Remco Evenepoel feiert Copy-and-Paste-Sieg im Zeitfahren der 5. Etappe der Tour de France: "Revanche für Samstag"

Remco Evenepoel hat mit seinem Sieg im Einzelzeitfahren in Caen ein Häkchen auf seiner Bucket List für die Tour de France 2025 gesetzt. Der Pflichtsieg ist in der Tasche, jetzt richtet sich der Blick des Belgiers voll und ganz auf das Podium in der Gesamtwertung. Und dem ist er am Mittwoch einen ordentlichen Schritt nähergekommen. Auch die Windkantenklatsche von Etappe eins ist nun fast vergessen.

Highlights: Vingegaard kassiert Ohrfeige im Duell mit Pogacar

Quelle: Eurosport

"Dieser Sieg ist in gewisser Weise die Revanche für letzten Samstag und den schlechten Start, den wir für Tim und mich hatten. Heute war ich motiviert, um dem Team zu zeigen, dass wir etwas zurückholen nach dem schlechten Start", sagte Evenepoel nach seinem zweiten Tour-Etappensieg.
Schon 2024 hatte der Belgier das erste Einzelzeitfahren der Frankreich-Rundfahrt - damals Etappe sieben - vor Tadej Pogacar gewonnen. Damals mit zwölf, diesmal mit 16 Sekunden Vorsprung.
"Mit diesem Sieg habe ich mein erstes Ziel abgehakt. Ich habe nicht erwartet, dass ich eine Minute auf Tadej heraushole, aber ich konnte die anderen GC-Gegner um mehr als eine Minute schlagen. Es ist ein bisschen wie im letzten Jahr im Zeitfahren, Copy and Paste."
So ganz dasselbe wie 2024 war es aber eben doch nicht. Denn Primoz Roglic und Jonas Vingegaard hatten damals nur etwas mehr als eine halbe Minute Rückstand auf den Zeitfahrweltmeister und verloren nun in der Normandie 1:19 beziehungsweise 1:21 Minuten.
picture

Experten-Analyse zum Zeitfahren: Martin hätte sich verpokert

Quelle: Eurosport

Gerade im Bezug auf den Dänen wollte Evenepoel das aber nicht überinterpretieren, zumal der schwerere Parcours im Vorjahr Vingegaard eher gelegen hatte. "Jonas ist der leichteste von uns dreien und das heißt, dass er im Bezug auf die absolute Leistung einen Nachteil auf dieser Strecke heute hatte. Besonders mit dem Gegen- und Rückenwind", erklärte er.

"Ich hatte auf mehr Vorsprung gehofft"

"Ich weiß nicht, ob er das als großen Verlust betrachten wird. Er ist mental stark genug, um solche Dinge hinzunehmen. Er hatte einen ziemlich ordentlichen Vorsprung auf mich vor dem Zeitfahren, das wird den Schmerz etwas lindern."
Im Vergleich mit Pogacar verkleinerte sich Evenepoels Überlegenheit im Zeitfahren im Vergleich mit dem Critérium du Dauphiné vor vier Wochen drastisch. Damals hatte er ihm rund 2,5 Sekunden pro Kilometer abgenommen, jetzt nur noch 0,5.
picture

Martin feiert Evenepoel: Das war der Schlüssel zum Sieg im Zeitfahren

Quelle: Eurosport

Doch Evenepoel meinte: "Wir wissen, dass Tadejs Zeitfahren bei der Tour immer besser sind als bei anderen Rennen. Ich bin deshalb nicht überrascht von dem Ergebnis. Ich hatte auf mehr Vorsprung gehofft, aber das zeigt eben, warum er insgesamt der beste Fahrer der Welt ist. Wenn er performen muss, performt er. Es zeigt, dass er einmal mehr der Fahrer ist, den es hier bei der Tour de France zu schlagen gilt."
Das zu tun ist auch für Evenepoel natürlich das Traumszenario für das Ende der Tour de France. Das realistischere Ziel aber ist und bleibt wohl das Podium. Das weiß Evenepoel und wusste er auch vor der Tour bereits. Deshalb tat der Zeitverlust von 39 Sekunden an der Windkante auf der 1. Etappe am Samstag besonders weh - und hallte auch in Caen noch etwas nach.

Ohne Windkanten-Verluste nun in Gelb?

"Wenn es den Zeitverlust dort nicht gegeben hätte, hätte ich hier vielleicht Gelb geholt. Das ist eine verpasste Chance", überlegte er. Zieht man die 39 Sekunden vom Samstag ab, würden tatsächlich aber auch jetzt noch drei Sekunden Rückstand auf der Uhr stehen.
Von daher begnügte sich der 25-Jährige dann doch mit dem, was er schon im vergangenen Jahr gewonnen hat und auch jetzt in Caen wieder überstreifen durfte: "Das Weiße Trikot ist auch schön." Nach fünf Tagen Frankreich-Rundfahrt scheint es auch 2025 wieder Weiß für ihn zu werden - und angesichts der Kräfteverhältnisse in den Anstiegen bisher wohl auch wieder Platz drei in der Gesamtwertung hinter Pogacar und Vingegaard. Copy + Paste eben.
picture

Experten-Vorschau zur 6. Etappe: "Spektakuläres Finale"

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung