"Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch, also sage ich: Es war halbvoll", so der Mecklenburger, der jedoch zugibt: "Mehr leider aber auch nicht."
Die Zeiten, als Tony Martin reihenweise Zeitfahren gewann und sich Marcel Kittel und André Greipel auf Flachetappen mit Siegen in Massensprints abwechselten, sie sind längst vorbei. Mehr als einen deutschen Sieg gab es zuletzt 2017 als Kittel fünf Mal jubelte. Seitdem siegte 2018 in Roubaix John Degenkolb, 2019 gar kein Deutscher und 2020 in Villard de Lans Lennard Kämna sowie jetzt eben 2021 Politt in Nimes.
Und wenn Peter Sagan an jenem Vormittag in der Provence vor dem Start der 12. Etappe nicht ausgestiegen wäre, wer weiß, ob Politt dann überhaupt freie Fahrt bekommen hätte, um diesen Erfolg zu feiern.
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"Bora hat Glück gehabt mit den beiden Etappensiegen: Das waren tolle Einzelleistungen von Politt und (Patrick) Konrad. Aber man kann nicht sagen, dass die Mannschaft das Rennen mitbestimmt hätte", sagt Eurosport-Experte Voigt angesichts der zwei Ausreißersiege des Deutschen und des Österreichers für den bayrischen Rennstall. "Genauso wie bei Trek: Toller Sieg von Bauke Mollema, aber eben auch eine Einzelleistung. Man kann nicht sagen, dass die Mannschaft ihn da perfekt in die Position gebracht hätte."

Politt nutzt die Gunst der Stunde - die Highlights der 12. Etappe

Voigt über Buchmann: "Er ist kein Tour-Podium-Material"

Trotzdem müsse man als deutscher Radsport-Fan glücklich sein - vor allem, wenn man betrachtet, mit welchen Ambitionen die Rundfahrt angegangen worden war. "Mit der Voraussetzung, dass nur sehr wenige Deutsche mit Freiheiten hingefahren sind", betont Voigt, dass die Chancen auf eine deutsche Etappenjagd ohnehin so gering war, wie selten.
"Simon Geschke, toller Fahrer, aber er war eben komplett im Dienst seiner Mannschaft. André Greipel hat erst sehr spät überhaupt erfahren, dass er mitfährt. Emu Buchmann war ein unglaublich loyaler Helfer für Wilco Kelderman. Tony Martin und Jasha Sütterlin sind rausgestürzt", zählt Voigt auf. Hinzu kamen starke Leistungen der Tour-Debütanten Jonas Rutsch und Georg Zimmermann.
"Emu hätte, wenn er die Freiheit gehabt hätte, dieses Jahr auch ein, zwei Bergetappen gewinnen können", so der 49-Jährige und warnt dann aber auch vor zu großen Erwartungen an den Ravensburger fürs kommende Jahr: "Er ist ein toller Rennfahrer, aber wir sollten aufhören, von ihm mehr zu erwarten, als er kann. Er ist kein Tour-Podium-Material. Er kann die Dauphiné ganz vorne fahren. Aber die Tour de France? Drei Wochen? Ich denke nein. Wir sollten aufhören, ihm diesen Druck aufzuerlegen."
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