Tour de France 2022 - Wiggins kritisiert Kopfsteinpflaster: "Man sieht, welches Gemetzel entsteht"

Eurosport-Experte Bradley Wiggins hat sich nach den zahlreichen Stürzen auf der 5. Etappe der Tour de France kritisch über die Kopfsteinpflaster-Teilstücke der Frankreich-Rundfahrt geäußert. "Man sieht, welches Gemetzel und welcher Schaden entstehen kann, die sich das ganze Jahr auf dieses Rennen vorbereiten", sagte der Tour-Sieger von 2012. Vor allem das Schicksal von Primoz Roglic betrübte ihn.

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Quelle: Eurosport

"Ich stelle die Frage: Ist es wirklich nötig, eine Etappe wie diese in der ersten Woche zu haben?", sagte Wiggins. "Ich meine: Ja, wir könnten diskutieren, dass Tadej (Pogacar, Anm. d. Red.) durchgekommen ist und die besten Allrounder durchkommen, aber da spielt schon viel Glück eine Rolle, oder?"
Der Brite sei etwas gespaltener Meinung, gab Wiggins allerdings auch zu, weil das Spektakel großartig sei: "Ich denke es gibt dem Rennen etwas mehr Würze."
An sich bräuchte die Rundfahrt das nicht, "aber das eine oder andere Mal mag ich es wirklich. Ich denke es sorgt für viel Stress, aber es ist absolut spektakulär, eine wunderbare Werbung für den Sport."
Trotzdem verstehe er, dass einige Fahrer nicht auf dem Kopfsteinpflaster fahren wollten. Und bei all der Faszination für das Spektakel sei es eben doch tragisch, dass aufgrund von Pech nun kein Duell zwischen Tadej Pogacar und Primoz Roglic um den Tour-Sieg stattfinden werde.
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Quelle: Eurosport

Heuballen und schlechte Streckensicherung das wahre Problem

"Wir wurden um eine Pogacar-Roglic-Schlacht dort beraubt, wofür die Tour am berühmtesten ist: in den Bergen und an der Planche des Belles Filles. Wegen eines verschobenen Heuballens", so Wiggins weiter.
Letztlich nämlich war es nicht das Kopfsteinpflaster, das Roglic zum Verhängnis wurde - er stürzte am Ausgang eines Kreisverkehrs, als ein Heuballen auf die Straße geschleudert worden war. Der Slowene kugelte sich dort die Schulter aus und verlor bis ins Etappenziel mehr als zwei Minuten auf seinen großen Rivalen Pogacar.
Und auch an anderer Stelle wurde mangelhafte Streckensicherung einmal mehr zum Problem: Auf einem der Kopfsteinpflastersektoren kollidierte Daniel Oss (TotalEnergies) mit gleich mehreren Zuschauern und stürzte schwer. Der über ihn drüber fallende Michael Gogl (Alpecin-Deceuninck) brach sich das Becken und das Schlüsselbein.
Auch Oss konnte am Donnerstag auf der 6. Etappe nicht mehr antreten.
Zu nah aufgerückte Zuschauer auf den engen Feldwegen und längst nicht mehr zeitgemäße Absperrungen wie Heuballen am Ausgang eines engen Kreisverkehrs und insgesamt eine sehr mit Engstellen auf den Straßen Nordfrankreichs und Fahrbahnschwellern übersäter Parcours machten die 5. Etappe zwischen Lille und Arenberg zum Chaos-Rennen mit teilweise schweren Folgen.
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