Tour de France - Jens Voigt zieht Zwischenbilanz zum Pyrenäen-Spektakel und Enttäuschung um Vingegaard in Woche eins
Update 13/07/2026 um 12:30 GMT+2 Uhr
Die erste Woche der Tour de France 2026 ist Geschichte und für Eurosport-Experte Jens Voigt steht vor allem eine Etappe sinnbildlich für das bisherige Rennen. Gleichzeitig zeigt sich der ehemalige Radprofi überrascht darüber, wie deutlich Titelverteidiger Tadej Pogacar seinen größten Rivalen Jonas Vingegaard bereits distanziert hat. Bei Eurosport zog Voigt eine erste Zwischenbilanz.
Experten-Talk: Lipowitz oder Evenepoel - hier entscheidet sich die Kapitänsrolle
Quelle: Eurosport
"Das Highlight dieser ersten neun Tage ist sicherlich diese spektakuläre Pyrenäen-Etappe über den Tourmalet", sagte Voigt. "Die frühe Attacke, die Favoriten, jeder fährt jedem hinterher, jeder muss die Karten auf den Tisch legen. Das war ganz sicher eines der Highlights, einer der interessantesten Momente auf der Tour bisher."
Weniger begeistert ist Voigt dagegen vom bisherigen Kräfteverhältnis an der Spitze. Zwar wolle er nicht von einem "Lowlight" sprechen, dennoch habe er deutlich mehr Spannung im Kampf um das Gelbe Trikot erwartet.
"Ich hatte gehofft und ganz fest erwartet, dass Jonas nach diesem tollen, siegreichen und starken Giro d'Italia auf Augenhöhe mit Tadej ist", erklärte Voigt.
"Dass es da doch schon zweieinhalb Minuten gibt, hätte ich nicht erwartet. Ich dachte, die bewegen sich im Sekundenbereich oder die attackieren gemeinsam und kommen gemeinsam an. Ich hätte gehofft, dass das enger beieinander gewesen wäre."
Vingegaard bei Experten in der Kritik
Nach neun Etappen führt Pogacar das Gesamtklassement souverän an. Der Slowene liegt 2:42 Minuten vor Vingegaard, dahinter folgen Isaac del Toro (+3:27) und Remco Evenepoel (+3:30). Deutschlands Hoffnung Florian Lipowitz liegt vier Minuten hinter Pogacar.
Mit seiner Einschätzung steht Voigt nicht allein. Auch Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins sieht Pogačar bereits klar auf Titelkurs. Im Podcast "The Move" zeichnete der Brite ein düsteres Bild von Vingegaard.
"Ich habe einen gebrochenen Mann gesehen", sagte Wiggins mit Blick auf den Dänen nach der sechsten Etappe.
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Vingegaard und Pogacar nach der ersten Tour-Woche: Klare Machtverhältnisse
Fotocredit: Getty Images
Entscheidend sei dabei weniger der Zeitverlust als vielmehr dessen Körpersprache gewesen. "In den letzten Jahren, als er immer Zweiter war, ist er positiv geblieben und hat gesagt, er würde Pogacar bis nach Paris weiter unter Druck setzen. Aber wie viele Jahre kann man das? Wie oft will man als Zweiter ins Ziel kommen?"
Mit Blick auf den ersten Ruhetag richtete sich der Blick auch auf die deutschen Hoffnungen. Für Florian Lipowitz kommt die Pause genau zum richtigen Zeitpunkt. "Es war von Anfang an ein harter Start, ganz anders als letztes Jahr", sagte der 25-Jährige. "Mit den Temperaturen hatten alle zu kämpfen." Der Red-Bull-Bora-hansgrohe-Profi belegt als Gesamt-Siebter weiterhin eine hervorragende Ausgangsposition.
Tour-Zwischenbilanz: Evenepoel und Lipowitz im Fokus
Für Gesprächsstoff sorgt unterdessen auch die Situation innerhalb seines Teams. Nach den Spannungen zwischen Remco Evenepoel und Lipowitz stellte sich Evenepoels langjähriger Ex-Teamchef Patrick Lefevere nicht überrascht.
"Es tut mir leid, aber das stand in den Sternen geschrieben", schrieb der Belgier in seiner Kolumne für "Het Nieuwsblad". Evenepoel sei "das Alphatier unter den Alphatieren. Ich, ich und ich. Eine geteilte Kapitänsrolle existiert in seinem Kopf nicht."
Auslöser war die sechste Etappe, auf der Evenepoel Lipowitz darum gebeten hatte, die Sprint-Anfahrt für ihn zu übernehmen. Der Deutsche lehnte ab, was den Belgier verärgerte. Lefevere zeigte Verständnis für beide Seiten: "Fragen darf man natürlich. Ob Lipowitz darauf eingehen muss, ist eine andere Sache. Außerdem passt diese Aufgabe ohnehin nicht zu seinen Stärken."
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