Ineos-Star Luke Rowe staunt bei Eurosport über Taktik von Jumbo-Visma: "Sollen sich ruhig kaputt fahren"
VonBen Snowball
Publiziert 14/07/2023 um 10:04 GMT+2 Uhr
Jumbo-Visma kontrolliert das Geschehen bei der Tour de France 2023. Aber die Herangehensweise der Mannschaft sorgt teils für Verwirrung unter Beobachtern - so auch bei Luke Rowe vom Team Ineos Grenadiers. "Die sollen sich ruhig kaputt fahren", sagt Rowe exklusiv bei Eurosport. Der britische Radprofi geht davon aus, diese "ultra-aggressive" Taktik Team UAE Emirates in die Karten spielen wird.
Jonas Vingegaard und Wout Van Aert mit Team Jumbo-Visma
Fotocredit: Getty Images
Das Team Jumbo-Visma verteidigt Tag für Tag bis aufs Messer das Maillot Jaune von Jonas Vingegaard. Während das Team Sky, heute Ineos Grenadiers, früher bei den Bergankünften die Konkurrenz unerbittlich in Grund und Boden fuhr, wählt die niederländische Equipe in Schwarz-Gelb heutzutage einen anderen Ansatz: die totale Attacke.
Diese Vorgehensweise hat bei der diesjährigen Tour schon häufiger für Skepsis gesorgt. EF Education-Easy-Post-Chef Jonathan Vaughters sagte beispielsweise nach der sechsten Etappe, dass ihr Plan, das Rennen zu "killen" nach hinten losging.
Auch auf der 9. Etappe machte Jumbo-Visma unerbittlich Tempo - nur um dann unabsichtlich Vingegaards größten Konkurrenten um das Gelbe Trikot, Tadej Pogacar, dazu zu bringen, Zeit gut zu machen.
Unbeeindruckt davon schickten sie zum Start der chaotischen 12. Etappe zunächst Wout van Aert und dann Tiesj Benoot in Ausreißergruppen - und überließen Vingegaard die ungewohnte Rolle, an der Spitze des Pelotons die Lücken zu schließen.
Luke Rowe über die "extravagante" Taktik von Jumbo-Visma
Grund genug für Rowe, nach der Etappe am Donnerstag bei Eurosport von einer "extravaganten" Taktik zu sprechen. Diese sorge zwar für Spektakel und Unterhaltung, sei aber nicht der klügste Weg, um das Gelbe Trikot zu verteidigen. Auf die Frage, ob er überrascht sei, wie das niederländische Team bisher gefahren sei, sagte Rowe: "Ja, sehr überrascht sogar."
"Damals, als wir das Gelbe Trikot kontrollierten, hatten wir eine etwas andere Einstellung dazu. Damals ging es nur darum, das Gelbe Trikot nach Hause zu bringen", führte er fort. "Jetzt sind sie etwas extravaganter geworden, was im Fernsehen gut anzuschauen ist, aus Sicht der Zuschauer, aber wenn es nur darum geht, die Tour de France zu gewinnen, würde ich keinen meiner Teamkollegen in der Ausreißergruppe mitfahren lassen."
"Ich denke, dass man es sich einfach machen kann, wenn man gegen sie antritt", so Rowe weiter. "Wenn man ein Rivale von Jumbo ist, lässt man sie einfach machen und jeder andere Fahrer ist an so einem Tag dann irrelevant. Man kann sich einfach zurücklehnen."
So sei Tiesj Benoot ein Fahrer, der in den nächsten drei Tagen bei den schweren Bergetappen gebraucht wird und der habe bereits mehr Pulver verschossen, als Pogacars Edelhelfer Rafal Majka oder Matteo Trentin. "Wenn man ein Rivale von Jumbo ist, dann sagt man sich: Okay, Jungs, lasst sie los, lasst sie sich kaputt fahren und vor den nächsten Tagen verausgaben."
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Quelle: ASO
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