Tour de France 2021: Sturzchaos kostet viele Mitfavoriten Zeit - auch Buchmann verliert

Schon der erste Tag bei der Tour de France 2021 hat mit all seinem durch zwei große Massenstürze entstandenen Chaos dem Klassement Konturen verpasst und dafür gesorgt, dass einige Teamkapitäne und Hoffnungsträger für den Kampf um die Top 10 in Paris ganze Minuten verloren. Unter den Pechvögeln des Tages waren auch Emanuel Buchmann und Miguel Ángel López sowie der Vorjahresdritte Richie Porte.

Emanuel Buchmann

Fotocredit: Getty Images

Auch wenn Bora-hansgrohes Emanuel Buchmann nicht selbst gestürzt ist, sondern lediglich durch den letzten Massensturz sieben Kilometer vor dem Ziel aufgehalten wurde und dadurch den Kontakt nach vorne verlor, büßte er genau wie das kolumbianische Kletter-Ass Miguel Ángel López von Movistar und der Franzose Guillaume Martin (Cofidis) sowie Jumbo-Vismas Co-Kapitän Steven Kruijswijk zusätzlich zu der Zehn-Sekunden-Bonifikation für den Tagessieg weitere 1:49 Minuten auf Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick - Step) ein.
Richie Porte (Ineos Grenadiers) kassierte 2:16 Minuten Rückstand und der Giro-d'Italia-Dritte Simon Yates (BikeExchange) 3:17 Minuten, wobei der Brite in Frankreich ohnehin nur auf Etappenjagd gehen wollte.
Alle Ambitionen in der Gesamtwertung begraben muss schon jetzt das Team Israel Start-Up Nation, dessen Kapitän Michael Woods gemeinsam mit Bora-hansgrohes Österreicher Patrick Konrad erst 8:49 Minuten nach Alaphilippe ins Ziel kam.
Teamkollege Chris Froome erwischte es beim Sturz schwer, so dass der vierfache Tour-Sieger, der ohne eigene Ambitionen nach Frankreich gekommen war, 14:37 Minuten verlor. Am glimpflichsten kam noch Daniel Martin davon, der 5:43 Minuten nach Alaphilippe ins Ziel kam. Der 36-jährige Brite wurde nach Angaben seines Teams Israel Start-up Nation zu näheren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.
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Highlights: Chaos-Auftakt kostet einen Deutschen die Tour

Quelle: Eurosport

Kelderman kommt mit Roglic und Pogacar ins Ziel

Während Buchmann knapp zwei und der in den zweiten Massensturz verwickelte Konrad - Hautabschürfungen und Prellungen, aber keine schlimmeren Verletzungen, wie das Team bestätigte - über acht Minuten verloren, kam der bei Bora-hansgrohe für die Gesamtwertung vorgesehene Niederländer Wilco Kelderman acht Sekunden nach dem Tagessieger mit den Top-Favoriten Primoz Roglic (Jumbo-Visma) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) ins Ziel.
Alle Gedankenspiele, ob sich an der Rollenverteilung beim deutschen WorldTeam nach einigen Etappen etwas ändern könnte, sind damit erst einmal vom Tisch.
Vor dem Tour-Start hatte Buchmann, der als Edelhelfer für Kelderman agieren soll, vom Team aber auch Freiheiten eingeräumt bekam, erklärt, er wolle in der ersten Tour-Woche nicht freiwillig Zeit verlieren, um das Klassement nicht von vorneherein komplett abzuhaken.

Soler gibt am Abend auf, Hirschi will am Sonntag entscheiden

Während es für die meisten der genannten Mitfavoriten nur um Zeitverluste und kleinere Verletzungen ging, gehörte Movistars Marc Soler zu den Fahrern, für die die Tour nach nur einem Tag schon endet. Der Spanier fuhr zwar noch ins Ziel, zog sich aber Frakturen an beiden Ellenbögen sowie dem linken Handgelenk zu und entschied deshalb am Abend, das Rennen aufzugeben.
Der Franzose Cyril Lemoine erlitt vier gebrochene Rippen und einen mittelschweren Pneumothorax, teilte sein Team B&B Hotels p/b KTM am Samstagabend mit. Auch Jasha Sütterlin (Freiburg/DSM), der laut Teamangaben von Brüchen verschont blieb, und der litauische Meister Ignatas Konovalovas (Groupama-FDJ-Team) mussten das Rennen aufgeben.
Der ebenfalls in den zweiten Massensturz verwickelte Marc Hirschi (UAE Team Emirates) aus der Schweiz kugelte sich beim Sturz, als er nur knapp an einem Strommast vorbeiflog, die Schulter aus. Ob er die Tour auf der 2. Etappe fortsetzen wird, will das Team am Sonntagmorgen entscheiden.
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"Manche schalten ihr Hirn aus": Kritik an Fans nach vermeidbarem Sturz

Quelle: Eurosport

Die Platzierungen der Klassementfahrer im Überblick:
1. Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step)
3. Primoz Roglic (Jumbo - Visma) +0:14
4. Jack Haig (Bahrain Victorious) + 0:18
5. Wilco Kelderman (Bora - hansgrohe) s.t.
6. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) s.t.
7. David Gaudu (Groupama - FDJ) s.t.
9. Bauke Mollema (Trek - Segafredo) s.t.
10. Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) s.t.
11. Esteban Chaves (BikeExchange) s.t.
15. Enric Mas (Movistar) s.t.
16. Rigoberto Uran (EF Education - Nippo) s.t.
17. Nairo Quintana (Arkéa Samsic) s.t.
18. Vincenzo Nibali (Trek - Segafredo) s.t.
22. Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) +0:23
25. Pierre Latour (TotalEnergies) s.t.
41. Miguel Angel Lopez (Movistar) +1:59
42. Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe) s.t.
44. Steven Kruijswijk (Jumbo - Visma) s.t.
46. Guillaume Martin (Cofidis) s.t.
47. Pierre Rolland (B&B Hotels) s.t.
65. Richie Porte (Ineos Grenadiers) +2:26
75. Simon Yates (BikeExchange) +3:27
93. Alejandro Valverde (Movistar) +5:43
121. Dan Martin (Israel Start-Up Nation) s.t.
123. Tao Geoghegan Hart (Ineos Grenadiers) s.t.
138. Brandon McNulty (UAE Team Emirates) +6:57
151. Patrick Konrad (Bora - hansgrohe) +8:49
154. Michael Woods (Israel Start-Up Nation) s.t.
171. Chris Froome (Israel Start-Up Nation) + 14:47
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Unglaubliche Szene: Zuschauerin löst mit Schild Massensturz aus

Quelle: Eurosport

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