Tour de France Femmes 2026: Mann an BH-Kontrollen vor Zeitfahren beteiligt - Fahrerinnen um Lotte Kopecky üben Kritik
Von Jan Zesewitz
Update 05/08/2026 um 15:04 GMT+2 Uhr
Im Vorfeld des Einzelzeitfahrens der Tour de France Femmes nach Dijon wurde über mögliche aerodynamische Vorteile von ausgepolsterten BHs diskutiert. Die UCI reagierte und führte Sonderkontrollen am Start in Gevrey-Chambertin ein. Auffälligkeiten wurden dabei keine festgestellt - aber die Art und Weise der Überprüfung schlug hohe Wellen, vor allem, weil ein männliches Jurymitglied beteiligt war.
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Quelle: Eurosport
Das niederländische Portal "Wielerflits" hatte die aerodynamischen Vorteile vor einigen Tagen mit einer wissenschaftlichen Einschätzung publiziert. Eine künstliche Vergrößerung könnte Vorteile bieten - und ist laut Radsportweltverband verboten.
In der Folge kündigte die UCI Kontrollen an. Tatsächlich, das berichteten "RSN" und "Tuttobiciweb", waren zwei Zelte im Startbereich aufgebaut. Im ersten, geöffneten Bereich, an dem auch die Zeitfahrmaschinen kontrolliert werden, stand eine Kommissärin des französischen Verbandes, schaute sich die Zeitfahranzüge genau an - und fragte gegebenenfalls nach.
Mit dabei war ein männlicher Kommissar - entgegen der Ankündigung der UCI. Fahrerinnen, die mit Eisweste ankamen, wurden aufgefordert, diese zu öffnen, teilweise wohl auch die Trikots. Bei Verdachtsfällen wurden die Sportlerinnen in ein zweites, geschlossenes Zelt gebeten, wo unter weiblicher Aufsicht eine genauere Untersuchung stattfinden sollten.
Dazu kam es laut "RSN" und "Tuttobiciweb" allerdings nicht. "Als Frau fände ich das ziemlich einschüchternd. Vor allem, weil die Umgebung ungeschützt ist", sagte "Sporza"-Kommentatorin Ine Beyen während der Übertragung.
Kopecky: "Wenn eine Frau einen Push-up-BH tragen will, sollte das erlaubt sein"
Auch die Fahrerinnen selbst übten Kritik an den Kontrollen: "Ich denke, es ist größtenteils nur ein Hype", sagte etwa Lotte Kopecky. "Die Sache wurde übertrieben dargestellt. Es ist ein Thema, das schon lange diskutiert wird, sogar unter Männern. Wenn eine Frau bei einem Zeitfahren einen Push-up-BH tragen möchte, sollte das meiner Meinung nach erlaubt sein. Ich habe nicht den Eindruck, dass er übermäßig genutzt wird."
Shari Bossuyt nannte die Kontrollen "absurd". Gegenüber "RSN" äußerte sich Franziska Koch neutraler. Die deutsche Zeitfahrmeisterin wurde allerdings nicht überprüft. "Ich habe gehört, dass da jemand steht, der ein bisschen guckt, was wir alles im BH sozusagen drin haben", sagte sie. "Bei den Männern sieht man deutlich, wenn sie etwas reinstecken (ins Trikot), bei uns vielleicht nicht. Aber es sind natürlich dieselben Regeln für alle und deswegen finde ich es okay, wenn man da kontrolliert."
Dass diese "künstliche" Bevorteilung tatsächlich passiert, bestätigte Koch allerdings auch: "Das ist ein Ding", sagte sie.
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Tour de France Femmes - Strecke 5. Etappe: Erster großer Klettertest
Quelle: Eurosport
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