Olympia 2024: Längstes Straßenrennen aller Zeiten steht in Paris bevor - Experte Jens Voigt nennt seine Favoriten

Rund 273 Kilometer, knapp 3.000 Höhenmeter: Das olympische Straßenrennen wird den Fahrern am Samstag alles abverlangen. Es ist das längste der Olympia-Geschichte, und als wäre das nicht Herausforderung genug, sorgt das verkleinerte Feld auf nur 90 Starter für zusätzliche Spannung. Wem spielt das in die Karten, den Top-Favoriten oder doch den Außenseitern? Eurosport-Experte Jens Voigt klärt auf.

Evenepoel rauscht durch den Regen von Paris zum Olympiasieg

Quelle: Eurosport

"Remco Evenepoel, Wout van Aert und Mathieu van der Poel sind die Favoriten für die drei Medaillen", sagte der 52-Jährige im exklusiven Eurosport-Interview und räumte auch Thomas Pidcock "einige Außenseiterchancen" ein.
In Paris hatte der Brite in dieser Woche seinen Olympiasieg aus Tokio wiederholt. Dass ihn Voigt in puncto Siegchancen aber hinter dem belgisch-niederländischen Top-Trio listet, ist wenig verwunderlich. Schließlich schätzen die meisten Beobachter den Zeitfahr-Olympiasieger Evenepoel, den Weltmeister van der Poel und die Allzweckwaffe van Aert stärker ein als die Konkurrenz.
Voigt allerdings hat noch einen weiteren Sieganwärter auf dem Zettel: Matej Mohoric. Der Slowene sei "ein cleverer Fahrer und mag die Langstrecke", betonte der TV-Experte: "Er war bei der Tour de France nicht in bester Form, ist aber mein kleiner Außenseiterfavorit."
Wie viele seiner Bahrain-Victorious-Teamkollegen hatte Mohoric während der Frankreich-Rundfahrt mit einer Viruserkrankung zu kämpfen, anders als im Vorjahr konnte er kaum glänzen. Dennoch traut ihm Voigt in Abwesenheit von Giro-Tour-Dominator Tadej Pogacar den Olympia-Coup zu.

Olympia-Favoriten: Alaphlippe ja, Pedersen nein

Weitere Außenseiterchancen räumt Voigt dem französischen Hoffnungsträger Julian Alaphilippe ein, der bei der Großen Schleife nicht am Start gewesen war und sich anderweitig auf seinen großen Paris-Traum vorbereitete.
Die beiden deutschen Starter Nils Pollit und Maximilian Schachmann hingegen sieht Voigt im Kampf ums Podium nicht ganz vorne. Ebenso wenig wie den Dänen Mads Pedersen, Weltmeister von 2019. Dieser sei zwar "ein großartiger Fahrer. Aber ich denke, es wird zu heiß, zu lang und zu hart", prognostiziert der Eurosport-Fachmann.

Olympia: Nur ein Dutzend Fahrer im Ziel?

Mit Blick auf den anspruchsvollen Parcours und der Tatsache, dass nur 60 von 90 Startern World-Tour-Profis seien, glaubt Voigt: "Wir werden vielleicht nur zehn bis zwölf im Ziel sehen. Selbst für World-Tour-Fahrer könnte dies das längste Rennen ihrer Karriere sein." Einzig das Monument Mailand-San-Remo ist im UCI-Rennkalender länger.
In Paris nun gebe es zwei Szenarien, so Voigt: "Entweder geht eine Gruppe von 20 Fahrern nach zehn Minuten und gewinnt das olympische Rennen mit einer Stunde Vorsprung auf das Peloton. Oder wir sehen, dass einige Länder zusammenarbeiten."
Das zweite Szenario begünstige definitiv die Top-Favoriten, aber auch die Fahrer wie Mohorič, "die aus der Tour de France kommen", meint Voigt.
Eine ähnliche Einschätzung hinsichtlich des Parcours äußerte auch Voigts Eurosport-Kollege Alberto Contador. Für den Spanier geht vor allem das belgische Team um Evenepoel und van Art favorisiert ins Rennen, auch dessen Mitstreiter Tiesj Benoot und Jasper Stuyven könnten "theoretisch zu den Medaillengewinnern gehören".

Längstes Olympia-Rennen? Nicht ganz

Einen Tag vor der 273 Kilometer langen Tortur in Paris können Experten wie Fans den Startschuss kaum mehr erwarten. Das längste olympische Straßenrennen aller Zeiten verspricht Spannung pur - und ist doch nicht die längste Rad-Disziplin der Olympia-Geschichte.
Diese nämlich fand bereits 112 Jahre zuvor bei den Sommerspielen in Stockholm statt: Beim ersten olympischen Einzelzeitfahren überhaupt kämpften die Starter über sagenhafte 315 Kilometer um die Medaillen, Gold sicherte sich der Südafrikaner Rudolph Lewis nach 10:42:39 Stunden im Sattel.
Zum Vergleich: Im Regen von Paris kürte sich Evenepoel am vergangenen Wochenende in nur 36:12 Minuten zum Zeitfahr-Olympiasieger - nach 32,7 Kilometern. Selbst die Summe der beiden 2024er-Rennen kommt so nicht an die schwedische Extremfahrt rund um den Mälarsee heran.
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Heldenhafter Betreuer-Einsatz: Radwechsel geht schief

Quelle: Eurosport


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Zeitfahr-Highlights: Belgien jubelt doppelt im Regen von Paris

Quelle: Eurosport


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