Tour de France - Tadej Pogacar findet zu sich selbst zurück: Befreiung und Kampfansage auf der 20. Etappe

Tadej Pogacar hat zurückgeschlagen. Am Ende einer schwachen Woche triumphierte der Slowene auf der 20. Etappe von Belfort nach Le Markstein und feierte ein versöhnliches Ende der Frankreich-Rundfahrt. "Heute fühle ich mich endlich wieder wie ich selbst", sagte der Kapitän von UAE-Emirates im Interview nach dem Rennen – und blickte humorvoll auf eine für ihn ernüchternde Tour 2023 zurück.

Pogacar: "Habe mich endlich wieder wie ich selbst gefühlt"

Quelle: Eurosport

Die Erleichterung war Tadej Pogacar anzusehen. Mit geballten Fäusten brüllte er seine Freude über den zweiten Etappensieg bei der Tour de France 2023 heraus. Im Zielsprint nach 133 Kilometern ließ der Slowene die Muskeln spielen und zeigte dem designierten Tour-Sieger Jonas Vingegaard in Le Markstein Fellering doch noch einmal die Zähne – und zwar buchstäblich.
Auch im Interview nach dem Triumph auf der 20. Etappe strahlte der befreite 24-Jährige. "Es war gut, dass ich mich vom Start bis ins Ziel gut gefühlt habe. Gerade nach einigen Tagen, auf denen ich gelitten habe", freute sich Pogacar, der in der zurückliegenden Woche nicht mehr mit Titelverteidiger Vingegaard Schritt halten konnte und binnen zwei Tagen (im Zeitfahren und auf der Königsetappe) mehr als sieben Minuten auf den Dänen verloren hatte.
Umso wichtiger war für den zweimaligen Tour-Sieger nun am Samstag die Befreiung auf dem harten vorletzten Teilstück, das über sechs schwere Anstiege in den Vogesen führte.
Am Ende setzte sich der UAE-Kapitän im Zielsprint gegen Vingegaard und Felix Gall mit eben jener Explosivität durch, die ihn vor seinem Einbruch am Mittwoch in den Alpen ausgezeichnet hatte. "Ich bin super, super glücklich, das Ding auf der Ziellinie nach Hause gebracht zu haben", so der Slowene.

Pogacar lobt sein Team

Eurosport-Experte Bernie Eisel zog im "Velo Club" nach der Etappe den Hut vor der Moral von Pogacar. "Er gibt nicht auf. Deshalb hat er eine solche Fangemeinschaft. Er ist durchgefahren und gewinnt die Etappe mit einem überlegenen Sprint", lobte der 42-Jährige.
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Pogacar schlägt zurück: "Riesenkampfansage für 2024"

Quelle: Eurosport

Pogacar selbst gab sich gewohnt bescheiden und richtete abermals einen Dank an sein Team, das die Etappe über auf den Sieg seines Superstars hingearbeitet hatte.
"Ich war sehr glücklich, dass das Team einmal mehr so einen großartigen Job gemacht hat", sagte der Slowene und hob den Briten Adam Yates heraus, der ihm auf den letzten Metern den Weg zum Ziel in Le Markstein geebnet hatte. "Er hat mir sehr geholfen. Dank ihm war es etwas einfacher, mich auf das Finale vorzubereiten", analysierte Pogacar.

Voigt: "Eine Riesenkampfansage"

Nur ein versöhnlicher Abschluss der Tour – oder sogar noch mehr? Eurosport-Experte Jens Voigt richtete den Blick schon nach vorne in Richtung Frankreich-Rundfahrt 2024.
"Es ist eine Riesenkampfansage für das nächste Jahr", sagte der 51-Jährige, der im kommenden Jahr den nächsten Schlagabtausch zwischen Pogacar und Vingegaard erwartet: "Beide haben zwei Tour-de-France-Siege. Beide wollen die dritte Tour gewinnen."
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Tadej Pogacar jubelt auf der 20. Tour-Etappe

Fotocredit: Getty Images

Bevor jedoch Pogacar selbst die nächste Tour ins Visier nimmt, blickte er im Interview noch einmal auf die vergangenen drei Wochen zurück und rückte dabei erneut seine Mannschaft in den Vordergrund. "Die Atmosphäre im Bus und wie dieses Team zusammenstand, wird mir als die beste Erinnerung im Kopf bleiben", sagte der 24-Jährige.
Und das, obwohl auch sein schlechtester Gedanke an die Tour mit einem Mannschaftskollegen zu tun hat – wenn auch mit einem Augenzwinkern.

Soler sorgt für "beunruhigendsten Moment"

"Jedes Mal, als Marc Soler sich auf dem Col de la Loze mit seinen beängstigenden Augen zu mir umgedreht hat, das war der beunruhigendste Moment", sagte er mit einer Portion Humor über seinen Einbruch auf der Königsetappe. Der Triumph auf dem 20. Teilstück machte die Erinnerung an die bitterste Niederlage seiner Karriere zwar nicht vollständig vergessen, ließ Pogacar aber zumindest sein Lachen wiederfinden.
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Pogacar in Not! Slowene kann Vingegaard und Co. nicht folgen

Quelle: Eurosport

Ob er sich aufgrund seiner aufsteigenden Form nun eine vierte Woche wünschen würde?
"Jetzt können wir weitermachen", scherzte der Slowene, ruderte aber umgehend zurück: "Nein, lass uns nach Hause gehen." Vorher darf das Peloton um Pogacar aber noch die Schlussetappe nach Paris in Angriff nehmen, ehe er erneut das Weiße Trikot als Nachwuchsbester mit nach Slowenien nehmen wird.
Klar dürfte sein: Nach der Befreiung auf der 20. Etappe wird Pogacar mit einem Lächeln auf den Champs-Élysées einfahren.
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Perfekt vorbereitet: Pogacar schlägt Vingegaard auf 20. Etappe

Quelle: Eurosport

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