Voigt schimpft nach Wasserflaschen-Wurf auf van der Poel bei Paris - Roubaix: "Unentschuldbar, dämlich!"

Ein Zwischenfall beim diesjährigen Paris - Roubaix sorgt für Fassungslosigkeit - und auch für klare Worte von Radsport-Experte Jens Voigt. Im Gespräch mit Eurosport verurteilt der frühere Profi den Wurf einer vollen Wasserflasche auf den späteren Sieger Mathieu van der Poel aufs Schärfste. Mittlerweile hat sich der Übeltäter der Polizei gestellt, ihm droht juristischer Ärger.

Mathieu van der Poel trafiony bidonem w twarz na trasie Paryż-Roubaix 2025

Fotocredit: Eurosport

Für Voigt bleibt die Aktion dennoch völlig unbegreiflich. "Unentschuldbar, unverständlich, dämlich", bringt Voigt seine Wut im Gespräch mit Eurosport.de auf den Punkt. Für den ehemaligen Tour-Fahrer ist der Vorfall mehr als ein Ausrutscher - er sieht darin eine bedenkliche Grenzüberschreitung.
Besonders empört zeigt sich Voigt über die Respektlosigkeit gegenüber den Fahrern: "Bei aller Liebe zum Sport ist es natürlich auch ein Beruf. Bei einem Mitarbeiter in der Autoindustrie kommt auch keiner und schmeißt denen am Fließband eine Flasche oder ein Glas Wasser an den Kopf – das macht man einfach nicht! Was geht in den Leuten vor? Ein Minimum an Verständnis und Respekt, das kann doch nicht zu viel verlangt sein."
Der Charme des Radsports sei es, "dass wir keine Eintrittspreise nehmen, dass jeder in Schulterklopf-Reichweite kommen kann", betonte der 53-Jährige: "Unser Sport ist eben für jedermann - das sollte natürlich nicht missbraucht werden."
Der Sport sei bewusst darauf ausgelegt, nahbar zu sein. "Im Idealfall bringen die Leute noch einen kleinen Grill mit und machen Party. Es ist jedoch eine Linie überschritten, wenn die Fahrer behindert oder in Gefahr gebracht werden", meint Voigt. Der Flaschenwurf ins Gesicht von van der Poel sei "eine völlig unverständliche, dämliche Aktion, die man überhaupt nicht nachvollziehen kann".

"Person muss hoffentlich eine Geldstrafe zahlen"

Die nächste Attacke gegen van der Poel (Alpecin-Deceuninck), der das Rennen dennoch gewann, wirft für Voigt die Frage auf: "Wieso stören sich die Leute so an van der Poel? Wieso trifft es ihn häufiger als andere? Ich verstehe das nicht."
Der einstige Radprofi fordert klare Konsequenzen: "Es ist eine unentschuldbare und nicht zu akzeptierende Aktion, die hoffentlich auch ein Nachspiel haben wird." Das mindeste sei, dass sich der Mann "bei van der Poel entschuldigt. Er hätte ja auch stürzen können. Die Aktion war einfach völlig daneben."
Der Vorfall wird nun von den französischen Behörden untersucht. Nach dem Rennen schimpfte van der Poel bereits: "Das ist versuchter Totschlag", sagte der Niederländer aufgeregt. "Das können wir so nicht durchgehen lassen", fuhr er fort: "Das war eine volle Wasserflasche, und es hat sehr wehgetan. Wenn ich die auf meine Nase bekomme, ist sie gebrochen."
Philip Roodhooft, Teammanager von Alpecin-Deceuninck, meinte derweil, man solle dem Übeltäter "so wenig Aufmerksam wie möglich widmen". Das hätten solche Menschen eben "nicht verdient".
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Quelle: Eurosport


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