Tour de France 2018: André Greipel auf der 8. Etappe deklassiert

André Greipel hat sich auf der 8. Etappe der Tour de France erst mit Rang zwei begnügen müssen, dann wurde er wegen harter Fahrweise sogar deklassiert. Seinen Zweikampf mit Fernando Gaviria bewertete die Rennjury als nicht mehr akzeptabel, sie setzte die beiden Sprinter ans Ende der ersten Gruppe. Hinter dem erneut siegreichen Niederlämder Dylan Groenewegen rückte Peter Sagan auf Rang zwei vor.

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"Wenn du einen Sprint fährst, hältst du deine Linie. Ich habe keine Augen im Hinterkopf und lasse mich von niemandem aus dem Weg schubsen. Es ist hart zu akzeptieren", erklärte Greipel.
Auf Platz drei kam so John Degenkolb nach vorne, Nikias Arndt wurde Siebter im bereinigten Ergebnis.
Das Gelbe Trikot verteidigte Greg Van Avermaet aus Belgien für eine weitere Etappe.
Marcel Kittel musste sich im wohl letzten Sprint bei der Tour bis zum Ende der Alpen-Etappen mit Platz 15 begnügen.
Für Gaviria bedeutet die Deklassierung auf Rang 93 einen ganz herben Rückschlag im Kampf um das Grüne Trikot.
Der Kolumbianer war im Ziel stinksauer auf Greipel - dieser habe ihn eingezwängt, so der zweifache Etappensieger.
Nach einem Massensturz wenige Kilometer vor dem Ziel verlor Mitfavorit Daniel Martin zusammen mit etlichen weiteren Fahrern 1:16 Minute.
Auch Tony Martin war von dem Sturz betroffen, er verlor vor der Etappe über das Kopfsteinpflaster über elf Minuten und wurde Letzter der 8. Etappe. Ob er morgen starten kann, ist noch offen:

Kittel in der Kritik - auch bei Katusha

Kittel, im Vorjahr fünffacher Etappensieger, war erneut ein Schatten seiner selbst und im Finale weit zurück. Hinter Greipel, dem erneut starken John Degenkolb (Trek-Segafredo) auf Platz fünf und Nikias Arndt (Sunweb) kam er nur als viertbester Deutscher ins Ziel. Kittel donnerte sein Rad gegen den Teambus und verschwand mit lautem Fluchen im Inneren.
Der Tag hatte für Kittel unerfreulich begonnen. In der französischen Tageszeitung L'Equipe stand zu lesen, was Katushas Sportdirektor Dimitri Konischew von seinem Topstar hält. Bemerkenswert nonchalant bezeichnete der Russe Kittel als "Egoisten", die Kritik fiel durchaus massiv aus.
"Wir bezahlen ihm eine Menge, aber er ist nur an sich selbst interessiert", sagte der 52 Jahre alte frühere Sprinter: "Vor dem Mannschaftszeitfahren in Cholet hat er während der Teambesprechung mit seinem Handy herumgespielt. Das hat mir zu verstehen gegeben, dass ich ihn nicht interessiere."
Wie die Parteien auf dieser Basis zumindest die laufende Tour gemeinsam überstehen wollen, ist eine der großen Fragen in den kommenden Tagen. Teamchef Jose Azevedo versuchte, die Wogen zu glätten: "Marcel Kittel bleibt der beste Sprinter der Welt", sagte der Portugiese nach der Etappe: "Die Aussagen aus dem Interview kann ich nicht kommentieren."

Etappe nach Roubaix sorgt für Spannung

Das Gelbe Trikot verteidigte der Belgier Greg Van Avermaet (BMC) zum fünften Mal in Folge erfolgreich, er holte sich am Bonussprint noch eine zuästzliche Sekunde Zeitgutschrift. Das Grüne Trikot des besten Sprinters bleibt bei Sagan. Van Avermaet, Sieger von Paris-Roubaix 2017, und Sagan, Gewinner 2018, gehören am Sonntag bei der Kopfsteinpflaster-Etappe nach Roubaix zu den heißen Sieganwärtern. "Und nach dem Ruhetag am Montag wird es dann eine ganz andere Tour", sagte Sagan.
Auch wenn Degenkolb am Sonntag auf der spektakulären Kopfsteinpflaster-Etappe zumindest zum erweiterten Favoritenkreis zählt: Die nächste größere realistische Chance auf einen deutschen Tagessieg gibt es erst nach der Schinderei in den Alpen auf der 13. Etappe am kommenden Freitag. Selbst wenn dort der ersehnte Befreiungsschlag gelänge - eine derart lange Durststrecke vom Tour-Start an hatten die deutschen Profis seit der Tour 2010 nicht mehr, als sie letztmals gänzlich ohne Etappenerfolg blieben.
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