Primoz Roglic im Exklusiv-Interview: "Lass uns mit dem Giro beginnen - und dann sehen wir, was die Zukunft bringt"

Mit der 51. Algarve-Rundfahrt ist Primoz Roglic in seine zweite Saison bei Red Bull-Bora-hansgrohe gestartet. "Es ist lange her, dass ich hier war", sagte der Gesamtsieger von 2017 am Rande des fünftägigen Etappenrennens in Portugal. Dort geht es für den Slowenen um einen ersten Formtest. Denn mit dem Giro d'Italia und der Tour de France hat sich Roglic für das neue Radsportjahr viel vorgenommen.

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Quelle: Eurosport

Nach achtjähriger Abstinenz ist Primoz Roglic zurückgekehrt, zum dritten Mal nach 2016 und 2017 nimmt der 35-Jährige an der Algarve-Rundfahrt teil.
Bis Sonntag kommt es für den Red-Bull-Kapitän auch zu einem ersten Kräftemessen mit Jonas Vingegaard. Denn mit dem zweimaligen Toursieger des Teams Visma-Lease a Bike ist ein zweiter Name der sogenannten "Big Four" dabei.
Die Rundfahrt durch den Süden Portugals (19. bis 23. Februar live bei Eurosport und discovery+), die zur UCI Pro Series zählt und somit eine Stufe unterhalb der UCI World Tour stattfindet, wird von zwei Bergankünften geprägt. Dem Alto den Foia am Ende der zweiten Etappe und dem Alto do Malhao, der auf dem abschließenden 19,6 km langen Einzelzeitfahren erklommen wird.
"Ich bin natürlich auch wegen des Einzelzeitfahrens gekommen", erklärte Roglic vor dem Start des ersten Teilstücks am Mittwoch. Doch für den Slowenen geht es auch darum, sich mit dem "Haufen neuer Leute" um ihn herum einzugrooven. Dazu zählt sein Landsmann Jan Tratnik, der zur neuen Saison vom Vingegaard-Rennstall zu Red Bull-Bora-hansgrohe gewechselt ist.
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Primoz Roglic (r.) startet bei der Algarve-Rundfahrt in die neue Saison.

Fotocredit: Getty Images

Wie er Tratnik einschätzt, darüber sprach Roglic bereits kurz vor Weihnachten im exklusiven Eurosport-Interview.
Während des Trainingslagers auf Mallorca nahm sich der Giro-Champion von 2023 und viermalige Vuelta-Sieger die Zeit, auf sein vergangenes Jahr und die gerade begonnene Saison zu blicken - und er schwärmte von einem ehemaligen Teamkollegen.
Was sind Ihre Ziele für dieses Jahr?
Primoz Roglic: Wir haben es laut und deutlich gesagt: der Giro und die Tour.
Noch keine Gedanken an einen fünften Vuelta-Sieg, alles dreht sich also um Giro und Tour?
Roglic: Sie wissen ja, wie es mir mit der Vuelta geht. Ich mache es nie wirklich laut und offiziell, aber jedes Jahr komme ich am Ende dort an (lacht).
Lass uns mit dem giro beginnen - und dann sehen wir, was die Zukunft bringt.
Der Giro ist ein besonderes Rennen für Sie. Slowenien liegt gleich nebenan, viele Ihrer Fans kommen. Hat das die Entscheidung beeinflusst?
Roglic: Der Giro und Slowenien liegen für uns nah beisammen. Dieses Jahr wird sogar eine Etappe in Slowenien enden. Es ist einfach toll, ein Teil davon zu sein.
Wie fühlen Sie sich nach der Pause, sind Sie frisch, fühlen Sie sich gut?
Roglic: Ich fühle mich stark. Nicht auf dem Rad, aber neben dem Rad (lacht).
Wie sieht es mit den Veränderungen im Team aus? Vergangenes Jahr war für Sie das erste im neuen Rennstall. Sie waren der neue Mann.
Roglic: Es fühlt sich wie ein neues Team an. Das ist es tatsächlich, weil es ein neuer Name ist (Red Bull als namensgebender Sponsor war erst während der Saison 2024 bei Bora-hansgrohe eingestiegen, d. Red.). Diesmal bin ich zwar geblieben, aber auf der anderen Seite sind all diese neuen Leute dazugekommen. Wir fangen an zu arbeiten. Die zukünftigen Rennen werden uns zeigen, wie schnell und wie gut wir sind und in welche Richtung wir gehen. Auf jeden Fall haben wir eine ganze Reihe von Dingen, die wir verbessern wollen. Ich kann mich definitv noch verbessern. Wir werden sehen, wie es läuft."
Die Saison 2025 ist ihre zehnte als World-Tour-Fahrer. Wie fühlt sich das an?
Roglic: Es ist meine zehnte Saison? Verrückt. Ich werde wirklich alt (lächelt), aber ich freue mich, immer noch dabei zu sein.
Wie lange werden sie noch dabei sein?
Roglic: Ich habe keine Ahnung. Solange man mit Leidenschaft dabei ist, kommt es nicht auf den Zeitpunkt oder das Alter an. Es geht nur darum, dass man bereit ist, alle diese Dinge zu tun. Willens, ein Teil davon zu sein.
Wie war das Jahr 2024 für Sie? Sie haben erneut bei der Vuelta gewonnen. Würden Sie es als erfolgreiche Saison einstufen?
Roglic: Auf jeden Fall. Ich bin für ein neues Team gefahren. Es gibt nicht so viele Mannschaften, die eine Grand Tour gewonnen haben. Auf der einen Seite ist es wirklich schön, die Rennen zu gewinnen - aber auf der anderen Seite ist es unangenehm, weil man im nächsten Jahr mehr will, wissen Sie (lächelt). Es ist eine Herausforderung. Wir mögen Herausforderungen und versuchen, es besser zu machen."
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Primoz Roglic (r.) hat den Giro und die Tour im Visier.

Fotocredit: Getty Images

Vor zehn Jahren, als Sie zur World Tour kamen, hat man sich in Slowenien sicher nicht vorstellen können, dass Ihr Land bei drei großen Rundfahrten triumphiert. Sie haben den Giro und die Tour gewonnen, Tadej Pogacar den Giro und die Tour. Es muss ein ganz besonderes Gefühl sein, nach Hause zu kommen und zu wissen, dass man der Erste ist, der das wirklich geschafft hat.
Roglic: Unglaublich. Wirklich unglaublich. Bei all den Erfolgen gewöhnt man sich nicht so schnell daran. Es ist super schwer, das zu realisieren. Für all das braucht man Zeit und dann zeigt einem die Geschichte, wie groß es wirklich war. Es ist eine Freude für mich, diese Dinge tun zu können.
Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Radprofi sein würde. Dann bin ich es erst ziemlich spät geworden. Ich habe einige Rennen gewonnen. Es ist unglaublich, dass ich diese Dinge tun kann, und es ist wirklich eine große Freude."
Ihr alter Mannschaftskollege Robert Gesink hat Sie kürzlich in sein Dream Team gewählt. Wen würden Sie nominieren?
Roglic: Ich würde ihn ebenfalls wählen. Ein wirklich netter Kerl. Ein Typ, von dem ich viel gelernt habe während meiner ersten World-Tour-Saison 2016. Ein toller Mensch.
Ich hätte vermutet, dass vielleicht Jan Tratnik dabei sein wird. Er fährt in dieser Saison mit Ihnen zusammen.
Roglic: Es ist immer schön, jemanden dabei zu haben, der Slowenisch spricht. Ich habe bereits gesagt, dass er nicht wegen mir im Team ist, sondern weil die Mannschaft ihn braucht. Er hat gezeigt, wie stark er ist. Ich hoffe für ihn, dass er sich wirklich gut schlägt und wir nächstes Jahr zusammen Spaß haben können.
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Primoz Roglic (l.) freut sich über seinen neuen Teamkollegen Jan Tratnik.

Fotocredit: Getty Images

Letzte Frage: Wie sieht ein erfolgreiches Jahr 2025 für Primoz Roglic aus?
Roglic: Das wäre ganz einfach. Wenn man gesund ist, ist das schon mal schön. Und der Rest ist, wie ich bereits sagte, eine Herausforderung: Zu versuchen, seine beste Version zu erreichen. Und dabei noch Spaß zu haben. Das wäre eine schöne Sache.
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Cycling - Volta ao Algarve - Stage 2 - Interview - Degenkolb in German

Quelle: Eurosport


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