Remco Evenepoel im Interview: Neuzugang von Red Bull - Bora – Hansgrohe spricht über Giro d'Italia und Tadej Pogacar
Update 03/02/2026 um 11:55 GMT+1 Uhr
Remco Evenepoel hat mit seinem neuen Team Red Bull-Bora-hansgrohe einen Einstand nach Maß gefeiert. Drei Rennen bestritt der Belgier auf Mallorca, dreimal war er siegreich. Einmal im Teamzeitfahren, zweimal als Solist. Im Interview bei Bistrot Velo bei Eurosport Frankreich sprach er über die Kritik an den Kameramotorrädern und das ganz große Ziel: den Dominator Tadej Pogacar zu schlagen.
Evenepoel unschlagbar: Dritter Streich auf Mallorca
Quelle: Eurosport
"Motorräder gibt es überall, nicht nur auf Mallorca", sagte Evenepoel, nachdem ihm bei seinem dritten SIeg im Rahmen der Mallorca-Challenge vorgeworfen wurde, vom Windschatten eines Begleitmotorrads profitiert zu haben. "Auch bei der Tour de France kommt das vor. Mir ist es bei der Lombardei-Rundfahrt passiert, als ein Motorrad vor mir angehalten hat. Die Kameras werden größer, aber die Motorräder kommen immer näher an uns heran. Es scheint, als hätten die neuen Kameras einen weniger starken Zoom als früher."
Auch zur Situation im Finale der Trofeo Pollenca-Andratx äußerte sich der Belgier: "Im Finale ist es schade, aber ich hatte vor, in diesem Abschnitt mit Rückenwind anzugreifen, um Mathys Rondel abzuhängen, der sehr stark war. Vor mir war ein Motorrad, hinter mir ein weiteres, dann Mathys und noch ein Motorrad hinter ihm. Es war ein Viererkampf. Da muss sich etwas ändern."
Abgesehen von diesem kleineren Vorfall war der Start in Mallorca für Evenepoel perfekt. Dabei hatte er auch Glück mit dem Wetter: "Wenn es geregnet hätte, wäre ich die Rennen wohl nicht gefahren, um keine Risiken einzugehen", sagte er. Das Hauptziel für den 26-Jährigen ist es in dieser Saison, eine Vorbereitung frei von Rückschlägen zu absolvieren, was ihm in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist.
Sein neues Team wählte für sein Rennprogramm einen eher vorsichtigen Ansatz mit nicht allzu vielen Renntagen, dabei wäre auch der Giro d'Italia für Evenepoel durchaus attraktiv gewesen.
Evenepoel: "Team will mich kennenlernen"
"Wir haben viel mit dem Team diskutiert. Meiner Meinung nach wäre der Giro eine wirklich gute Vorbereitung für die Tour de France gewesen, vor allem mit einem für mich sehr günstigen Zeitfahren", argumentierte der zweifache Olympiasieger von 2024. "Aber das Team möchte mich kennenlernen, meine Zahlen analysieren und sehen, wie ich mich im Laufe des Jahres entwickle. Hoffen wir, dass ich nicht stürze und nicht krank werde, damit ich eine normale Saison fahren und sehen kann, wie ich nach einem Höhentraining, nach zehn Wettkampftagen usw. reagiere."
Auch sein Rivale Tadej Pogacar vom UAE Team Emirates wird die Grand Tour in Italien auslassen. Bei der Tour de France 2026 werden die beiden dann natürlich wieder am Start sein.
Evenepoels großes Karriereziel bleibt der Sieg in Frankreich - doch Pogacar dürfte dabei erneut als Favorit ins Rennen gehen.
Gegen den Slowenen war in der Vergangenheit wenig auszurichten, das große Highlight für den Belgier war der Sieg im WM-Zeitfahren, als er seinen Rivalen sogar überholen konnte. DIe Quittung folgte prompt: Pogacar dominierte das Straßenrennen und schlug Evenepoel auh bei der EM in Frankreich und bei der Lombardei-Rundfahrt,
"Ich habe bei diesen Rennen viel gelernt", sagte Evenepoel über diese Niederlagen. "Ich war wirklich auf einem hohen Niveau und konnte mich mit ihm an der Steigung messen, wo er mich dann abgehängt hat. Ich musste mich 20 bis 30 Sekunden lang von einer ersten Anstrengung erholen."
Der 26-Jährige erklärte weiter: "Das sind die Dinge, an denen wir arbeiten und die wir verbessern wollen. Wir trainieren sehr intensiv. Wir schauen uns sein Niveau von 2025 an, wo er meiner Meinung nach unantastbar war. Wir wollen mein maximales Niveau erreichen. Ich hoffe, dass ich eines Tages neben ihm sein kann, vielleicht sogar vor ihm."
Erstes direktes Duell bei Lüttich - Bastogne Lüttich
Einen Vorgeschmack auf das Saisonhighlight könnte unter anderem das Eintagesrennen Lüttich – Bastogne – Lüttich bieten, wo sich die beiden ebenfalls duellieren werden.
Evenepoel erzählte beispielhaft vom Anstieg der Côte de la Redoute, um einen weiteren Ansatz dafür zu liefern, wo er sich im Vergleich zu Pogacar verbessern will: "Das sind fünf Minuten mit sehr großer Anstrengung. Ich habe den Eindruck, dass Tadej in diesen fünf bis zehn Minuten den Unterschied macht. Darauf arbeiten wir hin, fünf bis zehn Minuten lang eine bestimmte Leistung zu bringen. Im Moment läuft im Training alles rund."
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Evenepoel setzt Siegesserie fort: Hattrick auf Mallorca
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/01/30/image-77d7b4ec-b1fa-4a79-a9e9-ad63157fb8c1-85-2560-1440.jpeg)
Evenepoel mit Traumstart: Sieg bei Trofeo Serra Tramuntana
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung