Ralph Denk nimmt mit seinem Team Bora-hansgrohe neue Ziele ins Visier

Ralph Denk hat sich mit seinem Rad-Team aus kleinen Anfängen in die absolute Weltspitze gearbeitet: Im Eurosport-Interview blickt er zurück und auf neue Ziele für Bora-hansgrohe. Auf welche Momente er besonders stolz ist, welche Ziele er mit der Mannschaft noch erreichen möchte, erklärt er im Gespräch vor der Ausstrahlung der exklusiven Dokumentation "Band of Brothers" am Samstag bei Eurosport.

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Fotocredit: Eurosport

Was macht das Team Bora-hansgrohe für Sie so besonders?Ralph Denk: Dass wir von null angefangen haben. Ich habe das Projekt mit einem Junioren-Team gestartet und es Schritt für Schritt bis in die WorldTour geführt. Das ist wirklich besonders im Vergleich zu anderen Rennställen. Auf welche Erfolge sind Sie besonders stolz?Denk: Ein stolzer Moment war für mich, als der damals zweifache und amtierende Weltmeister Peter Sagan sich für meinen Rennstall entschied. Wir waren zu dem Zeitpunkt nur in der zweiten Liga, also machte mich das sehr stolz. Er glaubte an mein Projekt und vertraute mir. Daneben war sein dritter WM-Titel, 2017 in Bergen, einer der schönsten Momente für mich.Welche Ziele hat Bora-hansgrohe für die Zukunft?
Denk: Das Team hat große Ziele. Wir haben als Mannschaft in der WorldTour schon viele Siege gefeiert, wir haben mit Paris-Roubaix eines der größten Eintagesrennen gewonnen. In den großen Rundfahrten aber können wir uns noch verbessern. Für einige Tage hatten wir das Gelbe Trikot der Tour und das Rosa Trikot beim Giro schon, aber diese eines Tages nach Paris oder Mailand zu tragen, wäre noch ein Ziel.
Ist das Team denn wirklich eine "Band of Brothers"?
Denk: Ja, das ist nicht einfach nur ein Marketing-Slogan. Gerade in der aktuellen Corona-Krise zeigt sich, dass das aus der Mannschaft selbst kam: Alle zeigen jetzt großen Zusammenhalt, die Fahrer, die Angestellten, die Partner – das ist ein tolles Gefühl. Ich bin extrem optimistisch, dass wir sobald es wieder mit den Rennen losgeht, genau da erfolgreich anknüpfen, wo wir in unserem letzten Rennen bei Paris-Nizza aufgehört haben.
Sie haben angekündigt, notfalls in diesem Jahr auch bis Weihnachten Rennen fahren zu wollen: Was wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk für Sie?
Denk: Der Sieg bei einem der Monumente, das wäre perfekt – und ein Podium bei der Tour de France.Das Team ist auch für seine lautstarke Musik am Mannschaftsbus bekannt…
Denk: Da gibt es manchmal bei den vielen verschiedenen Fahrern auch kleine Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Musik wir vor den Fans spielen sollten. Aber jeder Fahrer darf zwei Songs auf die Playlist packen, so entsteht dann unsere Team-Playlist als bunter Mix.
Was macht Ihnen als Teamchef von Bora-hansgrohe den meisten Spaß?
Denk: Jeden Tag zu lernen. Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen zu bewältigen und genau das mag ich. Außerdem der direkte Kontakt – ob zu Fahrern, Mechanikern, Besuchern, Köchen – und das Arbeiten mit Menschen aus vielen verschiedenen Bereichen. Und am Ende ist es einerseits ein Profi-Radteam, aber gleichzeitig auch ein Kindergarten.Was können die Fans aus der lernen?
Denk: Dass ein Radsportteam zu haben viel mehr bedeutet, als nur die Startnummern anzupinnen und sich vom Bus auf den Weg zur Linie zu machen. Hinter einem Profi-Team steht eine große Infrastruktur mit vielen Leuten. Man muss ruhig, offen und ehrlich sein und durch seine Werte eine gute Atmosphäre schaffen: Wir sind mutig. Wir sind loyal. Wir übernehmen Verantwortung. Das sind starke Teamwerte. Und man muss immer als Beispiel vorangehen, um die ganze Gruppe zusammenzubringen. Es ist extrem wichtig, nicht einfach nur ein Angestellter zu sein, sondern dass sich auch Freundschaften bilden. So wird man eine "Band of Brothers".
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