Tour-Direktor Christian Prudhomme über Kohlenmonoxid-Gebrauch bei Frankreich-Rundfahrt 2024: "Betrug gibt es überall"
Update 17/12/2024 um 14:24 GMT+1 Uhr
Christian Prudhomme, der Direktor der Tour de France, hat im Eurosport-Interview über das Thema Kohlenmonoxid gesprochen. Einige Teams hatten während der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt die Nutzung des Gases zugegeben. Der Internationale Radsportverband (UCI) kündigte an, dies zu verbieten. Prudhomme meinte dazu nun: "Wir befinden uns in Grauzonen." Und diese zu regulieren sei "immer schwierig".
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Quelle: Eurosport
"Aber das ist kein Grund, nicht zu kämpfen. Es ist ein langwieriger Kampf, keine Frage", sagte der 64-Jährige im Interview: "Im Übrigen machen einige keinen Hehl daraus und in gewisser Weise haben sie Recht, da es nicht verboten ist. Aber es ist schwer vorstellbar, wie das der Gesundheit nützen soll."
Auch Tadej Pogacar, Tour-Sieger 2020, 2021 und 2024, sowie Jonas Vingegaard, der 2022 und 2023 die Gesamtwertung gewann, räumten den Gebrauch von Kohlenmonoxid ein. Durch ein Rückatmungsgerät kann so die Leistung beispielsweise nach Höhentrainingslagern gemessen werden.
Doch Studien legen auch nahe, dass die Einatmung von Kohlenmonoxid zu einer Leistungssteigerung führt, da das Blut mehr Sauerstoff transportieren kann.
Die verwendeten Geräte sind laut Reglement der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nicht explizit verboten. Doch dass damit auch weitere Zweifel und Fragen im Radsport entstehen, kann Prudhomme nachvollziehen.
"Man darf sich nicht wundern, dass die Fragen immer wieder auftauchen. Was immer ärgerlich sein kann, ist, dass es mehr im Radsport als anderswo vorkommt. Betrug gibt es überall. Es gibt ihn in allen Bereichen, weit über den Sport hinaus", meinte der Tour-Direktor.
UCI will Kohlenmonoxid-Inhalation verbieten
Es gebe immer Personen, "die versuchen zu betrügen. Und in diesem Fall sprechen wir nicht einmal von Betrug. Es ist in gewisser Weise sogar noch komplizierter. Es ist nicht formal verboten."
Das könnte sich aber bald ändern. Die UCI kündigte an, dass er auf der nächsten turnusmäßigen Sitzung am 31. Januar und 1. Februar 2025 vorschlagen werde, die Inhalation von Kohlenmonoxid (CO) zu verbieten. Die Verwendung zu Messungszwecken bleibe aber erlaubt.
Zuletzt hatte die UCI bereits die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA aufgefordert, Stellung zum Thema Kohlenmonoxid als leistungssteigerndes Mittel zu nehmen.
Pogacars Rennstall UAE Team Emirates hatte vergangene Woche erklärt, nicht mehr auf Kohlenmonoxid-Beatmung zurückgreifen zu wollen.
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Quelle: Eurosport
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