrigkeit 30 Strafsekunden. Ab sofort werden UCI-Punkte abgezogen. Bei einem zweiten Verstoß erfolgt eine einminütige Zeitstrafe, erst ein drittes Vergehen führt zum Ausschluss.

UCI verweist auf Sicherheit

Die UCI betont auf ihrer Homepage aber, dass das Verbot nicht nur für die Umwelt, sondern auch aus Sicherheitsaspekten sinnvoll ist.
"Es ist bewiesen, dass das Werfen von Flaschen ins Publikum gefährlich ist. Mehrmals kam es zu Stürzen, weil Bidons zurück ins Feld rollten. Auch Zuschauer, die eine Flasche abbekommen haben, wurden schon verletzt. Außerdem will die UCI verhindern, dass Fans, vor allem Kinder, den Fahrern im Rennen zu nahekommen. So können Unfälle mit möglicherweise dramatischen Folgen verhindert werden“, hieß es in einer Pressemitteilung.

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