Tour de France 2026: Drei Dinge, die auffielen - Tadej Pogacar feiert historischen Sieg dank Uneinigkeit bei Ausreißern
VonJan Zesewitz
Update 24/07/2026 um 23:04 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar setzte auf dem Weg zu einem historischen fünften Gesamtsieg bei der Tour des France noch einen weiteren Rekord obendrauf. Am legendären Anstieg nach Alpe d'Huez pulverisierte der Slowene die 31 Jahre alte Bestzeit von Marco Pantani und gewann das fünfte Teilstück bei dieser Frankreich-Rundfahrt. Die Konkurrenz musste diesmal aber ein wenig mitspielen. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights: Pogacar stellt in Alpe d'Huez alle in den Schatten
Quelle: Eurosport
Im Ziel breitete er jubelnd die Arme aus. Man fühlte sich an Russell Crowe im Film "Gladiator" erinnert: "Are you not entertained?" - "Unterhalte ich euch nicht?", schien er zu fragen.
Der slowenische Dominator unterhält. Diesmal mit einer Rekordfahrt nach Alpe d'Huez, bei der er auf den 21 berühmtesten Kehren des Radsports mehr als drei Minuten gegenüber exzellenten Bergfahrern wie Richard Carapaz und Lenny Martínez aufholte.
Die Ausreißer spielten auf dem Weg zum Tagessieg aber eine entscheidende Rolle. Ebenfalls unterhaltsam geriet der Kampf um das Bergtrikot - diese Entscheidung wird erst auf der Königsetappe in den Alpen fallen.
Bei der Tour unterhält auch das deutsche Team Lidl-Trek die Zuschauer - heute hat sich die Equipe bei seinen vielen Zielen aber ein wenig verzettelt. Drei Dinge, die auffielen.
Drei Dinge, die auf der 19. Etappe auffielen:
1. Pogacar historisch - und mit einem Quäntchen Glück
Er fuhr einfach los. Im Sitzen. In den unteren Kehren des Anstiegs nach Alpe d'Huez. 3:15 Minuten weiter vorne kämpften Carapaz, Martínez und Sepp Kuss um den Etappensieg.
Zu viel Vorsprung? Zum ersten Mal bei dieser Tour schien ein Plan des UAE-Teams für eine im Vorfeld anvisierte Etappe nicht aufzugehen. Die Tempoarbeit auf dem Weg zum Schlussanstieg machten größtenteils mehrere. Aufgrund der Krankheiten und Ausfälle beim Team aus den Emiraten fehlte das Personal, um die Lücke kleiner zu halten.
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Fünfter Tagessieg! Pogacar auch in Alpe d'Huez nicht zu stoppen
Quelle: Eurosport
Die 42 Fahrer vorne machten Tempo und arbeiteten gut zusammen. Die Geschwindigkeit war so hoch, dass schon am vorletzten Berg die Spitzengruppe und das Feld komplett auseinanderfielen. Pogacar nahm also selbst die Beine in die Hand - und niemand konnte folgen.
Am Ende musste der Dominator um diesen prestigeträchtigen Sieg kämpfen. Erst auf den letzten zwei Kilometern holte er Carapaz und Martínez ein, die sich aber nicht abschütteln ließen. Die Ausreißer dürfen sich ärgern. Den Sieg in Alpe d'Huez vor Augen, taktierten sie und arbeiteten im Mittelteil des Anstiegs nicht gut zusammen, attackierten sich wieder und wieder - und nahmen wieder Tempo raus.
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Pogacar in Alpe d'Huez: "Jungs sind durch Hölle gegangen"
Quelle: Eurosport
So konnte der "Kannibale" aufschließen und sich den fünften Tagessieg sichern. Dafür war eine Leistung nötig, die die Welt an diesem Anstieg noch nicht gesehen hat. Und es zeigt sich: Ein geschwächtes UAE-Team mit einem "Außerirdischen" als Kapitän sorgt für Nervenkitzel und Spektakel beim Zuschauen. Wir waren sehr gut unterhalten.
2. Die Königsetappe entscheidet über das Gepunktete Trikot
Pogacar ist auch noch in Reichweite des Gepunkteten Trikots. Das liegt auf seiner Prioritäten-Liste allerdings hinter dem Gelben Trikot, der Jagd nach Etappensiegen, einem Podiumsplatz für seinen Teamkollegen Isaac Del Toro und womöglich auch der Mannschaftswertung.
Das sind gute Nachrichten für Carapaz und Valentin Paret-Peintre. Die beiden lieferten sich schmerzhafte Bergaufsprints an den ersten beiden Bergwertungen des Tages. Für den Franzosen war der zweite lange Sprint offenbar zu viel. Der Ofen beim Mann im Gepunkteten Trikot war aus.
"Es ging nicht so gut heute, ich wollte mithalten bis zum vorletzten Berg, aber es ging nicht, also habe ich die Beine hochgenommen und so hoffentlich ein wenig Kräfte für morgen gespart", sagte Paret-Peintre.
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Nächstes Duell am Col du Noyer: Paret-Peintre kämpft ums Bergtrikot
Quelle: Eurosport
Der Kampf ums Gepunktete Trikot ist spannend wie lange nicht. Durch seinen dritten Platz im Ziel führt Carapaz die Sonderwertung mit 91 Punkten vor Pogacar (90) und Paret-Peintre (84) an. Auf er morgigen Königsetappe kann ein einzelner Fahrer maximal 70 Zähler holen. Carapaz könnte die ersten drei Bergwertungen gewinnen, damit 50 Punkte einsammeln und wäre nicht mehr aus dem Trikot zu fahren, selbst wenn der Slowene auch die zweite Ankunft in Alpe d'Huez für sich entscheiden sollte.
Aber auch Paret-Peintre hat noch nicht aufgegeben: "Carapaz kann ich im Sprint an der Bergwertung kontrollieren, aber wenn Pogacar die Etappe morgen will, werde ich ihn nicht dran hindern können", sagte der Franzose. Gut möglich, dass es am Col de la Croix-de-Fer, Telegraphe und Galibier wieder zu einem epischen Duell kommt.
3. Lidl-Trek kommt mit den eigenen Plänen durcheinander
Das Grüne Trikot ist dagegen so gut wie entschieden. Mads Pedersen sicherte sich wieder einmal 25 Zähler beim Zwischensprint. 57 Punkte beträgt sein Vorsprung auf Jasper Philipsen nun, das sollte er auf der Schlussetappe nach Paris verteidigen können.
Sein Team Lidl-Trek investierte dafür wieder einmal extrem viel. Neben dem Dänen waren drei weitere Fahrer der deutschen Equipe in der Spitzengruppe und arbeiteten hart dafür, dass der Vorsprung auf mehr als vier Minuten anstieg.
Dann zeigte sich, dass es für Mannschaften nicht so einfach ist, viele Ziele auf einmal zu verfolgen. Die Tempoarbeit sorgte dafür, dass Mitausreißer Martínez plötzlich vor dem Lidl-Duo Juan Ayuso und Mattias Skjelmose in der Gesamtwertung lag.
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Tour-Strecke, 20. Etappe: Die Königsetappe mit vier Alpen-Pässen
Quelle: Eurosport
Also Kommando zurück. Quinn Simmons, Matias Vacek, Derek Gee-West und Pedersen ließen sich zurückfallen und machten nun Tempo an der Spitze der Favoritengruppe, um den Abstand zu verringern, für dessen Größe sie wenige Kilometer zuvor selbst gesorgt haben.
Schon am Fuße des Schlussanstiegs fiel die Doppelspitze auch noch auseinander. Ayuso erwischte einen schwarzen Tag und verlor 6:26 Minuten auf Pogacar. Martínez zog an beiden Lidl-Fahrern vorbei. Kein guter Tag für die deutsche Equipe - die sich aber mit dem Grünen Trikot trösten darf.
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Ullrich von Alpe d'Huez begeistert: "Radsport vom Allerfeinsten"
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