"Es ist ein Szenario von dem ich geträumt habe und das ich unbedingt erreichen wollte. Es ist ein tolles Gefühl und meine Mannschaft hat einen tollen Job gemacht. Sie haben den ganzen Tag für mich gearbeitet und das Geschehen kontrolliert", freute sich Alaphilippe, der in der Bretagne zum ersten Weltmeister seit 40 Jahren wurde, der eine Auftaktetappe der Frankreich-Rundfahrt gewann. Sein Vorgänger 1981: Der bretonische Radsportheld und fünffache Tour-Sieger Bernard Hinault.
"Am Ende war ich in den Sturz involviert, kam aber noch zurück. Im Finale wollte ich dann die Sprinter abschütteln und es hat geklappt", so Alaphilippe weiter.
Zweiter wurde mit acht Sekunden Rückstand auf den Weltmeister der Australier Michael Matthews (BikeExchange) vor Mitfavorit Primoz Roglic (Jumbo - Visma) aus Slowenien. Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) wurde hinter dem Australier Jack Haig (Bahrain Victorious) und dem Niederländer Wilco Kelderman (Bora - hansgrohe) zeitgleich Sechster.
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Durch den zweiten Massensturz rund sieben Kilometer vor dem Ziel erreichte das Hauptfeld arg dezimiert die Schlusssteigung und zahlreiche Fahrer büßten bereits empfindlich Zeit ein. Darunter auch Emanuel Buchmann (Bora - hansgrohe / + 1:49) und Miguel Angel Lopez (Movistar/ + 1:49) sowie der Vorjahresdritte Richie Porte (Ineos Grenadiers / + 2:16) und das Israel Start-Up Nation-Duo Daniel Martin und Chris Froome, die beide sogar mehr als fünf Minuten verloren.

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Alaphilippe übernahm auch die Führung in der Punktewertung um das Grüne Trikot. Tour-Debütant Ide Schelling (Bora - hansgrohe) holte sich aus der Gruppe des Tages heraus das erste Bergtrikot. Pogacar trägt auf der 2. Etappe das Weiße Trikot des besten Jungprofis, Jumbo - Visma steht auf dem ersten Rang der Teamwertung.
Zu Etappenbeginn hatte es direkt nach dem scharfen Start erste Attacken gegeben. Victor Campenaerts (Qhubeka - NextHash) sicherte sich den ersten Bergpreis, wurde dann aber wieder eingeholt, bevor nach knapp 15 Kilometern die sechsköpfige Ausreißergruppe des Tages stand. Mit dabei: Tour-Debütant Ide Schelling von Bora - hansgrohe.

Unglaubliche Szene: Zuschauerin löst mit Schild Massensturz aus

Schelling fährt ins Bergtrikot

Der Niederländer setzte sich rund 80 Kilometer vor dem Ziel dann von seinen Begleitern ab, die anschließend langsamer wurden und bald ins Hauptfeld zurückfielen. Schelling aber behauptete sich noch über 50 Kilometer an der Spitze und sammelte so zwei weitere Bergwertungen ein, um die Führung im Kampf um das Gepunktete Trikot zu übernehmen.
Rund 46 Kilometer vor dem Ziel kam es hinter ihm dann zum ersten von zwei großen Massenstürzen im Feld, weil eine Zuschauerin zu nah an der Straße stand und Tony Martin (Jumbo - Visma) ihr nicht mehr ausweichen kon. Jasha Sütterlin (Team DSM) musste das Rennen nach dem Sturz verletzt aufgeben, alle anderen konnten aber weiterfahren.

Alaphilippe ergriffen: "Szenario, von dem ich geträumt habe"

27 Kilometer vor dem Ziel holte das Feld, das zwischenzeitlich das Tempo gedrosselt hatte, um die Gestürzten wieder aufschließen zu lassen, Schelling ein und die Vorbereitungen für das Finale liefen. Dann aber kam es sieben Kilometer vor Schluss zum zweiten Massensturz mitten im Feld in einer Abfahrt.

Froome, Soler und Hirschi schwer angeschlagen

Bei hoher Geschwindigkeit flogen zahlreiche Fahrer im hohen Bogen durch die Luft und Ignatas Konovalovas (Groupama - FDJ) sowie Cyril Lemoine (B&B Hotels) konnten das Rennen nicht mehr fortsetzen. Schlimm schien es auch Chris Froome (Israel Start-Up Nation) erwischt zu haben, der nach einigen Minuten aber wieder aufs Rad stieg und zumindest ins Ziel fuhr. Der 36-jährige Brite wurde nach Angaben seines Teams zu näheren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.
Am Abend bestätigte dann das Movistar-Team, dass Marc Soler mit Frakturen an beiden Ellenbögen und dem linken Handgelenk aufgeben müsse. Er war genauso noch ins Ziel gefahren, wie Marc Hirschi (UAE Team Emirates). Der Schweizer hatte sich die Schulter ausgekugelt und will am Sonntagmorgen über seinen Verbleib im Rennen entscheiden.
Im drei Kilometer langen Schlussanstieg an der Cote de la Fosse aux Loups in Landerneau attackierte Alaphilippe dann 2,2 Kilometer vor dem Ziel an der mit 14 Steigungsprozenten steilsten Stelle und fuhr schnell einen Vorsprung heraus, den er dann bis ins Ziel behauptete.
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