Tour de France - Rolf Aldag: Das macht Florian Lipowitz für Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard noch gefährlicher
Publiziert 01/06/2026 um 01:19 GMT+2 Uhr
Nach dem Giro d'Italia ist vor der Tour de France: Kaum ist die Italien-Rundfahrt beendet, richtet sich der Blick bereits auf das nächste große Highlight. Eurosport-Experte Rolf Aldag erklärt, warum Florian Lipowitz nach seinem Podiumsplatz bei der Tour de France 2025 in diesem Jahr noch gefährlicher werden könnte - selbst für Giro-Sieger Jonas Vingegaard und Titelverteidiger Tadej Pogacar.
Aldag analysiert: Das macht Lipowitz besser als letztes Jahr
Quelle: Eurosport
"Er hat sehr viel Selbstbewusstsein. Er attackiert einen Tadej Pogacar - ich glaube, da hätten sich andere schwergetan. Flo macht das inzwischen einfach", sagte Aldag im Eurosport-Format "Velo Club" nach der 20. Giro-Etappe.
Der ehemalige Sportliche Leiter von Red Bull-Bora-hansgrohe spielt dabei auf die Tour de Romandie an. Dort bot Lipowitz dem dominierenden Pogacar Paroli. Nach fünf Etappen fehlten dem Deutschen lediglich 42 Sekunden auf den Slowenen - und er suchte selbst immer wieder die Offensive.
"Nach außen wirkt er gar nicht so. Er ist nicht unbedingt der Typ, den man als Entertainer in eine Gameshow einladen würde. Das wissen wir, das weiß er selbst", sagte Aldag über seinen ehemaligen Schützling.
Auf dem Rad zeige Lipowitz jedoch eine andere Seite. "Er hat den Charakter, auch mal anzugreifen. Das ist ein bisschen neu. Letztes Jahr hätte er sich das wahrscheinlich noch nicht getraut", erklärte der 56-Jährige die Entwicklung des 25-Jährigen.
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Florian Lipowitz (l.) könnte Tadej Pogacar (r.) und Jonas Vingegaard bei der Tour de France gefährlich werden
Fotocredit: Getty Images
Lipowitz lernt aus seinen Fehlern
Eine wichtige Rolle habe dabei auch die Tour de France im vergangenen Jahr gespielt. Auf der Königsetappe setzte Lipowitz damals zu einer Attacke an, verschätzte sich jedoch komplett. Am Col de la Loze verlor er viel Zeit und brachte zwischenzeitlich sogar sein Podiumsergebnis in Gefahr.
"Das war ein ganz dummer Moment. Sicherlich nicht die beste Entscheidung. Er hat dafür bezahlt, aber auch daraus gelernt", sagte Aldag. "Jetzt macht er es deutlich besser - kontrollierter und intelligenter."
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"Es war eine Gratwanderung": Eurosport-Experten zur Lipowitz-Taktik
Quelle: Eurosport
Auch Eurosport-Experte Jens Voigt erkennt bei Lipowitz eine klare Entwicklung. "Ich glaube, dass Florian am Berg mit Jonas mitfahren kann – zumindest fast. Im Zeitfahren hat er gegenüber Vingegaard noch einen kleinen Nachteil", sagte der ehemalige Radprofi.
Lipowitz' Vorbereitung als Schlüssel?
Besonders überzeugt zeigt sich Voigt vom Aufbauprogramm des Deutschen vor der Tour de France. Anders als Vingegaard brauche Lipowitz die Belastung eines Giro d'Italia nicht zwingend, da er sich noch immer in seiner Entwicklung befinde.
"Ich finde es gut, kleinere Rundfahrten wie die Slowenien-Rundfahrt als Test zu fahren. So kann er sehen: Wo stehe ich? Wo fehlt noch etwas? Und wo bin ich schon sehr, sehr gut?", erklärte Voigt.
Für den 54-Jährigen steht fest: "Der wird perfekt vorbereitet an den Start gehen."
Ob Lipowitz bei der Tour de France tatsächlich noch einmal einen Schritt nach vorne machen kann, wird sich zeigen. Sollte seine Vorbereitung jedoch aufgehen, dürfte der Deutsche den beiden Superstars Vingegaard und Pogacar dicht auf den Fersen sein.
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Highlights: Sprint um letzten Etappensieg - Vingegaard feiert in Rosa
Quelle: Eurosport
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