Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) hat als erster Slowene Il Lombardia gewonnen.
Der zweimalige Tour-de-France-Gewinner setzte sich bei der 115. Auflage des Herbstklassikers über 239 Kilometer von Como nach Bergamo im Sprintduell souverän gegen den aus Bergamo stammenden Italiener Fausto Masnada (Deceuninck-Quick-Step) durch und gewann damit nach Lüttich-Bastogne-Lüttich sein zweites Monument des Jahres.
"Das ist verrückt. Nach einer solchen Saison am Ende noch so ein Rennen zu gewinnen, das ist unglaublich. Mir fehlen die Worte", sagte der 23-jährige Pogacar im Ziel-Interview:
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"Ich wusste, dass Masnada die Straßen hier sehr gut kennt, mir war klar, dass er im technischen Part wieder zu mir vorfahren würde. Was ich aber nicht wusste war, dass er nicht mit mir zusammenarbeiten würde. Zum Glück sind wir mit Vorsprung zum letzten Anstieg und zum Sprint gekommen", so Pogacar.

Highlights: Pogacar-Triumph mit Mut und Schrecksekunde

Roglic auf Platz vier - Evenepoels mulmiges Comeback

51 Sekunden nach dem Sieger sicherte sich im Sprint der ersten Verfolger der Brite Adam Yates (Ineos Grenadiers) den dritten Platz vor Pogacars Landsmann Primoz Roglic (Jumbo-Visma) und dem Spanier Alejandro Valverde (Movistar).

Masnada chancenlos: Pogacar sprintet unwiderstehlich zum Sieg

"Der Beste hat heute gewonnen", musste Roglic anerkennen und eingestehen, dass er nicht die Beine hatte, um ganz vorne mitzufahren.
Zu den geschlagenen gehörte auch Remco Evenepoel (Deceuninck-Quick-Step) auf Rang 19: "Ich hatte für fünf Minuten schlechte Beine. Aber das ist nicht so schlimm. Ich bin dann einfach mein eigenes Tempo gefahren. Die erste Gruppe war am Anstieg am Ende noch in Reichweite, ich habe sie noch vor mir fahren sehen, aber sie war dann letztlich zu schnell. Ich bin froh, dass ich noch unter die ersten 20 gefahren bin."
Evenepoel war 2020 von einer Brücke gestürzt und hatte sich dabei schwer verletzt. "Hier wieder Rennen zu fahren nach meinem schweren Sturz, fühlte sich seltsam am. Mein Körper hat ein bisschen gezittert. Aber im Laufe des Rennens wurde es immer besser, auch wenn ich mich in den ersten Abfahrten nicht wirklich wohl gefühlt habe."

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Masnada mit Platz zwei zufrieden

Auf den Plätzen hinter Roglic folgten zeitgleich Weltmeister Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick-Step), seine französischen Landsleute David Gaudu (Groupama-FDJ) und Romain Bardet (DSM) sowie der Kanadier Michael Woods (Israel Start-Up Nation).
Deceuninck-Quick-Step war zum Schluss in der Zwickmühle: Masnada attackieren oder passiv bleiben lassen, um Alaphilippe noch eine Chance zu geben? "Ich konnte heute auf eigene Rechnung fahren und als ich ganz vorne war bei Pogacar habe ich dann nicht mehr mitgeführt, da wir ja Alaphilippe dahinter in der Gruppe hatten", schilderte Masnada später:
"Ich dachte sogar kurzzeitig, dass Alaphilippe wieder würde zu uns vorfahren können, das hat aber nicht geklappt, da Tadej richtig stark war und die ganze Zeit von vorne gefahren ist. Er hat dann noch versucht, mich am letzten Anstieg abzuschütteln. Letztlich war nicht mehr möglich als Platz zwei. Hier in Bergamo auf dem Podium zu stehen, da wird ein Traum wahr."

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Pogacar wie Coppi, Merckx und Hinault

Pogacar tritt damit in die Fußstapfen von Fausto Coppi (1949), Eddy Merckx (1971/1972) und Bernard Hinault (1979), denen ebenfalls das Kunststück gelang, die Tour de France und die Lombardei-Rundfahrt in einem Jahr zu gewinnen.
Die Tour de France, Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt in einem Jahr gewann neben Pogacar nur Merchx (1971/1972).
"Im zweiten Teil der Saison gab es Höhen und Tiefen. An einem Tag war ich gut, am anderen nicht", sagte Pogacar: "Heute war ein guter Tag. Für mich ist jeder Sieg wichtig. Ich habe schon lange davon geträumt, Il Lombardia zu bestreiten und mich mit den Besten zu messen. Jetzt bin ich hier und hole gleich den Sieg, das ist verrückt."

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Il Lombardia ein echter Klassiker

Die Lombardei-Rundfahrt, der als "Rennen der fallenden Blätter" bekannte Klassiker, zählt neben Paris-Roubaix, Mailand-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich zu den fünf "Monumenten des Radsports".
Im vergangenen Jahr war die Il Lombardia infolge der Corona-Pandemie von ihrem traditionellen Termin im Oktober in den August (Sieger: Jakob Fuglsang/Astana Pro Team) vorverlegt worden.

Pogacar im Sieger-Interview: "Unglaublich - mir fehlen die Worte!"

115. Lombardei-Rundfahrt - Eintagesrennen von Como nach Bergamo (239 km):
1. Tadej Pogacar (Slowenien/UAE Team Emirates) 6:01:39 Stunden, 2. Fausto Masnada (Italien/Deceuninck-QuickStep) gleiche Zeit, 3. Adam Yates (Großbritannien/Ineos) 0:51 Minuten zurück, 4. Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma), 5. Alejandro Valverde (Spanien/Movistar), 6. Julian Alaphillipe (Frankreich/Deceuninck-QuickStep), 7. David Gaudu (Frankreich/Groupama-FDJ), 8. Romain Bardet (Frankreich/DSM), 9. Michael Woods (Kanada/Israel Start-Up Nation) alle gleiche Zeit, 10. Sergio Higuita (Kolumbien/EF Education-Nippo) 2:25, ... 93. Simon Geschke (Berlin/Cofidis) 21:38
ausgeschieden: Emanuel Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe)

Pogacar stellt alle Mitfavoriten in den Schatten

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(mit SID/radsport-news.com)

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