Nach dem Fleche Wallonne gönnte sich Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) mit Blick auf die Tour de France eine achtwöchige Rennpause. Erst zur Slowenien-Rundfahrt (2.Pro) kehrte der Titelverteidiger wieder in den Rennsattel zurück. Dass er seine Heimat-Rundfahrt gewinnen würde, stand von Anfang an kaum außer Zweifel.
Letztlich betrug Pogacars Vorsprung nach fünf Etappen nur zwölf Sekunden, doch knapp war es nur auf dem Papier. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Rafal Majka dominierte er die schweren Teilstücke mit geradezu spielerischer Leichtigkeit.
Nur die Sprintetappe am zweiten Tag gewann mit Dylan Groenewegen (BikeExchange – Jayco) ein anderer Fahrer, die anderen vier Abschnitte teilten sich die beiden UAE-Kletterer gerecht untereinander auf.
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Auch am Sonntag ließ das Duo der Konkurrenz keine Chance, auch wenn sich Bahrain Victorious tapfer wehrte. ”Am letzten Anstieg fühlte ich mich gut. Bahrain Victorious hatte die Schlagzahl erhöht, sie griffen an, so wie sie das meistens tun. Ich habe gekontert und probierte so schnell wie möglich den Gipfel zu erreichen“, so Pogacar, der es in der Abfahrt ruhig angehen ließ.

Arm in Arm ins Ziel: Pogacar und Majka dominieren bei Bergankunft

Auch Majka in Slowenien über jeden Zweifel erhaben

”Letztendlich waren wir zu dritt vorn, Rafa, Mohoric und ich. Im Sprint habe ich alles gegeben, um die Mannschaft für ihr tolle Arbeit, die sie diese Woche verrichtet hat, mit einem Sieg zu belohnen”, sagte Pogacar, nachdem er Matej Mohoric (Bahrain Victorious) im Dreiersprint auf den zweiten Rang verwiesen hatte.
Die Slowenien-Rundfahrt war wie schon im vergangenen Jahr die Generalprobe zur Tour de France. Und wie schon 2021 ließ der 23-Jährige zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seiner Überlegenheit aufkommen.
Fast noch wichtiger ist aber die Feststellung, dass sich auch Routinier Majka in guter Form verkehrt. Der 32-jährige Pole ist im Gegensatz zu seinem Kapitän nicht immer stabil in seinen Leistungen, in Slowenien aber war er über jeden Zweifel erhaben.

Fragezeichen hinter Bennett, Soler und McNulty

Das gilt aber nicht für alle Tour-Kandidaten von UAE. Brandon McNulty war beim Critérium du Dauphiné als Elfter solide unterwegs. Die herausragende Form aus dem Frühjahr konnte der US-Amerikaner aber nicht abrufen. Marc Hirschi sah bei der Tour de Suisse sehr gut aus, bis der Schweizer durch Corona gestoppt wurde. Nun bleibt abzuwarten, in welcher Verfassung Hirschi nach der Covid-Infektion zurückkehrt. Zudem ist der Berner eher ein Mann für die Hügel und weniger für die hohen Berge.
In der Fraktion der Kletterer aber drückt der Schuh bei Pogacars Team ein wenig. Denn außer Majka und McNulty drängte sich zuletzt kein Fahrer für dieses Terrain auf. George Bennett enttäuschte beim Critérium du Dauphiné. Der Neuseeländer belegte nur Rang 20 und konnte nur am Schlusstag aus einer Ausreißergruppe heraus in die Nähe der Top 10 kommen. Neuzugang Marc Soler musste wie Hirschi die Tour de Suisse vorzeitig verlassen, davor hatte der Spanier im Gegensatz zum Eidgenossen aber nicht überzeugen können.
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