Marc Madiot fordert radikale Veränderungen im Radsport und will Teamfunk abschaffen: "Entwicklung verlangsamen"
Update 22/06/2025 um 00:50 GMT+2 Uhr
Marc Madiot hat im Interview mit der französischen Sportzeitung "L’Équipe" radikale Änderungen im Radsport gefordert. Der Teamchef der Mannschaft Groupama-FDJ will demnach Funkgeräte, Wattzähler und GPS bei den Fahrern abschaffen. Dies seien laut Madiot "einfache Lösungen", um das Risiko im Peloton zu verringern. Man müsse "prüfen, wie wir die Entwicklung des Radsports verlangsamen können."
Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard mit Funkgeräten am Start des Critérium du Dauphiné
Fotocredit: Getty Images
Anlass für die Aussagen war die Dokumentation "Crash - Anspannung im Peloton" der "L’Équipe", in welcher Ex-Sprinter Nacer Bouhanni über seine traumatischen Sturz-Erfahrungen spricht.
Dies nahm Madiot zum Anlass, um sich erneut für ein Verbot von technischen Hilfsmitteln auszusprechen.
"Es gibt Todesfälle, es wird unweigerlich weitere geben und Sie werden sehen, wir werden am nächsten Tag wieder Rennen fahren", wird Madiot in der "L'Équipe" zitiert und betonte dabei die "The Show must go on"-Haltung des Sports.
"Ich denke, wir müssen uns überlegen, ob wir die Entwicklung des Radsports nicht verlangsamen wollen. Es ist offensichtlich, dass wir dafür kämpfen müssen", sagte Madiot weiter.
Madiot fordert: "Funkgeräte abschaffen"
"Es gibt sehr einfache Lösungen, die man ergreifen kann. Man sollte die Funkgeräte abschaffen, die Leistungsmesser verdecken und GPS verbieten. Wenn man all das tut, wird es weniger Gefahren geben und gleichzeitig weniger Menschen, die Risiken eingehen", forderte der Franzose, der einst selbst als Radsportler aktiv war.
Weiter hieß es: "Wir sind ständig in Kontakt mit den Fahrern, über den Funk, der eine Art Telefon ist, das GPS und die Wattzähler. Der Fahrer wird, so leid es mir tut, ständig ferngesteuert."
"Wir sagen ihnen: 'Achtung, Gefahr, wir fahren durch ein Dorf, es gibt Geschwindigkeitsbegrenzungen und Kreisverkehre. Ihr müsst vorne sein.' Aber es ist nicht genug Platz für alle vorne! Wir fahren in dieselbe Richtung, schneller zu fahren, um vor den anderen zu sein."
Auch bei der Tour de France (05. bis 27. Juli live auf Eurosport und discovery+) wird das Thema Sicherheit eine riesige Rolle spielen.
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Quelle: Eurosport
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