Tadej Pogacar gewinnt Lombardei-Rundfahrt und stellt mehrere neue Rekorde auf - Remco Evenepoel bleibt nur Galgenhumor

Tadej Pogacar fuhr auch bei der Lombardei-Rundfahrt die Konkurrenz in Grund und Boden. Als der Slowene 36 Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe der Favoriten heraus das Tempo anzog, konnte ihm niemand folgen. Pogacar stellte an diesem sonnigen Samstag auf den 241 Kilometern zwischen Como und Bergamo gleich mehrere neue Rekorde auf. Seinem ärgsten Widersacher blieb da nur noch Galgenhumor.

Highlights: Gimme five! Pogacar mit One-Man-Show zum Rekord

Quelle: Eurosport

Isaac del Toro warf einen fragenden Blick ins Gesicht von Remco Evenepoel in dem Moment, als sein Teamkollege Tadej Pogacar aus dem Sattel ging. Geht er mit oder geht er nicht mit? Kann er überhaupt mitgehen?
Schnell war klar: Evenepoel konnte nicht. 36,5 Kilometer vor dem Ziel der 119. Lombardei-Rundfahrt fuhr Pogacar seinem schärfsten Konkurrenten davon und zog bis zum Ende gnadenlos durch.
Mit 1:48 Minuten Vorsprung auf Evenepoel gewann der 27-Jährige zum fünften Mal in Folge den Herbstklassiker. Pogacar schloss damit auf zu Rekordsieger Fausto Coppi, hat der italienischen Legende aber etwas voraus: Coppis fünfter Sieg beim "Rennen der fallenden Blätter" kam 1954 "erst" nach ein paar Jahren Pause, nicht in Serie.
"Ich habe hier fünfmal gewonnen - bei jedem meiner Starts. Jedes Mal, wenn ich in die Lombardei komme, habe ich das Gefühl, dass das Rennen ist maßgeschneidert für mich", sagte Pogacar im Sieger-Interview.
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Rekordmann Pogacar: "Meine beste Saison bislang"

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"Unglaublicher Tag" für stolzen Pogacar

Er dankte artig seinen Teamkollegen für deren "herausragende Arbeit". "Sie haben mal wieder einen fantastischen Job gemacht, wie sie mich in den finalen Anstieg reingeführt haben", so Pogacar, der seinem Freund Rafal Majka in dessen letztem Rennen sogar salutierte.
Hinten raus war Pogacar aber auf sich alleine gestellt und spielte mit der Konkurrenz wie so oft in dieser Saison Katz und Maus. Es war der 20. Saisonsieg des "neuen Kannibalen" im 50. Rennen (inklusive allen Etappen bei den Rundfahrten), gar der achte Triumph im 14. Eintagesrennen (inklusive WM-Einzelzeitfahren). Nur zweimal stand er nicht auf dem Podium. "Es war ein unglaublicher Tag vom Start bis ins Ziel. Ich bin super glücklich und stolz", sagte Pogacar am Eurosport-Mikrofon.
Als erster Radprofi stand er in einem Kalenderjahr bei allen fünf Monumenten auf dem Podium. Die Flandern-Rundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich und Il Lombardia gewann er. Bei Mailand-Sanremo, das in seinem Palmarès noch fehlt, wurde er Dritter, Paris-Roubaix beendete er als Zweiter.
"Sieben Jahre in Folge habe ich gesagt: 'Das war meine beste Saison.' Das kann ich jetzt wieder sagen: 'Es war meine beste Saison bisher'", freute sich Pogacar über stetig neue Superlative.
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Majka checkt aus: Pogacar salutiert scheidendem Edelhelfer

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UAE-Team pulverisiert Rekord

Doch nicht nur der alles überragende Fahrer der letzten fünf Jahre, auch das gesamte UAE-Team eilt von Sieg zu Sieg. Pogacars Kunststück am Samstag war der 93. UAE-Sieg in dieser Saison. Der alte Rekord vom Team Columbia-HTC aus dem Jahr 2009 (85 Siege) wurde pulverisiert.
Der Konkurrenz bleibt nichts anderes übrig, als Pogacar zu huldigen. "Es ging sehr schnell, als Pogacar loslegte. Ich war der Einzige, der noch etwas zu bieten hatte, der Rest war an seiner Grenze. Aber auch für mich war es unmöglich, auf die Attacke zu reagieren. Wenn das Tempo sehr hoch ist, kann Tadej noch ein bisschen beschleunigen. Das macht er wie kein anderer", schilderte Evenepoel die rennentscheidende Szene.
"Insgesamt", so der Belgier in seinem finalen Rennen für das Soudal Quick-Step Cycling Team, "bin ich sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie ich den zweiten Platz geschafft habe."

Evenepoel setzt auf Pogacars Rücktritt

Eine echte Chance auf den Tagessieg hatte Evenepoel nicht. Der 25-Jährige reagierte mit Galgenhumor auf die Dominanz Pogacars. "Vielleicht sollte ich ihn bitten, nächstes Jahr oder in zwei Jahren aufzuhören", lachte Evenepoel und meinte dann: "Nein, es ist nur eine schöne Motivation, auf sein Niveau hinzuarbeiten. Ich habe in den letzten Wochen immer weiter dafür gekämpft. Das werden wir mitnehmen und im Winter daran arbeiten, näher an ihn heranzukommen."
Für Pogacar hat die erfolgreichste Saison seiner Karriere am Samstag ein triumphales Ende gefunden. Ab Sonntag stehen ein Treffen mit seinen Fans im Rahmen der "Pogi Challenge", relaxte Tage um Kreis seiner Familie und ein Urlaub mit Freundin Urzka Zigart an.
Doch zuallererst aber heißt es Party, Party, Party. "Wir werden die Saison mit dem UAE-Team gebührend feiern", gab Pogacar dem Feierbefehl. Wer möchte es ihm verdenken ...
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Evenepoel von Pogacar geschlagen: "War unmöglich, zu reagieren"

Quelle: Eurosport



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