Tadej Pogacar bei Tour de France unbesiegbar? Weltmeister ist selbst sein größter Gegner - Experten mahnen Dominator

Tadej Pogacar umgibt die Aura des Unbesiegbaren. Das beweist er regelmäßig - ob bei Klassikern, einwöchigen Rundfahrten oder bei Giro d'Italia und Tour de France im vergangenen Jahr. Bei der Tour-Generalprobe, dem Critérium du Dauphiné, ließ er zuletzt seinen härtesten Rivalen keine Chance. Die Vergangenheit zeigte aber, dass der Slowene schlagbar ist - und einige Experten mahnen und warnen.

Wie eine Naturgewalt! Pogacar lässt Vingegaard stehen und rauscht zum Sieg

Quelle: Eurosport

Unglaubliche 36 Siege feierte Pogacar seit der Strade Bianche im vergangenen Jahr. Fasst man die Rundfahrten neben den Eintagesklassikern zu einem Rennen zusammen, so gewann der Slowene 2024 bei neun seiner elf Starts - in diesem Jahr ist die Quote mit sechs von neun nur geringfügig schlechter.
Dadurch macht sich auch bei der Konkurrenz Ratlosigkeit breit. "Wir müssen zugeben, dass er ein Level über uns steht", sagte Red Bull-Bora-hansgrohe Performance-Chef Dan Lorang im "Velo"-Interview.
"Er scheint immer nur besser zu werden", fügte Jayco-AlUla-Coach Peter Leo hinzu. "Es ist etwas, von dem wir nicht wissen, wie wir gleichziehen können. Wir tun, was wir können, aber es gibt da keine magische Lösung."
Während die Konkurrenz nach Wegen sucht, um den Weltmeister stoppen zu können, scheint der Slowene sich vielleicht der größte Gegner zu sein und sorgte mit seinen Auftritten für Kritik.

"Mangelnder Respekt?" Pogacar irritiert Experten

Direkt nach der Dauphiné stellte Ex-Weltmeister Philippe Gilbert auf "X" fest: "Pogacar hat vielleicht den ersten Fehler seiner Karriere begangen, indem er einen Mangel an Demut gegenüber seinen Konkurrenten zeigte, eine Jugendsünde, die korrigiert werden kann, denn ich bin sicher, dass sein natürlicher Charakter bald zurückkehren wird und mit ihm sein positives Image."
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Tour schon entschieden? Tadej Pogacar ist sich selbst der größte Gegner

Fotocredit: Getty Images

Gilbert sprach keinen konkreten Fall an, aber während der Dauphiné gab es einige Situationen, die erhobene Augenbrauen nach sich zogen.
So sagte Pogacar nach seinem überlegenen Sieg in Combloux, dass er sich vor allem deswegen beeilt habe, um seine Freundin Urska Zigart bei der Tour de Suisse ins Ziel kommen zu sehen. Beim nächsten Etappensieg tags darauf fuhr er nach eigenen Angaben die letzten Kilometer nicht mehr voll, um besser regenerieren zu können - außer Jonas Vingegaard verloren alle Fahrer bis zur Ziellinie weiter Zeit auf den UAE-Kapitän.
Dazu kam seine Machtdemonstration, als er sich als Wasserholer für einen Teamkollegen betätigte und dabei schier mühelos das langgezogene Spitzenfeld aufrollte:
Für den zweifachen Roubaix-Sieger Marc Madiot eine bezeichnende Szene: "Er weiß, dass das TV-Motorrad ihn zeigt, während er wie ein TGV vorbeifährt. Damit zeigt er der Konkurrenz; Ich fahre hier spazieren und werde euch leiden lassen - ihr werdet nicht mit mir spielen können."
Die letzte Etappe schließlich wollte er wohl nicht gewinnen, um sich seinen 100. Sieg (er steht bei 99) für die Tour de France aufzuheben. Diese Aufritte und Aussagen entsprechen seiner lockeren Art und kommen für sich genommen nicht unsympathisch an - sehr respektvoll gegenüber dem Gegner sind sie jedoch nicht.
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Pogacar: 100. Sieg? "Lieber bei der Tour"

Quelle: Eurosport

Madiot: "Die Tour birgt Gefahren für Pogacar"

"Dass er es tut, ist eine Sache, aber dass er es sagt, ist eher ärgerlich", sagte Groupama-FDJ-Teamchef Madiot gegenüber "RMC" zu den Aussagen Pogacars. "Dass er seine Regeneration am Ende der Etappe beginnt, weil er die Etappe gewonnen hat und die Gesamtwertung abgesichert ist, schockiert mich nicht und ist auch kein Problem. Was mich stört, ist, dass er das sagt."
Diese Selbstsicherheit könnte bei einer dreiwöchigen Rundfahrt auch nach hinten losgehen, meinte Madiot: "Bei der Dauphiné hat er gut daran getan, seinen kleinen Leidenschaften nachzugehen, aber bei der Tour de France wird er das definitiv nicht tun. Sein Team um ihn herum hat ihn sicherlich bereits vor der richtigen Einstellung gewarnt. Die bevorstehende Tour de France steckt voller Gefahren für Pogacar."
Der Slowene hält sich bei Rennen selten zurück, er will wirklich immer gewinnen. Schon in der ersten Tour-Woche bieten sich ihm dafür mehrere Gelegenheiten, das Gelbe Trikot überzustreifen und den 100. Sieg seiner Karriere einzufahren - der hügelige Start im Norden Frankreichs ist auch auf die Fähigkeiten des Weltmeisters zugeschnitten.
Zu viele Körner in der ersten Woche zu vergeuden und jede Attacke als Majestätsbeleidigung strafen zu wollen, könnte sich in der sehr schweren Schlusswoche der aber Tour rächen - dafür gibt es in der von Erfolgen gepflasterten Karriere Pogacars ein paar Beispiele.

Pogacar als Opfer seiner Aggressivität

Erstmals ließ sich dies im Jahr 2022 beobachten, als Vingegaard und Primoz Roglic auf der 11. Etappe den UAE-Fahrer im Gelben Trikot in die Zange nahmen und wechselseitig attackierten. Pogacar konterte selbstbewusst alle Angriffe, obwohl Roglic nach einem Sturz in der Gesamtwertung schon weit zurücklag.
Am Schlussanstieg, dem Col du Granon, verließen Pogacar dann die Kräfte, Vingegaard nahm ihm fast drei Minuten ab, fuhr ins Maillot Jaune und gewann die Tour.
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Highlights: Pogacar bricht ein - Jumbo-Visma krönt Sahnetag in den Alpen

Quelle: Eurosport

Und auch in diesem Jahr war der Slowene keinesfalls unschlagbar bzw. brachte sich selbst um mögliche große Triumphe. Auf dem Weg nach Roubaix nahm sich Pogacar aber durch einen Sturz selbst die Siegchance, als er ungestüm mit zu hohem Tempo in eine Kurve jagte. "Da war er einfach viel zu schnell", analysierte John Degenkolb gegenüber Eurosport dem Fehler des Roubaix-Novizen.
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Pogacar stürzt! Hier entscheidet sich das Rennen

Quelle: Eurosport

Das Amstel Gold Race verlor der Weltmeister, nachdem er eine Attacke von Julian Alaphilippe mitging und schließlich konterte, obwohl der Franzose kein echter Konkurrent für ihn und das Ziel noch weit war. Ausnahmsweise konnte er die Rivalen nicht auf Distanz halten, sondern wurde von Remco Evenepoel und Mattias Skjelmose gestellt. Letzterer gewann den Sprint.
Ein bedachterer Fahrer hätte den Franzosen in dieser Rennsituation wohl fahren lassen - aber das liegt nicht in Pogacars Naturell.
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Highlights: Pogacar und Evenepoel in packendem Dreikampf geschlagen

Quelle: Eurosport

"Pogacars Hauptfeind während der Tour wird er selbst sein, seine Einstellung und seine Renngestaltung", sagte Madiot. "Er kann vom Verlauf des Rennens überfordert sein. Die erste Woche des Rennens für Pogacar kann die Woche aller Gefahren sein", warnt er vor der Hektik und den (zu) verlockenden Chancen auf den 100. Sieg im Nordwesten Frankreichs.
Der Seriensieger muss seinen Siegeshunger zügeln, mit seinen Kräften haushalten - sonst könnte ihm dies zum Verhängnis werden. Gelingt ihm das nicht, müsste er es im Verlauf der drei Wochen bis nach Paris am Ende möglicherweise bereuen.
Es ist vielleicht die einzige Hoffnung für die Konkurrenz.
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Tour de France 2025: Die Strecke der 21 Etappen bis nach Paris

Quelle: Eurosport


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