Tour de France Femmes - Marlen Reusser übt Kritik an Demi Vollering nach Königsetappe: "Hat einfach weiter attackiert"
Von Tom Haferkorn
Update 07/08/2026 um 20:45 GMT+2 Uhr
Marlen Reusser (Movistar) hat auf der Königsetappe der Tour de France Femmes das Gelbe Trikot an Kasia Niewiadoma-Phinney (Canyon) verloren. Die Schweizerin konnte einer Attacke der Polin am Mont Ventoux ebenso wenig folgen wie Demi Vollering (FDJ United-SuezSuez). Beide Favoritinnen verloren entscheidend an Boden – und nach der Etappe äußerte Reusser leichte Kritik am Verhalten ihrer Rivalin.
Attacken am Mont Ventoux: Niewiadoma distanziert Vollering und Reusser
Quelle: Eurosport
"Wir haben beide nicht reagiert, weil wir uns angeschaut haben", erklärte die Movistar-Fahrerin. Tatsächlich ist auf den TV-Bildern zu sehen, wie sich Reusser nach dem Antritt von Niewiadoma-Phinney zu Vollering umdreht. Doch anstatt die Lücke gemeinsam zu schließen, zögerten beide.
"Demi hat immer wieder richtig hart attackiert, und ich habe ihr immer wieder gesagt: 'Mach das nicht, lass uns einfach weiterfahren'", sagte Reusser in der Mixed Zone. Sie habe vorgeschlagen, gemeinsam die Verfolgung aufzunehmen.
"Aber sie hat einfach weiter attackiert. Dann sind wir beide aber Vollgas gefahren", kritisierte Reusser. Die Schweizerin belegte auf der Königsetappe Rang vier, während Vollering als Zweite ins Ziel kam und auch in der Gesamtwertung an Reusser vorbeizog.
"Sie hat sich am Ende etwas aufgehoben. Ich hatte aber schon länger das Gefühl, dass sie sich etwas zurückhält", mutmaßte Reusser. Ihr Fazit fiel entsprechend deutlich aus: "Ich denke wirklich, dass das alles dumm war."
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Niewiadoma brilliert am Ventoux und erobert Gelb
Quelle: Eurosport
Vollering wollte Reusser abschütteln
Lars Boom, FDJ- Sportdirektor, sprach nach der Etappe nicht von einem "Poker-Spiel": Ich glaube, beide waren am Ende ihrer Kräfte. Demi hatte lange zu kämpfen, obwohl sie auf dem letzten Kilometer eine gute Aufholjagd startete. Sie hätte sich vielleicht bessere Beine gewünscht. Aber es hatte keinen Sinn, früher anzugreifen, da der Anstieg nicht steil genug war und der Wind es schwierig machte."
Auch Vollering schützte sich vor der leisen Kritik ihrer Kontrahentin: "Ich habe meinen Angriff gestartet, und Kasia hat ihn sehr clever sofort abgewehrt. Danach hätte ich die Lücke sofort schließen müssen, aber ich hatte gehofft, bei Marlen davonzuspringen und dann wieder zu Kasia aufzuschließen", sagte die Niederländerin.
Doch hätte die 29-Jährige es früher als kurz vorm Ziel nochmal mit einer Attacke probieren sollen? "Auf dem letzten Stück gab es sehr starken Gegenwind, daher dachte ich, dass wir dort besser zu zweit sein sollten. Aber Kasia hatte heute sehr gute Beine und fuhr immer weiter davon", erklärte sie.
Reusser lobt Niewiadoma-Phinney
Trotz ihrer Kritik an Volelring wollte Reusser den Triumph der neuen Gesamtführenden nicht schmälern. "Ich denke vor allem, dass Kasia einen superguten Job gemacht hat", sagte die Einzelzeitfahr-Weltmeisterin.
Für Niewiadoma-Phinney war der Erfolg am Mont Ventoux der erste Etappensieg überhaupt bei der Tour de France Femmes. Zwei Etappen vor Schluss führt die Gesamtsiegerin von 2024 nun das Klassement an. Vollering liegt 15 Sekunden zurück, Reusser folgt mit 39 Sekunden Rückstand auf Rang drei.
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Highlights: Niewiadoma lässt am Mont Ventoux alle stehen
Quelle: Eurosport
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