Paris - Roubaix 2025: Mathieu van der Poel bei Klassiker mit voller Wasserflasche beworfen - Zuschauer stellt sich am Montag der Polizei in Waregem
Update 14/04/2025 um 19:32 GMT+2 Uhr
Rund 33 Kilometer vor Schluss hat sich bei der 122. Ausgabe von Paris - Roubaix ein Eklat ereignet. Als Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) den Vorsprung auf seinen slowenischen Konkurrenten Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) ausbaute, wurde der Niederländer von einem Zuschauer mit einer Flasche beworfen. Van der Poel ließ sich zunächst nichts anmerken, reagierte aber nach dem Rennen.
"Vollpfosten!" Van der Poel von Zuschauer mit Flasche beworfen
Quelle: Eurosport
"Was für ein Schwachkopf am Streckenrand", polterte Eurosport-Kommentator Karsten Migels in der Live-Übertragung. "Hoffentlich machen sie ihn bald ausfindig und dann hoffe ich, dass diese komischen Typen irgendwann auch mal bestraft werden."
Eurosport-Experte Jens Voigt pflichtete seinem Kollegen bei. "Es gibt eine sehr gute Chance, den zu finden. Ich glaube, es ist kein großes Problem, die Flaschenwerfer zu identifizieren", meinte der 53-Jährige.
Zumindest auf der Strecke ist der Vorfall, der sich auf dem 23. Pavé-Abschnitt in der Nähe von Templeuve ereignet hat, ohne schwerwiegende Konsequenzen geblieben. Van der Poel wurde zwar getroffen - die TV-Bilder lassen auf einen Treffer im Gesichtsbereich schließen - doch der 30-Jährige ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und setzte seine Fahrt fort.
Nach dem Rennen schäumte der Sieger allerdings. "Das ist versuchter Totschlag", sagte van der Poel aufgeregt. "Das können wir so nicht durchgehen lassen", fuhr er fort: "Das war eine volle Wasserflasche, und es hat sehr wehgetan. Wenn ich die auf meine Nase bekomme, ist sie gebrochen."
UCI kündigt rechtliche Schritte an
Der Radsport-Weltverband UCI hat rechtliche Schritte gegen den Flaschenwerfer von Paris - Roubaix angekündigt.
Wie die Union Cycliste Internationale am Montagabend mitteilte, werde sie "in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden alle ihnen zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit ein solches Verhalten ordnungsgemäß und streng bestraft wird".
Die Staatsanwaltschaft von Lille bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass eine Untersuchung wegen "Gewalt mit Waffen" eingeleitet wurde. Weitere Details wurden nicht genannt.
Van der Poel feiert Sieg nach Flaschen-Eklat
Der Radstar kündigte rechtliche Schritte an. "Das ist inakzeptabel. Es war eine volle Flasche, sie wog ein halbes Kilo und ich bin mit 40 km/h gefahren", erklärte van der Poel: "Es ist, als würde man einen Stein ins Gesicht bekommen. Es hat mir sehr wehgetan."
Er hoffe, führte van der Poel aus, dass die Polizei den Mann identifizieren könne, "denn dafür muss es ein Verfahren geben". Wenn der Weltverband UCI keine Maßnahmen ergreife, "dann werden wir es mit der Mannschaft tun. Das ist etwas anderes als Bier auf mich zu schütten."
Laut belgischen Medien stellte sich der Mann am Montag der Polizei in Waregem. Die Staatsanwaltschaft teilte daraufhin mit, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.
Philip Roodhooft, Teammanager von Alpecin-Deceuninck, meinte derweil, man solle dem Übeltäter "so wenig Aufmerksam wie möglich widmen". Das hätten solche Menschen eben "nicht verdient".
Van der Poel in historischer Gesellschaft
Roodhooft weiter: "Wir sollten dem Ganzen nicht zu viel Gewicht beimessen - gerade wenn man sieht, wie viele Zehntausende Menschen hier die Leistungen von Mathieu und den anderen Fahrern zu schätzen wissen."
Kurz zuvor war Pogacar gestürzt und musste van der Poel davonziehen lassen, wodurch sich van der Poel an der Spitze absetzen konnte.
Letzten Endes baute er seinen Vorsprung sogar auf über eine Minute aus und tütete seinen dritten Triumph in Folge bei Paris - Roubaix ein. Ein Kunststück, das in der Geschichte bislang nur Octave Lapize (1909-1911) und Francesco Moser (1978-1980) gelungen war.
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport
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