Tour de France 2026: Drei Dinge, die auf der 13. Etappe auffielen - Tom Pidcock ohne Plan einer der größten Gewinner
VonJan Zesewitz
Update 17/07/2026 um 23:31 GMT+2 Uhr
Die 13. Etappe der Tour de France wurde zu einem Tag für die Ausreißer. Mehr als 50 Fahrer stürmten bei einem erneuten Tag mit Höllentempo los und verfolgten eine Reihe von Zielen. Mads Pedersen kämpfte um das Grüne Trikot, Tom Pidcock wollte Zeit in der Gesamtwertung gutmachen. Am Ende triumphierte mit Mauro Schmid einer, dessen Team nur den Tagessieg im Blick hatte. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Pidcock würfelt Klassement in Vogesen durcheinander
Quelle: Eurosport
50,0 km/h. Das war die Durchschnittsgeschwindigkeit dieses 13. und längsten Teilstücks der Tour. Erst zum vierten Mal in der Geschichte der Grande Boucle stand dabei die "5" vorne - und diesmal ging es nach flachem Beginn auch über den Ballon d'Alsace, einen Berg der 1. Kategorie.
Die Gründe dafür liegen im Wetter (leichter Rückenwind) und in den zahlreichen Zielen der Teams begründet. Zunächst entbrannte ein erbitterter Kampf um die Gruppe, der erst endete, als auch Pedersen und andere Sprinter aufschlossen, um beim Zwischensprint um die Punkte zu fahren.
41 Punkte beträgt der Vorsprung des Dänen nun auf Jasper Philipsen. Der Verlust von fünf statt 25 Punkten wurde von Pedersen mit viel Kraftaufwand erkauft.
Schließlich wollten einige Ausreißer einen großen Vorsprung herausfahren, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern, hinten im Peloton waren die Teams der Fahrer auf den Plätzen drei bis zehn darum bemüht, ebendies zu verhindern.
Drei Dinge, die auf der 13. Etappe auffielen:
1. Pidcock ohne Plan einer der Gewinner des Tages
Das Hauptziel des Briten war es, die Etappe über den Ballon d'Alsace zu gewinnen. Das gab Pidcock im Interview nach dem Rennen auch offen zu. Dieses Ansinnen verfehlte er mit Platz drei um schließlich zwei Sekunden.
In der Gesamtwertung katapultierte er sich aber durch den Zeitgewinn von 7:30 Minuten auf das Feld auf Platz vier, gerade einmal neun Sekunden fehlen ihm aufs Podium zu Remco Evenepoel. "Ich werde von Tag zu Tag stärker, so war es bei der Vuelta auch. Da wurde ich in der ersten Woche abgehängt und landete am Ende auf dem Podium", sagte Pidcock.
Das war im vergangenen Jahr, als er in Spanien nur Jonas Vingegaard und Joao Almeida den Vortritt im Klassement lassen musste. Jetzt kam er fast unverhofft in eine ähnliche Ausgangssituation. "Wir wussten beim Start gar nicht so richtig, was wir wollen", sagte er über die Teamtaktik von Pinarello-Q36.5. "Aber wir wussten, dass es viele Möglichkeiten gibt, also versuchten wir beides, Klassement und Tagessieg."
Eine Wiederholung des Vuelta-Erfolgs wird nicht einfach, die Konkurrenz ist in Frankreich noch einmal um einiges stärker. Im Gebirge konnte Pidcock bisher nicht mit den Besten mithalten. Und, so gab der Brite zu, "im Zeitfahren werde ich jede Menge Zeit verlieren." Aber 7:30 Minuten hat man lieber auf der Habenseite als im Soll.
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Pidcock über GC-Ambitionen: "Ich werde immer stärker ..."
Quelle: Eurosport
2. Schmid triumphiert mit exzellenter Team-Arbeit
Für Mauro Schmid ist diese Tour seine fünfte Grand Tour. Immer wurde er mindestens Zweiter auf einer Etappe - seit seinem Debüt beim Giro d'Italia 2021 jagte er aber einem Sieg hinterher, den er damals im Zweier-Sprint gegen Alessandro Covi in Montalcino einfahren konnte.
Im vergangenen Jahr verlor er einen solchen Sprint bei der Tour hauchdünn gegen Jonas Abrahamsen. "Ich habe die ganze Zeit an den verlorenen Sprint aus dem Vorjahr gedacht", sagte er im Sieger-Interview.
In Belfort ließ er sich von Harold Tejada nicht schlagen und auch nicht mehr von den acht Verfolgern hinter ihnen einholen. Der kolumbianische Kletterer hielt in einem kräftezehrenden Sprint lange gegen, aber der Schweizer setzte sich durch.
Diese Ausgangssituation verdankte er auch seiner Mannschaft, die mit gleich vier Fahrern in der Spitzengruppe vertreten war. Die Jayco-Jungs spielten ihre Karten perfekt aus, in der Gruppe hinter den zehn Führenden lauerte mit Michael Matthews noch ein potenzieller Sieger im Sprint.
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Schmid gesteht: "Dauernd an verlorenen Sprint letztes Jahr gedacht"
Quelle: Eurosport
In der entscheidenden Selektion war neben Schmid auch noch Luke Plapp aus der australischen Equipe vertreten. "Wir waren recht selbstbewusst, weil wir wussten, dass wir eine zahlenmäßige Überlegenheit hatten", sagte der Australier gegenüber Eurosport. "Ich war ziemlich sicher, dass Mauro den Sprint gewinnen würde, auch wenn es knapp war. Ich musste hinten nur noch mitgehen und ihn sein Ding machen lassen."
Für das kleine Team ist ein weiterer Tour-Etappensieg ein Riesenerfolg, dem Pascal Ackermann in den Massensprints vergeblich hinterherfuhr. "Er ist einfach ein geiler Typ", sagte der Deutsche sichtlich erleichtert über seinen Schweizer Teamkollegen.
3. UAE kann's auch anders - aber gewinnt nicht immer
Auch UAE Emirates-XRG hatte im Finale zwei Fahrer vorne. Tim Wellens und Brandon McNulty erhielten von Chef Tadej Pogacar "Grünes Licht" für die Ausreißergruppe.
Wohl nicht ohne Hintergedanken: Für die Mannschaftswertung werden die Zeiten der besten drei Fahrer der Etappe von jedem Team addiert. UAE konnte den Rückstand auf Lidl-Trek mit den beiden Ausreißern um 15 Minuten reduzieren. Ein Ziel für das Team aus den Emiraten, auch wenn sie dieses Ansinnen immer wieder herunterspielen.
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Pogacar über möglichen Vuelta-Start: "Wenn der Prinz es sagt ..."
Quelle: Eurosport
Die beiden wichtigen Helfer hätten sich auch im Peloton schonen können, die Arbeit mussten an diesem Tag ohnehin andere verrichten. Stattdessen kämpften Wellens und McNulty gemeinsam um den Tagessieg.
Dass er ihnen verwehrt blieb, zeigt auch: Radsport ist eben doch kein Computerspiel. Danach sah die UAE-Taktik in den ersten zwölf Tagen nämlich aus. Was die Pogacar-Equipe probierte, ging nahezu immer perfekt auf. Diesmal mussten sie anderen beim Jubeln zuschauen. Und noch sind sie in der Teamwertung "nur" auf Platz zwei.
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Experten-Vorschau zur 14. Etappe: Voigt hat klaren Favoriten
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