Tour de France: Kritik von Remco Evenepoel an Florian Lipowitz überrascht Insider nicht - "Alphatier der Alphatiere"
Update 11/07/2026 um 18:26 GMT+2 Uhr
Der schwelende Konflikt zwischen Remco Evenepoel und Florian Lipowitz bei Red Bull-Bora-hansgrohe sorgt bei der Tour de France weiter für Gesprächsstoff. Nun hat sich Evenepoels Ex-Teamchef Patrick Lefevere zu Wort gemeldet – und zeigt sich von den Spannungen wenig überrascht. "Es tut mir leid, aber das stand in den Sternen geschrieben", schrieb Lefevere in seiner Kolumne für "Het Nieuwsblad".
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Quelle: Eurosport
Sieben Jahre hat der erfahrene Manager mit Evenepoel im Team Soudal zusammengearbeitet, bei ihm wurde er zum Weltmeister, Olympiasieger und Vuelta-Gewinner - entsprechend kennt er dessen Charakter genau. "Er ist das Alphatier unter den Alphatieren. Ich, ich und ich. Eine geteilte Kapitänsrolle existiert in seinem Kopf nicht. Das mag hart klingen, aber zeigt mir einen echten Kapitän, der nicht so tickt."
Auslöser des Streits war die sechste Tour-Etappe. Evenepoel hatte Lipowitz darum gebeten, die Sprint-Anfahrt für ihn zu übernehmen. Doch das wurde abgelehnt, was den Belgier verärgerte. Lefevere kann beide Seiten nachvollziehen. "Fragen darf man natürlich. Ob Lipowitz darauf eingehen muss, ist eine andere Sache. Außerdem passt diese Aufgabe ohnehin nicht zu seinen Stärken."
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Patrick Lefevere und Remco Evenepoel zu gemeinsamen Zeiten 2023
Fotocredit: Getty Images
Nach dem Vorfall hatte Evenepoel öffentlich erklärt, Lipowitz habe ihm einen Gefallen geschuldet, nachdem er für den Deutschen bei der Katalonien-Rundfahrt gearbeitet hatte. Auch das überrascht Lefevere nicht. "Ich kenne Remco, deshalb weiß ich, dass er solche Rechnungen im Kopf macht", erklärte der 71-Jährige. "Im Radsport hilft man sich zwar oft mit dem Gedanken, später etwas zurückzubekommen. Aber in diesem Fall sind das zwei unterschiedliche Situationen. Remco hätte das nicht so deutlich ansprechen sollen."
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Quelle: Eurosport
Lipowitz kann nicht zweite Geige sein
Für Lefevere liegt die eigentliche Ursache tiefer. Bei Soudal Quick-Step sei Evenepoel stets unumstrittener Kapitän gewesen, bei Red Bull-Bora-hansgrohe müsse er sich diese Rolle nun mit Lipowitz teilen.
"Wenn man seinen bisherigen Rennstall für ein besseres Gehalt und vielleicht auch bessere Bedingungen verlässt, gehört so etwas eben dazu", meinte der Belgier. "Bei uns war Remco immer die klare Nummer eins. Ein deutsches Team wird einen deutschen Fahrer, der im Vorjahr Dritter der Tour geworden ist, natürlich nicht zur zweiten Geige machen."
Lefevere rechnet deshalb damit, dass die Spannungen noch eine Weile anhalten könnten. "Die echte Lösung wäre wohl, dass einer der beiden Kapitäne einmal einen schlechten Tag erwischt. Das wünsche ich Remco nicht - und so wie er derzeit fährt, erwarte ich das auch nicht. Bis zur nächsten schweren Bergetappe ist aber noch Zeit. Genug Zeit, um alles auszusprechen, aber auch genug Zeit, damit der Unmut weiter unterschwellig wächst."
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