Insgesamt verringerte Sagan aber seinen Rückstand im Kampf um das Grüne Trikot auf nun 43 Punkte zu Bennett.

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15/09/2020 AM 15:29

Attacke belohnt: So feiert Kragh Andersen den Solo-Sieg

In der Gesamtwertung verteidigte der Slowene Primoz Roglic das Gelbe Trikot vor der nächsten Bergwertung am Sonntag erneut.

Kämna sauer: "Saumäßig schade"

"Ich habe keine Worte. Ich habe davon geträumt. Aber man weiß nicht, dass man gut genug dafür ist, bis man es geschafft hat", sagte der 26 Jahre alte Kragh Andersen in der historischen Tour-Stadt, die 1903 erster Zielort einer Etappe überhaupt gewesen war: "Ich hatte den ganzen Tag super Beine. Ich habe es einfach probiert."

Kragh Andersen hatte sich in der wilden Schlussphase der 14. Etappe entscheidend gelöst und lag im Ziel nach 194 km in der Rhone-Stadt 15 Sekunden vor dem Slowenen Luka Mezgec (Mitchelton-Scott). Bester Deutscher war der unermüdliche Kämna (Bora-hansgrohe), der kurz vor Schluss erneut attackiert hatte und letztlich 54. wurde.

Kämna kämpft um Etappensieg - Bernal attackiert Roglic

Ex-Weltmeister Sagan (Slowakei) verpasste als Vierter zwar erneut den so ersehnten Etappensieg für das deutsche Bora-Team, das immensen Aufwand betrieb, meldete sich aber im Kampf um sein achtes Grünes Trikot zurück - sein großer Widersacher Sam Bennett ging am Samstag fast leer aus.

Dennoch war Kämna mit der Ausbeute für Sagan, der immer noch 43 Punkte Rückstand hat, alles andere als zufrieden. "Es ist ärgerlich, dass Kragh Andersen da noch wegfährt und gewinnt", schimpfte der 24-Jährige: "Es ist saumäßig schade, dass es so geendet hat. Am Ende ist alles explodiert. Es ist schon echt scheiße gelaufen, wenn man ehrlich ist."

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Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Slowene Roglic (Jumbo-Visma) erfolgreich, der sich in der Schlussphase mit zwei knackigen Bergwertungen auf den letzten zehn Kilometern ganz weit vorne gezeigt hatte. Roglic und Co. schonten sich ansonsten weitgehend - am Sonntag sind die Gelb-Favoriten schließlich reichlich gefordert:

Die bislang schwerste Bergankunft führt dann über 17,4km und 1250 Meter Höhenunterschied auf den Grand Colombier.

Bergankunft am kahlen Gipfel: So schwer ist der Schlussanstieg

Einen Tag nach dem großen Auftritt von Kämna und Max Schachmann, die sich bei der schweren Bergetappe am Puy Mary im Zentralmassiv nur dem ausgebufften Kolumbianer Daniel Martinez hatten geschlagen geben musste, war das Bora-Team erneut sehr aktiv. Diesmal rackerte die Raublinger Mannschaft an der Spitze des Pelotons, um Sprinter Sagan im Kampf um das Grüne Trikot wieder in Position zu bringen.

"Natürlich wollten wir heute mehr als 23 Punkte zurückholen. Wir sind ein starkes Rennen gefahren, aber am Ende hat uns zumindest ein Mann gefehlt", so Kämna. "Ich habe am Ende noch eine Lücke zugefahren, und als ich gesehen habe, dass ich etwas vorne bin, habe ich es versucht. Das war nicht geplant, aber es war ein geiles Gefühl, da zwischen den vielen Zusehern vorne zu sein."

"Wir wollten das Rennen hart für die anderen Sprinter machen. Das Ziel war, mehr Punkte zu holen, aber so ist das bei der Tour, jedes Finale ist hart umkämpft. Am Ende war ich alleine, was völlig klar ist, nachdem die Jungs den ganzen Tag gearbeitet hatten", erklärte Sagan: "Mehr als der vierte Rang war dann leider nicht drin. Ich muss mich bei meinen Teamkollegen bedanken, die haben heute wieder eine unglaubliche Leistung gezeigt."

Bora-Plan geht auf - bis aufs Finale

Sein Rivale Bennett, der die Punktewertung anführt, hatte am Freitag das Ziel auf der allerletzten Rille erreicht und sich völlig verausgabt. Boras Plan, zugunsten des bergfesteren Sagan den Iren abzuhängen und damit punktlos im Finale zu lassen, ging auf. Trotz der Hilfe seiner Quick-Step-Kollegen musste Bennett am schwersten Anstieg des Tages, dem Col du Beal, nach einem Drittel der Etappe abreißen lassen - und schaffte nicht mehr den Anschluss. Bennett musste sich mit zehn Punkten aus dem Zwischensprint zufrieden geben, schon da hatte Sagan fünf Zähler mehr gesammelt.

"Wir haben eine Möglichkeit gesehen, auf dem Anstieg vor dem Sprint etwas zu versuchen. Peter und Max waren oben alleine und haben dann durchgezogen, das war sehr gut. Dann gab es noch den langen Berg und auch dort haben wir versucht die Sprinter abzuhängen. Auch das hat geklappt, aber leider hatte Lukas dann einen Defekt und ist zurückgefallen, ihn hätten wir im Finale noch gebraucht. Die Jungs haben wieder eine wahnsinnige Leistung gezeigt und haben bis zum Ende durchgezogen. Leider ist dann ein Fahrer weggesprungen und Peter war auch ein wenig eingeklemmt, darum war es zum Schluss nur Rang vier. Aber alle haben einen tollen Job gemacht, es war ein sehr gutes Rennen von uns", fasste Enrico Poitschke, Boras Sportlicher Leiter, den Tag zusammen.

(mit SID)

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