Pogacar über den Dingen - aber bei Vingegaard, van der Poel und Evenepoel lebt die Hoffnung: Die Lehren aus dem Critérium du Dauphiné

Tadej Pogacar dominiert die Tour-Generalprobe beim Critérium du Dauphiné 2025. Während Remco Evenepoel noch seine Form sucht, gibt sich Jonas Vingegaard trotz der klaren Niederlage kämpferisch. Mathieu van der Poel kommt mit gebrochenem Handgelenk und grimmigem Willen zurück. Mit Blick auf die Tour de France war die Rundfahrt mehr als ein Testlauf - sie war ein Statement.

Highlights: Lipowitz hält Evenepoel auf Schlussetappe in Schach

Quelle: Eurosport

Das Critérium du Dauphiné 2025 war mehr als nur ein Testlauf vor der Tour de France (ab 5. Juli live bei Eurosport) - die sogenannte "Tour-Generalprobe" war diesmal ein Härtetest für Körper, Geist und Ego.
Während Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) souverän zu seinem ersten Gesamtsieg bei der Dauphiné stürmte, standen Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) als Zweiter und Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) klar im Schatten des Slowenen. Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) schaffte dafür ein emotionales Comeback - mit gebrochenem Knochen, aber ungebrochener Moral.
Ganz klar: Vorne war Pogacar das Maß aller Dinge. Der Sieg im zweiten Anlauf nach 2020 mache den Slowenen stolz und glücklich. "Es war wirklich eine tolle Woche und auch heute wieder einmal ein großartiger Job des Teams. Jetzt gehen wir ins Höhentrainingslager und dann für drei Tage nach Hause", sagte er.
Danach stehe eventuell noch etwas Zeitfahrtraining an - seiner einzigen "Schwachstelle" bei der Dauphiné. Mit drei Etappensiegen, dem Gelben Trikot, dem Grünen Trikot und einer beinahe beängstigenden Leichtigkeit am Berg (Platz zwei in der Bergwertung) ließ der 26-Jährige seine Konkurrenz sonst aber fast schon demoralisiert zurück.

Vingegaard gibt sich selbst Hausaufgaben auf

"Es scheint, als sei das harte Tempo der Helfer für sie nur ein Trainingstempo zu sein", staunte Evenepoel, der nach seiner langen Verletzungspause zu Beginn des Jahres noch nicht tourreif wirkte, mit Blick auf Pogacar und Vingegaard. "Manchmal nimmt es einem schon etwas die Moral", gab der Belgier zu.
Vingegaard versuchte indes alles, Pogacar an den letzten drei Tagen doch noch in die Knie zu zwingen, doch in den Bergen war Pogacar stets eine kleine Klasse besser. Der Däne kämpfte, attackierte, konterte - aber es reichte nicht (59 Sekunden Rückstand).
"Ich muss ein bisschen an allem arbeiten - besonders an der Beschleunigung in den langen Anstiegen", gab sich der 28-Jährige selbst bis zur Tour noch Hausaufgaben auf. Und dennoch: Nach fast dreimonatiger Rennpause seit Paris - Nizza und dem zweiten Gesamtrang lebt die Hoffnung. "Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst und unseren Prozess", sagte Vingegaard zu "ITV Sports": "Und das tun wir auch weiterhin."

Van der Poel happy nach Comeback

Pogacar habe "natürlich sehr, sehr stark" ausgesehen, gab der Däne zu: "Da ist es schwer, eine Schwäche zu sehen. Aber selbst wenn ich etwas gesehen hätte bei ihm, würde ich es hier jetzt nicht sagen."
Das größte emotionale Momentum gehört aber vielleicht Mathieu van der Poel. Nur zwei Wochen nach einem Kahnbeinbruch bei einem Mountainbike-Weltcup in Nove Mesto lieferte der Niederländer eine mutige Dauphiné ab, verpasste das Grüne Trikot punktgleich mit Pogacar (2.) nur hauchdünn.
"Ich bin eigentlich wirklich happy mit der Woche. Natürlich wäre es schön gewesen, eine Etappe und das Grüne Trikot zu gewinnen. Aber ich denke, insgesamt kann ich wirklich zufrieden sein, wie ich mich diese Woche gefühlt habe", sagte van der Poel.

Platz drei für Lipowitz "schon etwas Besonderes"

Unterm Strich war es "genau die harte Woche, die ich brauchte", meinte der 30-Jährige, der voller Selbstvertrauen Richtung Tour schaut: "Es wird hektisch - aber hoffentlich gewinnen wir gleich in Woche eins eine Etappe." Bei der Tour will van der Poel wieder Sprintstar Jasper Philipsen unterstützen, aber auch endlich seine zweite Tour-Etappe gewinnen.
Für den Deutschen Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) war Platz drei neben dem Gewinn des Weißen Trikots dagegen eine kleine Sensation. "Neben Tadej und Jonas auf dem Podium zu stehen, ist schon etwas Besonderes", freute sich der 24-Jährige: "Ich wusste, dass ich mit einer guten Form ins Rennen gehe - aber, dass es am Ende für das Podium reicht, hätte ich so nicht erwartet."
Achtbar schlugen sich auch Tobias Johannessen (5./Uno-X Mobility), Enric Mas (7./Movistar Team) und Paul Seixas (8./Decathlon-AG2R-La Mondiale), der nach einem Sturz im Schlussanstieg und "scheiß Beinen" fast trotzig erklärte: "Ich habe noch nie so viel gelitten - aber es war mein Traum, das hier zu schaffen."
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Aus Respekt: Pogacar und Vingegaard lassen Martinez den Vortritt

Quelle: Eurosport


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