Die Reise nach Paris trat Maximilian Schachmann im klaren Bewusstsein für den eigenen Status an. "Ich bin Titelverteidiger", sagte der deutsche Radprofi im Gespräch mit dem "SID" vor dem Auftakt der Fernfahrt Paris-Nizza: "Es ist eine besondere Ehre. Ich werde versuchen, in der Gesamtwertung miteinzugreifen. Ich weiß aber, wie schwer das ist."
Ab Sonntag geht es auf dem langen Weg zur Côte d'Azur um das Gelbe Trikot, das beim prestigereichen "Rennen zur Sonne" im Vorjahr niemand anderes als Schachmann trug. Es erneut zu erobern, wird für den Allrounder vom Team Bora-hansgrohe kein einfaches Unterfangen.
"Ein bisschen eine Wundertüte" sei Paris-Nizza in diesem Jahr wegen der fehlenden Rennpraxis für ihn. Seit Oktober hat Schachmann nicht mehr an der Startlinie gestanden.
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Die Vorbereitung verlief - mit Ausnahme eines Unfalls im Trainingslager am Gardasee - ohne allzu große Einschnitte. Er habe gut trainiert, erklärte Schachmann, zuletzt im Höhentrainingslager in der Sierra Nevada. Dennoch lasse sich die Frühform nur schwer abschätzen.

Paris-Nizza: Starke Gegner für Schachmann

Dieser Situation muss sich aber nicht nur Schachmann stellen. "Es fahren einige große Namen ihr erstes Saisonrennen, die selbst nicht wissen, wo sie stehen." Der Tour-Zweite Roglic (Jumbo-Visma) zählt ebenso dazu wie der zweimalige Paris-Nizza-Sieger Richie Porte (Ineos Grenadiers). Dessen Teamkollege Tao Geoghegan Hart hat als amtierender Giro-Sieger sein Saisondebüt bereits in den Beinen.
Die starken Formationen von Jumbo und Ineos sind längst nicht die einzigen Rivalen Schachmanns. "Es würde mich nicht wundern, wenn jemand dabei ist, den man jetzt noch nicht auf der Rechnung hat", sagte der Berliner: "Irgendjemand fährt immer schnell."
Am 14. März, davon ist auszugehen, wird in Nizza nach acht Etappen der Sieger gekürt - und damit das Rennen im Gegensatz zum Vorjahr wieder wie geplant beendet.

Corona-Konzept soll Paris-Nizza zum Erfolg führen

Die Wirrungen, die zum Beginn der Pandemie letztlich zum vorzeitigen Abbruch geführt hatten, sind Schachmann im Gedächtnis geblieben. "Am Abend hat man die Führung weniger genossen und mehr irgendwelche Reden zur Nation verfolgt", erinnerte er sich. Im Rennen sei es stressiger als sonst gewesen. Es sei viel diskutiert, die Etappen so offensiv gefahren worden, "als sei es der letzte Renntag für eine lange Zeit."
Tatsächlich war Paris-Nizza eines der letzten Sportevents, das noch ausgetragen wurde - dann ging auch im Radsport monatelang nichts mehr. Eine "Zeit der Ungewissheit" sei angebrochen, sagte Schachmann rückblickend: "Am Ende hat es in der zweiten Saisonhälfte ganz gut funktioniert."
Die Gesundheits- und Sicherheitskonzepte, die unter anderem im September die Austragung der Tour de France ermöglichten, sollen auch in diesem Jahr wieder greifen - und nicht nur das "Rennen zur Sonne" zu einem Erfolg werden lassen.
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(SID)

Kampf bis zur völligen Erschöpfung: Schachmann rettet Gelb am Schlussanstieg

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