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Paris-Roubaix: Colbrelli gewinnt epische Schlammschlacht beim Klassiker bei Showdown im Velodrom
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Publiziert 03/10/2021 um 17:22 GMT+2 Uhr
Packendes Finale bei Paris-Roubaix: Topfavorit Mathieu van der Poel wurde im Sprint im Velodrom nach einer epischen Schlammschlacht über das Kopfsteinpflaster von Sonny Colbrelli geschlagen. Der Italiener gewann das Duell eines Spitzentrios vor dem jungen Belgier Florian Vermeersch und Cross-Weltmeister van der Poel aus den Niederlanden. Es war der erste italiensiche Sieg in Roubaix seit 1999.
Sonny Colbrelli jubelt bei Paris-Roubaix 2021
Fotocredit: Getty Images
Colbrelli war nach seinem Triumph völlig außer sich, Tränen und Jubelschreie wechselten sich beim 31-jährigen Europameister ab, als nach 6:01:57 Stunden der größte Sieg seiner Laufbahn perfekt war.
"Ich bin zum ersten Mal bei Paris-Roubaix gestartet und gewinne - ich bin überglücklich. Das ist das Rennen meiner Träume. Es war stressig und ermüdend. Ich hatte Angst, dass mich noch ein Defekt trifft", so Colbrelli im Siegerinterview.
"Das war eine legendäres Rennen mit dem Regen vom Start weg, es war extrem hart heute und dieses Jahr ist wirklich mein Jahr!"
Bester Deutscher bei der 118. Austragung war Jonas Rutsch als Elfter mit 1:16 Minute Rückstand, Max Walscheid wurde Zwölfter (+3:17).
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Sprintfinale im Velodrom: Der Showdown um den Sieg
Quelle: Eurosport
Degenkolb: "Es ist richtig krass"
Ex-Sieger John Degenkolb kam in einem epischen Rennen mit großem Rückstand ins Ziel, war aber dennoch mit Recht stolz auf sich.
"Das ist etwas für Geschichten für die Enkel", sagte der Routinier, "man kann es nicht in Worte fassen. Ich bin mega happy. Darauf kann ich stolz sein - das stellt alles in den Schatten, was ich im Radsport bisher erlebt habe. Es ist richtig krass."
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"Wie Schmierseife": Sturzpech wirft Degenkolb zurück
Quelle: Eurosport
Großer Pechvogel des Rennens war der Italiener Gianni Moscon: Der Ineos-Profi führte lange als Solist mit großem Vorsprung das Rennen an, bis ihn erst ein Defekt und dann ein Sturz einbremsten und er 16 Kilometer vor dem Ziel vom Trio um Colbrelli eingeholt wurde.
Ihm blieb Rang vier (+0:44) und jede Menge Frust.
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Drama um Spitzenreiter: Erst Defekt, dann Sturz bei Solist Moscon
Quelle: Eurosport
Paris-Roubaix wird zur Regenschlacht
Ein Unwetter in der Nacht zu Sonntag hatte die holprigen Feldwege in Nordfrankreich in regelrechte Schlammpisten verwandelt. An den Rändern der insgesamt 55 km langen Paves bildeten sich teils tiefe Pfützen, der matschige und rutschige Untergrund verlangte hohe Aufmerksamkeit und fahrerische Höchstleistungen.
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Schlamm, Stürze, Spektakel: Die Highlights von Paris-Roubaix
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Stürze blieben dennoch unvermeidlich. Zu den vielen betroffenen Fahrern zählten auch Ex-Sieger Degenkolb (Lotto-Soudal), der deutsche Meister Maximilian Schachmann (Bora-hansgrohe), Max Walscheid (Qhubeka-NextHash) und der dreimalige Weltmeister Peter Sagan aus der deutschen Bora-Mannschaft.
Stürze und Defekte in Serie
"Unter diesen Bedingungen war es wirklich extrem. Man musste irgendwie heil in Roubaix ankommen und immer versuchen, ganz vorne im Feld zu sein, um Stürzen aus dem Weg zu gehen. Auch ich ging heute einmal hart zu Boden. Ich wollte dennoch das Rennen unbedingt beenden und habe mich durchgekämpft. Das war mein letztes Rennen für Bora-hansgrohe und ich wollte unbedingt ein gutes Ergebnis einfahren, aber heute war nicht unser Tag", bilanzierte Sagan.
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Ab in die Pfütze: Sagan stürzt schwer bei Paris-Roubaix
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Regen und Windkanten hatten das Rennen allerdings schon weit vor dem ersten Pave-Sektor nach 96,3 km bei Troisvilles unglaublich erschwert. Dennoch gelang einer Gruppe die Flucht, zu der auch Walscheid zählte. Der deutsche Hoffnungsträger Politt, bei der vorherigen Ausgabe im Frühjahr 2019 Zweiter, war schon vorher zurückgefallen und hatte früh keine Siegchance mehr.
"Ich hatte heute eigentlich gute Beine, aber die Verhältnisse waren extrem schwierig. Ich musste früh im Rennen insgesamt drei Mal das Rad wechseln, da war ich einfach zu weit zurück. Das ist sehr bitter, aber ich werde im nächsten Jahr wieder heiß am Start stehen, und vielleicht habe ich dann mehr Glück", sagte Politt.
Van der Poel hängt Van Aert ab
An der Spitze verkleinerte sich die Gruppe der Ausreißer. Dahinter machten die Top-Favoriten Tempo. Im gefürchteten Wald von Arenberg bei Kilometer 162, in dem das Pflaster für besonders heftige Einschläge sorgt, drückte van der Poel aufs Tempo und riss erstmals eine Lücke zu seinem nominell schärfsten Rivalen Wout Van Aert.
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Stürze in Serie: Der Wald von Arenberg fordert Tribut
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Der Niederländer van der Poel, Enkel der französischen Rad-Ikone Raymond Poulidor, zeigte sich auch in der Folge als einer der stärksten Fahrer im Feld. Nach einem Radwechsel schloss der 26-Jährige scheinbar mühelos die Lücke. Im Finale führte Cross-Weltmeister van der Poel die Jagd auf Moscon an, der als Solist den Sieg vor Augen hatte. 30 Kilometer vor dem Ziel kostete den Italiener erst ein Reifenschaden wertvolle Zeit, dann stürzte Moscon.
16 km vor dem Ziel, auf dem letzten schweren Pave Carrefour de l'Arbre, hatten die Verfolger aufgeschlossen. Die Entscheidung fiel im Sprint im Velodrom. Colbrelli wurde dabei seiner Favoritenrolle gerecht.
Paris-Roubaix war im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. In diesem Jahr wurde der Termin aus dem Frühjahr in den Herbst verlegt. Am Samstag hatte bei der überfälligen Premiere des Frauenrennens die Britin Elizabeth Deignan (Trek-Segafredo) nach 116,4 km als Solistin triumphiert. Bahn-Olympiasiegerin Lisa Brennauer (Team Ceratizit-WNT) verpasste das Podium als Vierte knapp.
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(mit SID)
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Auch das noch! Kamera-Motorrad stürzt bei Paris-Roubaix
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