"Die Motivation war schnell wieder da und darum bin ich letzte Woche ins Trainingslager, um zu sehen, wo ich stehe. Das Knie hat noch etwas länger gezwickt, aber jetzt ist alles okay", sagte Buchmann, der vor knapp zweieinhalb Wochen in Italien auf der 15. Etappe gestürzt war und daraufhin aufgeben musste. Er fühle sich so weit fit, "aber ob ich bei der Tour in Topform sein kann, wird man erst sehen."
Buchmann hatte im Januar seinen Verzicht auf die Tour erklärt und diesen mit der für ihn schwierigen Streckenführung begründet. Beim Grand Boucle 2019 hatte er als Vierter das Podium nur knapp verpasst, im vergangenen Jahr fuhr er nach einem Sturz weit hinter seinen Möglichkeiten.
Für die diesjährige Tour schraubt Buchmann die Erwartungen herunter. "Ich konnte mich nicht viele Monate gezielt vorbereiten, wie auf den Giro, der mein Höhepunkt gewesen wäre. Darum habe ich auch nicht die Gesamtwertung im Visier", betonte er: "Ich möchte die Tour ohne Druck von Tag zu Tag nehmen, meine Chancen nutzen und offensiv fahren, wenn es möglich ist. Das heißt nicht, dass ich die Gesamtwertung von vornherein abschreibe, aber wir haben mit Wilco (Kelderman, d. Red) einen Leader, der sich optimal vorbereiten konnte."
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Der Druck wird Comebacker Buchmann auch von Teamchef Ralph Denk genommen. "Emu wird seine Freiheiten bekommen, aber man muss auch realistisch sein: die Strecke der Tour ist nicht ideal für ihn, und er ist aus dem Giro verletzt ausgeschieden", betonte Denk. Die Gesamtwertung spiele daher aus seiner Sicht "eine untergeordnete Rolle. Aber natürlich wird er sich auch nicht absichtlich abhängen lassen. Wir schauen einfach mal, wie es läuft, und im Idealfall kann er in den Bergen seine Stärke zeigen", so Denk.

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Wird die Tour für Buchmann der ersehnte Trostpreis?

Beim Giro hatte sich Buchmann Prellungen im Gesicht und an der Hüfte sowie eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. Kurz nach dem Start der 15. Etappe in Grado an der Nordküste der Adria war der Ravensburger auf einer Brücke in einen Sturz verwickelt worden. Zu diesem Zeitpunkt lag Buchmann auf Platz sechs der Gesamtwertung.
"Der Sturz beim Giro war sehr bitter. Ich war wirklich in guter Form und bin überzeugt, dass ich dort hätte ganz vorne mitfahren können. Diesen Rückschlag musste ich erst einmal verarbeiten und auch die Sturzverletzungen auskurieren", sagte Buchmann.
Die Italien-Rundfahrt war Buchmanns erster großer Auftritt seit der Tour 2020, die statt auf dem Podium in Paris wegen eines Sturzes in der Vorbereitung wie der Giro in Schmerzen und Enttäuschungen endete - die diesjährige Tour könnte der ersehnte Trostpreis werden.
(SID)
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