Tour de France 2021: Veranstalter ASO will Sturz-Verursacherin verklagen
VonFelix Mattis
Publiziert 27/06/2021 um 10:03 GMT+2 Uhr
Tour de France-Veranstalter ASO will die Frau verklagen, die den ersten von zwei Massenstürzen auf der 1. Etappe der 108. Tour de France verursacht hat. Darüber berichtet "Ouest-France" nach einem Gespräch mit Tour-Chef Christian Prudhomme. Ob und wie die Zuschauerin belangt werden kann, ist fraglich, da sie nach Angaben der Zeitung schnell weggelaufen sei.
Auf der 1. Tour-Etappe gab es einen heftigen Massensturz
Fotocredit: Eurosport
"Wir zeigen die Frau an, damit die Minderheit der Leute, die solche Dinge tun, die Show nicht für alle anderen kaputtmachen", erklärte auch Prudhommes Stellvertreter als Tour-Renndirektor Pierre-Yves Thouault der "AFP".
Die junge Frau hatte ein Schild mit der Aufschrift "Allez Omi-Opi" in die Straße gehalten , gegen das Tony Martin (Jumbo - Visma) mit hohem Tempo geprallt war. Ebenso wie der Deutsche Zeitfahrmeister gingen nach der Kollision Dutzende weitere Fahrer zu Boden.
Als hätte Martin eine solche Situation vorausgeahnt, hatte er vor dem Tour-Start gegenüber der "ARD" auf die Frage nach den neuen Sicherheitsregeln (wie etwa das Verbot des sogenannten 'Super-Tuck', jener aerodynamischen Abfahrtsposition, bei der sich Fahrer auf das Oberrohr setzen) des Radsportweltverbandes UCI geklagt: "Um ehrlich zu sein, ist das viel Aktionismus."
"Ich denke nicht, dass sich viel getan hat. Es ist viel Augenwischerei dabei. Ich kenne niemanden, der gestürzt ist, weil er in einer Abfahrt auf dem Oberrohr saß oder in einer aerodynamischen Position auf dem Rad. Im Endeffekt können jetzt wieder ein paar Strafen mehr kassiert werden", sagte der 36-Jährige.
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Unglaubliche Szene: Zuschauerin löst mit Schild Massensturz aus
Quelle: Eurosport
Martin bezeichnete stattdessen andere Probleme als drängender: "Schlecht abgesicherte Strecken mit unnötigen Hindernissen gibt es noch immer. Den großen Sprung haben wir nicht gemacht. Manchmal macht mich das rat- und sprachlos. Wir sind in den vergangenen Jahren sehr glücklich davongekommen und müssen nun wohl weiter mit der Hoffnung fahren, dass nichts passiert."
Angaben der örtlichen Polizei zufolge werde nach Zeugen gesucht, welche Angaben zur Täterin machen können. Aufgrund der Aufschrift auf dem Schild wird vermutet, dass sie aus dem deutschsprachigen Raum stammt. Fernsehbilder zeigten, dass die Frau nach dem Massencrash, bei dem sie offenbar nicht verletzt wurde, noch einige Zeit lang die ersten Hilfe- und Aufräum-Maßnahmen an der Unfallstelle beobachtet hatte.
Das könnte Dich auch interessieren: Zuschauerin löst Massensturz mit Schild aus - Martin am Boden
(mit SID)
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Bei Massensturz: Frau rettet Kind vor heranfliegenden Fahrern
Quelle: Eurosport
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