Eurosport
Tour de France: Florian Lipowitz begeistert mit Top-Ergebnis beim Zeitfahr-Spektakel auf 5. Etappe auch Jan Ullrich
Von
Update 10/07/2025 um 10:00 GMT+2 Uhr
In einem packenden Zeitfahren muss Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) zwar den Tageserfolg Olympiasieger Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) überlassen, führt die Tour aber nun an. Dahinter präsentiert sich Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) mit Rang sechs stark und klettert im Gesamtklassement unter die besten Zehn. Das beeindruckt auch die deutsche Radsport-Legende Jan Ullrich.
Highlights: Vingegaard kassiert Ohrfeige im Duell mit Pogacar
Quelle: Eurosport
Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) saß sehr entspannt am Teambus auf seinem Rad und verfolgte den packenden Kampf um den Etappensieg auf dem Handy-Bildschirm. Das Grinsen des deutschen Tour-Debütanten wurde immer breiter.
Platz sechs im ersten Zeitfahren der Frankreich-Rundfahrt, im Kampf der Giganten Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) weit vorne mitgemischt, Rang neun im Gesamtklassement - nach unglücklichem Auftakt ist Lipowitz nun ganz dick im Geschäft.
"Ich bin total zufrieden. Es ist schön zu sehen, dass es aufwärts geht. Zuletzt habe ich schon an mir gezweifelt", sagte der Ulmer, der nach rauschenden 33 Kilometern durch das Edelschnaps-Revier des Calvados nur 58 Sekunden hinter dem belgischen Olympia- und Etappensieger Evenepoel lag.
Noch 16 Sekunden weniger betrug der Rückstand auf den Slowenen Pogacar, der sich damit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden sicherte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/09/image-86685892-3290-495e-87a0-c00e930bba8f-85-2560-1440.jpeg)
Lipowitz vor Roglic im Zeitfahren: Wechselt die Kapitänsrolle?
Quelle: Eurosport
Ullrich von Lipowitz beeindruckt
"Dass er so weit vorne reinfährt, hätte ich nicht erwartet. Stark!", sagte Ex-Champ Jan Ullrich am "ARD"-Mikro. Seinem prominenten Red-Bull-Teamkollegen Primoz Roglic, 2021 Olympiasieger in dieser Disziplin, nahm Lipowitz knapp 21 Sekunden ab, in der Gesamtwertung liegt nur eine Sekunden hinter Roglic - die Kapitänsfrage im Team könnte zeitnah neu verhandelt werden.
Der nimmersatte "Farbenkannibale" Pogacar vergrößerte derweil seine Trikotsammlung: Das Berg-Jersey hatte sich der dreimalige Tour-Champ schon am Dienstag mit seinem 100. Karrieresieg gesichert, am Mittwoch kam neben Gelb auch das Grüne Trikot für den punktbesten Fahrer hinzu - im Alltag trägt "Pogi" das Regenbogen-Dress des Weltmeisters.
Vingegaard der große Verlierer
Im Kampf gegen die Uhr musste sich Pogacar aber dem weltbesten in dieser Disziplin geschlagen geben. In den vergangenen anderthalb Jahren hat der Belgier Evenepoel nur eine Niederlage in seiner Paradedisziplin kassiert: Zum Tour-Abschluss 2024 wurde er in Nizza hinter Pogacar und Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) Dritter.
Vingegaard war am Mittwoch der große Verlierer: Platz 13, 1:21 Minuten Rückstand auf Evenepoel, mehr als eine Minute auf Pogacar - für den zweimaligen Tour-Champion aus Dänemark wird es ganz schwer. Tagesdritter wurde Vingegaards Visma-Teamkollege Edoardo Affini aus Italien, der fast drei Stunden lang die Bestzeit gehalten hatte.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/09/image-2dae0b9c-4c7d-47bc-86b8-be8c682784fa-85-2560-1440.jpeg)
Zeitfahrdebakel für Vingegaard und Visma: Martin analysiert
Quelle: Eurosport
Schachmann macht langsam
In der Gesamtwertung führt Pogacar jetzt mit 42 Sekunden vor Evenepoel, der bis dahin führende Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) fiel mit Rang 18 deutlich zurück. Dritter ist der junge Franzose Kévin Vauquelin von Arkéa-B&B Hotels (+59 Sekunden Rückstand), Lipowitz hat 2:31 Minuten Rückstand.
Die beiden weiteren deutschen Top-Zeitfahrer mussten sich zurückhalten - Maximilian Schachmann und Nils Politt werden bei der Tour für Helferdienste und nicht für eigene Erfolge bezahlt.
"Wir müssen uns auf die nächsten Tage konzentrieren", sagte Pogacars Teamkollege Politt, der aber immer noch einen starken 16 Platz holte: "Ich bin nicht Vollgas gefahren."
Nicht einmal Halbgas gab der deutsche Meister Schachmann, der als 168. fast sechs Minuten zurücklag. "Tatsächlich ist es ein bisschen schade, für mich war es heute fast wie ein Ruhetag", sagte der Evenepoel-Helfer, der aber von seinem Kapitän begeistert war: "Remco ist einfach unfassbar auf dem Zeitfahrrad."
Pogacar fährt am Donnerstag auf der hügeligen fünften Etappe nach Vire Normandie (201,5 km) zum 41. Mal im Gelben Trikot. Nur fünf Fahrer führten die Gesamtwertung öfter an, weit vorne liegt Eddy Merckx mit 96 Tagen in Gelb.
Das könnte Dich auch interessieren: 100 Siege: Wer schon vor Pogacar die magische Marke knackte
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/07/09/image-4d9e420d-a739-4b5c-8bae-c4e5222b661e-85-2560-1440.jpeg)
Martin feiert Evenepoel: Das war der Schlüssel zum Sieg im Zeitfahren
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung