Für Cavendish war es der inzwischen 32. Etappensieg bei Frankreich-Rundfahrten, so dass dem Mann von der Isle of Man nur noch zwei Erfolge zum Rekord von Eddy Merckx fehlen. Darüber aber wollte Cavendish im Siegerinterview weiterhin nicht reden.
"Nein, sag den Name nicht", lachte er, als ASO-Reporter Seb Piquet zur Frage der Fragen ansetzte.
"Ich habe gerade eine Tour-Etappe gewonnen und solange ich Etappen gewinnen kann, will ich natürlich auch weiter gewinnen. Und wenn es dann irgendwann 50 sind, sind es eben 50", erklärte der Tagessieger dann, dass ihn die Rekordzahl 34 nicht interessiere.
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So lief die Tour: Ergebnisse und Gesamtwertungen
26/06/2021 AM 15:57
Cavendish hatte sich im Finale von Chateauroux zunächst ans Ende des Deceuninck-Sprintzuges gesetzt, der sich auf dem Schlusskilometer mit jenem von Alpecin - Fenix duellierte.

"Sag den Name nicht!" - Cavendish will nicht über Merckx-Rekord sprechen

Als die Konkurrenz dann aber doch etwas stärker wirkte, sprang er ans Hinterrad von Philipsen und dem erneut anfahrenden Tim Merlier - Sieger der 3. Etappe in Pontivy - um von dort aus seinen eigenen Sprint zu eröffnen und zum Sieg durchzustarten.
"Als Morkov ausscherte, wollte ich noch nicht lossprinten und habe mich deshalb einem anderen Sprintzug angeschlossen", sagte Cavendish nach seinem dritten Sieg im dritten Anlauf in Chateauroux.
"Es ist schön, hier wieder gewonnen zu haben. Wow! Jedes Mal waren die Ankünfte unterschiedlich, 2008 etwa ging es etwas bergauf. Ich kann es kaum glauben, zehn Jahre ist es her, dass ich hier zuletzt gewonnen habe. Schon etwas Besonderes."

Cavendish bezwingt den Alpecin-Zug - das Finale der 6. Etappe

Durch seinen erneuten Sprintsieg baute Cavendish in Chateauroux auch seine Führung der Punktewertung weiter aus. Dort liegt er mit 148 Punkten nun 46 Zähler vor Philipsen und 49 vor Bouhanni.
Die Führung in der Bergwertung behielt Ide Schelling (Bora – hansgrohe), die in der Nachwuchswertung hält weiterhin Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates). An der Spitze der Gesamtwertung tat sich ebenfalls nichts: Van der Poel hat weiterhin acht Sekunden Vorsprung auf Pogacar und 30 auf Wout van Aert (Jumbo – Visma).

Der Rennverlauf:

Gleich zu Rennbeginn inittierte Greg Van Avermaet (Ag2r – Citroen) die ersten Attacken und es bildete sich bald eine bärenstarke, achtköpfige Spitzengruppe, zu der auch die beiden Deutschen Nils Politt (Bora – hansgrohe) und Georg Zimmermann (Intermarché – Wanty – Gobert) gehörten.
Doch weil fast alle Teams der Top-Sprinter einen Mann vorne hatten, fürchtete das Team Groupama – FDJ von Arnaud Demare, dass sie den ganzen Tag im Hauptfeld allein das Tempo machen müssten, um einen Massensprint herbeizuführen. Deshalb gaben die Franzosen lieber sofort Vollgas und holten die Gruppe zurück, um anschließend die Arbeitslast an die anderen Sprinter-Teams wieder abgeben zu können.
Einzig Van Avermaet blieb allein vorne und bekam dann Begleitung von Roger Kluge (Lotto Soudal). Das Duo ließ das Peloton dann ziehen, wenn auch nur auf etwas mehr als zwei Minuten Vorsprung. Von Avermaet gewann nach etwas mehr als 70 Kilometern den einzigen Bergpreis des Tages und rollte auch nach 104 Kilometern vor Kluge über den Zwischensprint des Tages.

Van Avermaet und Kluge an der kurzen Leine

Zu diesem Zeitpunkt lag das Hauptfeld nur noch eine knappe Minute zurück und Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) holte aus dem Feld heraus die meisten Punkte fürs Grüne Trikot am Zwischensprint.
Trotz des da schon arg reduzierten Vorsprungs hielten sich Van Avermaet und Kluge anschließend aber noch lange an der Spitze - auch weil das Feld den Abstand sehr genau kontrollierte und das Duo sprichwörtlich an der kurzen Leine führte.
Zehn Kilometer vor dem Ziel waren noch immer 40 Sekunden an Vorsprung übrig, doch als dann die Sprintvorbereitungen kurz vor dem Zielort Chateauroux begannen, ging es mit dem Abstand rapide bergab und es kam gerade rechtzeitig für den Sprint, 2,5 Kilometer vor dem Ende zum Zusammenschluss.
Auf dem Schlusskilometer formierten sich nebeneinander die beiden Sprintzüge von Alpecin – Fenix und Deceuninck – Quick-Step. Tim Merlier zog für Philipsen den Sprint an und Cavendish setzte sich schließlich, als die beiden Sprintzüge in der Straßenmitte zusammenfanden ans Hinterrad von Philipsen, um von dort dann den Sprint zu eröffnen und zum Sieg zu spurten.
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