Tour-Vorschau, 10. Etappe: 6 Jahre danach in Valence - Macht's Greipel wie 'Cav'?

Sechs Jahre ist es her, dass André Greipel in Valence jubelte. Macht er es heute so, wie Cavendish vor einer Woche in Fougères, der dort ebenfalls sechs Jahre nach seinem letzten Sieg an selber Stelle jubelte? Ein Massensprint scheint auf der 10. Etappe der Tour de France wahrscheinlich, doch der Mistral könnte den Sprintern den Tag verderben. Die Frage ist: Wie windig wird's an der Isere?

André Greipel gewann 2015 in Valence

Fotocredit: Getty Images

Mit dem ersten Teil dieser Etappe hat Streckenchef Thierry Gouvenou ein echtes Kunststück hinbekommen: Der Startort Albertville ist auf allen Seiten von Bergen umgeben, aber die Route führt flach hinaus aus dem Schauplatz des Olympia-Winters 1992, mit nur einer Bergwertung der 4. Kategorie in der Chartreuse nach 58 Kilometern.
Bis dahin führt die Strecke an der Autobahn entlang, flach nach Chambéry, wo die 7,4 Kilometer lange Steigung zum Col de Couz beginnt, die bei 2,8 Prozent Durchschnittssteigung aber wirklich nicht schwer ist. In der Chartreuse bleibt es danach für 20 Kilometer wellig, bis bei Kilometer 82 der Zwischensprint in La Placette erreicht ist und eine Abfahrt hinunter ins Tal der Isere führt.
Bis zum Ziel in Valence sind danach nur noch zwei kleine Wellen nach Kilometer 155 bei Rochefort-Samson zu bewältigen. Dann geht's 20 Kilometer bergab, die letzten zehn Kilometer sind wieder komplett flach.
Die Zielankunft liegt auf einer breiten Straße - und auch wenn 250 Meter vor der Linie nochmal in einer langen Rechtskurve ein Kreisverkehr gekratzt wird, sollte das kein großes Problem darstellen.
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Stage 10 profile: Albertville - Valence

Quelle: Eurosport

Die Favoriten

Ein Col der Kategorie vier, sonst nix – "Wir müssen auch an die Sprinter denken“, sagte Streckenchef Gouvenou zur 10. Etappe bei der Präsentation. Das dürfte heute wohl klappen, zumal das Feld ausgeruht ist. Allerdings gibt es da einen Faktor, der nicht zu unterschätzen ist: Wind und Wetter.
Vor allem auf der zweiten Streckenhälfte im Tal der Isere weht gerne der Mistral vom Mittelmeer hinauf, was für Windkantensituationen sorgen könnte. Für den Mittag sind auch hohe Windgeschwindigkeiten angesagt, am Nachmittag soll es aber eher regnerisch werden.
Die Favoriten auf den Tagessieg bleiben daher die Sprinter um den Mann in Grün: Mark Cavendish (Deceuninck - Quick-Step). Spannend wird, wie sich André Greipel (Israel Start-Up Nation) sechs Jahre nach seinem Tagessieg an selber Stelle in Valence diesmal schlägt. Man bedenke: Cavendishs Comeback-Sieg vor genau einer Woche in Fougères gelang ebenfalls sechs Jahre nach dessen letztem Erfolg an selber Stelle.

Die Tour in Albertville und Valence

Erst 1998 wurde Albertville zum ersten Mal Etappenort: Im Ziel schlug Jan Ullrich Gelb-Träger Marco Pantani, der das Maillot Jaune jedoch bis Paris behielt. Seit 2012 war Albertville dann viermal Startort, zuletzt vor zwei Jahren, als dort am Tag nach dem Unwetter-Abbruch von Tignes die letzte Bergetappe nach Val Thorens begann.
Valence ist Geburtsstadt des dreifachen Tour-Tagessiegers Charly Mottet und zum vierten Mal Ziel einer Etappe. Die Premiere war 1996. 2015 und zuletzt 2018 hatten mit André Greipel und Peter Sagan jeweils die Sprinter die Nase vorn. Die Ankunft ist auf den letzten drei Kilometern identisch mit der von 2015, als Greipel gewann.
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