Tour de France 2026: Lidl-Treks Masterclass zum Etappensieg von Mads Pedersen in Gluthitze - drei Dinge, die auffielen

Auf der 4. Etappe der Tour de France 2026 bot sich erstmals den Ausreißern die Chance für einen Etappensieg. In der Gluthitze am Fuße der Pyrenäen sicherte sich Mads Pedersen nach einer exzellenten Vorbereitung seines Teams den Sieg. Tadej Pogacar gab sein Gelbes Trikot bereitwillig an Ausreißer Torstein Träen ab. Nils Politt fuhr derweil fast die ganze Zeit von vorne. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights, 4. Etappe: Pedersen mit unwiderstehlichem Sprint

Quelle: Eurosport

Es war heiß im Süden Frankreichs. Die Werbekarawane spritzte kaltes Wasser in die Zuschauermengen, hunderte Eisbeutel steckten während der 182 Kilometer langen Etappe von Carcassonne nach Foix in den Trikots der Fahrer.
"Das ist auf jeden Fall Radsport am Limit", sagte Tudor-Profi Marco Haller. "Man schüttet so viel Flüssigkeit in sich rein, wie es geht. Das Meiste geht durch. Man versucht, mit den Eissocken die Körpertemperatur noch herunterzufahren, aber das ist sehr schwer."
Eine 34-köpfige Ausreißergruppe hielt das nicht davon ab, um den Tagessieg zu kämpfen. Das UAE Emirates-Team ließ sie schließlich gewähren.
Die stärksten Fahrer der Gruppe stammten aus einem Team: Lidl-Trek. Mathias Vacek und Quinn Simmons brachten Mads Pedersen über den Col de Montsegur, den schwierigsten Anstieg des Tages, der Däne vollendete die Vorarbeit im Etappenziel.
Drei Dinge, die auf der 4. Etappe auffielen:
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"Das war sicher ein Meisterstück": Pedersen schwärmt von Teamwork

Quelle: Eurosport

1. Lidl-Trek arbeitet für Pedersen - der liefert

"Das war ein Meisterstück des Teamworks", sagte der Sieger im Interview. "Am Berg habe ich ganz schön gelitten. Aber mit Simmons und Vacek war es ein unglaublicher Tag und sie haben bergauf Unglaubliches geleistet, um das Tempo für mich festzulegen. Sie haben sichergestellt, dass wir nach der Kuppe nicht zu viel Zeit einbüßen. Sie waren von dort bis zum Ziel einfach Maschinen. Was für eine Teamleistung! Was für ein Teamerfolg!"
In der Abfahrt kam Pedersen, der nur wenige Meter auf die Spitze der Ausreißergruppe am langen Anstieg verlor, wieder heran. Seine Teamkollegen schnürten die sieben Mitausreißer ein, sodass keiner einen Sprint gegen den Dänen verhindern konnte.
Simmons gab sich im Ziel glücklich - und zurecht selbstbewusst: "Es ist kein Geheimnis, dass wir mit Vac, mir und Mads drei der stärksten Fahrer vorn hatten. Ich denke, wenn wir einen guten Tag haben und der Kurs uns liegt, muss dies das Ergebnis sein", sagte der US-Amerikaner bei Eurosport. "Zum Glück haben wir viel Vertrauen in Mads, sonst wäre ich am Berg nervös geworden, weil ich nicht angreifen durfte. Als wir da drüber waren, war ich aber ziemlich sicher, dass wir die Etappe gewinnen werden."
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"Besser kann man es nicht machen": Lob für Lidl-Taktik

Quelle: Eurosport

Auch im Velo Club war Experte Rolf Aldag ähnlich beeindruckt von der Leistung der deutschen Equipe: "Besser kann man es nicht machen". Für Lidl ein Erfolg in fast jeglicher Hinsicht: Pedersen gewann die Etappe und übernahm das Grüne Trikot - mit dieser Fahrweise zählt er zu den Favoriten auf das Punktejersey. Dazu übernahm Vacek das Weiße Trikot des besten Jungprofis.
Der gerechte Lohn für eine Masterclass im Teamwork.

2. Uno-X Mobility schreibt das nächste Ausreißer-Märchen - und Norwegen Sportgeschichte

Torstein Träen hat es wieder geschafft: Wie schon bei der Vuelta im vergangenen Jahr hatte der Norweger den richtigen Riecher für eine Ausreißergruppe und schlüpfte ins Führungstrikot.
Er ist der erste Norweger seit Alexander Kristoff im Jahr 2020, der das Gelbe Trikot trägt und der dritte überhaupt. Neben Kristoff und ihm war es nur seinem aktuellen Chef gelungen - Thor Hushovd, Teamchef bei Uno-X Mobility, trug das Maillot Jaune bei drei verschiedenen Austragungen.
Er weiß folglich, wie sich sein Schützling nun fühlt: "Ich bin immer noch emotional. Das Gelbe Trikot war nicht unser Ziel heute Morgen. Es ist passiert. Aber das passiert nur, weil wir so Rennen fahren und keine Angst haben, in die Ausreißergruppe zu gehen. Wir sind offensiv", sagte der Norweger bei Eurosport.
Der Teamchef geht damit - ohne es auszusprechen - auf seinen Anteil an diesem Erfolg ein. Er formte aus dem skandinavischen Team eine Truppe voller cleverer Opportunisten. Schon beim Giro zeigten die Männer in Rot-orange, dass sie ein Gespür für die richtige Gruppe haben und können um den Sieg kämpfen.
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Träen schreibt Geschichte: "Vielleicht realisiere ich es irgendwann"

Quelle: Eurosport

Beim Giro war es Andreas Leknessund, der auf fast jedem Terrain kämpfte, Fredrik Dversnes gewann eine Etappe mit seiner Endschnelligkeit, Jonas Abrahamsen feierte im vergangenen Jahr bei der Tour den größten Sieg der Teamgeschichte mit purer Stärke. Träen ist ein starker Kletterer, der nun schon zum zweiten Mal mit der Führung in der Gesamtwertung belohnt wurde.
Es fügt sich ins Bild der goldenen Sportwochen für Norwegen. Der Erfolg der Fußball-Mannschaft bei der WM schwappt auch nach Frankreich über. Nun will auch Träen noch ein paar Tage länger im "Turnier" bleiben und das Maillot Jaune verteidigen. Auf Dominator Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard hat er fast acht Minuten Vorsprung.

3. "Arbeitstier" Politt sorgt für Bewunderung

Dass Träen sich des Gelben Trikots erfreuen kann, ist natürlich der Gnade Pogacars zu verdanken, der das gestern eroberte Jersey bereitwillig wieder abgab.
Dabei kontrollierte insbesondere "Lokomotive" Nils Politt für das UAE-Team praktisch im Alleingang die komplette erste Hälfte der Etappe. Abgesehen von der Ausreißergruppe versteckte sich das Feld in der Hitze hinter den breiten Schultern des Hürthers - nicht zum ersten Mal seit er für das Team Pogacars unter Vertrag steht.
"Er hat ein gutes Tempo angeschlagen, von dem wir ganz langsam im Verlauf der Etappe etwas wegnehmen konnten", lobte Teamkollege Felix Großschartner den Deutschen.
Im Team weinte niemand dem Verlust des Trikots nach - auch Pogacar selbst nicht. "Es war ein guter Tag insgesamt", sagte der Titelverteidiger verschiedenen Medien bei seinem Cool-Down.
Auch die Hitze mag dabei wieder eine Rolle gespielt haben: "Es war so heiß, als wir gestartet sind", sagte Pogacar. "Ich hatte echt Kopfschmerzen und dachte, das wird ein langer Tag". Nun muss er acht Minuten aufholen, aber das lässt im UAE-Team keinen unruhig schlafen.
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Denz nach Hitze-Etappe: "Für mich war es ein bisschen zu schwer"

Quelle: Eurosport

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Vorschau 5. Etappe: "Beginnt flach und geht flach weiter"

Quelle: Eurosport


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