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Tour de France sucht Lösungen im Hitzestreit - wenn Eis bei Temperaturen bis 41 Grad nicht mehr reicht
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Update 09/07/2026 um 14:47 GMT+2 Uhr
Die Tour de France schmilzt in der Gluthitze. Und in Zeiten des Klimawandels stellt sich die Frage: Kann es so weitergehen wie bisher? Die Etappen von Start bis Ende während der heißesten Tageszeiten und die jährlich immer weiter steigenden Temperaturen bei teilweise 41 Grad im Schatten ziehen Überlegungen zur Umverlegung des Zeitraums der Tour de France nach sich. Ein zweischneidiges Schwert.
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Quelle: Eurosport
Die erste Tour de France begann vor 126 Jahren an einem 1. Juli, die laufende Auflage 113 am 4. Juli. Und bis auf die herbstliche Corona-Tour 2020 rollte das größte Radrennen der Welt auch dazwischen stets in der wärmsten Jahreszeit durch Frankreich.
Weil aber der fortschreitende Klimawandel aus Wärme infernalische Hitze macht und den Radprofis gemeingefährliche Bedingungen verschafft, fordern Fachleute ein Umdenken.
"Aus klimatischer Sicht wäre eine Austragung im Frühjahr die beste Option, um die Risiken für Radfahrer, Mitarbeiter und Zuschauer zu reduzieren", sagt Benjamin Sultan, Klimaforscher am Pariser Institut für Entwicklung. Gehören die "Garcons de l'Été", die Sommerjungs, bald der Sportgeschichte an?
Für Sultan wäre das zwangsläufig. Er ist Co-Autor einer Studie, die Klimadaten aus 50 Tour-Jahren ausgewertet hat. Ergebnis: Gerade an zentralen Tour-Orten im Süden hat die Hitzebelastung in diesem Zeitraum deutlich zugenommen. In den vergangenen Jahren fielen neuralgische Etappen zwar nicht auf die heißesten Juli-Tage, dies sei aber Zufall gewesen.
Pidcock: "Kriegsgebiet" - 41 Grad im Schatten
Und das Glück ist in diesem Jahr aufgebraucht. "Gesund ist anders", stöhnte der deutsche Red-Bull-Profi Nico Denz nach der Dienstags-Etappe nach Foix, mit im Schatten gemessenen 41 Grad der heißeste Renntag der Tour-Geschichte.
Da Schatten im Rennen eher selten ist, litten die Fahrer wie die Hunde. Von einem "Kriegsgebiet" sprach Olympiasieger Tom Pidcock.
Eiswürfel, Eiswesten, Hektoliter Wasser, über den Kopf und in den Körper: Die Betreuer leisteten Schwerstarbeit, um ihre Profis notdürftig runterzukühlen.
"Für die Teams ist es ein logistischer Albtraum", sagt Topstar Tadej Pogacar. Organisatoren und Weltverband UCI verfügen über begrenzte Mittel, dem entgegenzusteuern, könnten Etappen kürzen oder absagen. Am generellen Problem ändert dies nichts. Noch nehmen die Profis die Bedingungen hin. Doch die Stimmen werden kritischer.
Etappen zu heißesten Tageszeiten
"Wir müssen das überdenken", fordert der Italiener Matteo Trentin: "Vielleicht ist es keine schlaue Idee, die Etappen um 12:00 Uhr unter praller Sonne zu starten." Zumal dann beim Etappenende zu späterer Nachmittagsstunde die Höchsttemperaturen erreicht werden.
Er sei offen für Lösungen, sagt Ralph Denk, Chef des deutschen Red-Bull-Teams: "Das muss aber primär die UCI und der Veranstalter machen. Wir sind nur die, die mitmachen."
Doch diese Haltung ist ungenügend, will der Radsport einen neuerlichen Horrortag wie beim Tod des Briten Tom Simpson ausschließen, der am Montag vor 59 Jahren in der Hitze des Mont Ventoux zusammenbrach.
Gut, bei Simpson war es nicht das Wetter alleine - er hatte einen fatalen Doping-Cocktail im Körper. Doch heiße Tage werden Standard, und nicht alle Teams scheinen derzeit das Fahrer-Wohl zu priorisieren.
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Movistar ließ den kränkelnden Belgier Cian Uijtdebroeks in der Hitze mit Fieber starten - Mediziner reagierten entsetzt.
Wie also konkret handeln? Erste Möglichkeit: Die gesamte Tour wird verlegt. Problem: Bis in den Mai liegt auf den hohen Pässen noch Schnee, im Tal kann es dennoch heiß werden. Und Mitte Oktober endet die Radsport-Saison.
Zweitens: Die Etappen werden wie im Ausdauersport üblich (Marathon, Ironman) frühmorgens gestartet, enden mittags. Problem: Für die (TV-)Vermarktung ist dies unattraktiv.
In einer idealen Welt gäbe es noch "Drittens". "Wir sollten nicht nur aktiv werden, um den Körper herunterzukühlen", sagt Emilio Magni, Chefarzt des Astana-Teams, "sondern auch den Planeten".
Eurosport ist bei allen Etappen der Tour de France 2026 live im Free-TV vom Start bis ins Ziel dabei, im Livestream und on demand gibt es alle Etappen bei HBO Max und auch im Liveticker sind wir in voller Länge bei allen Etappen dabei - am Mittwoch ab 14:00 Uhr.
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(SID)
(SID)
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Quelle: Eurosport
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