Tour de France: Mathieu van der Poel nimmt frühes Gelbes Trikot ins Visier - Herausforderung Mannschaftszeitfahren
Publiziert 03/07/2026 um 10:47 GMT+2 Uhr
Es wäre keine Premiere, angesichts der Umstände dennoch sensationell: Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) will bei der am Samstag beginnenden Tour de France früh ins Gelbe Trikot fahren. Das gelang ihm bisher zweimal, 2021 und 2025. Diesmal stellt sich den Plänen des Niederländers aber nicht nur fast die gesamte Weltelite in den Weg, sondern auch das Mannschaftszeitfahren in Barcelona.
Tour-Strecke, 1. Etappe: Profil und Kurs zum Auftakt in Barcelona
Quelle: Eurosport
"Prinzipiell sollten wir mit den Fahrern, die wir haben, ein gutes Zeitfahren bestreiten können", befand van der Poel im Interview mit dem niederländischen Fernsehen "NOS". "Es ist natürlich eine sehr spezielle Disziplin, aber es wäre großartig, wenn wir eine starke Leistung zeigen könnten. Hoffentlich gelingt uns eine Überraschung, auch wenn es schwierig wird. Wir haben jedenfalls viel Zeit investiert", fügte er an.
Eine Überraschung wäre es definitiv, wenn der Cross-Rekordweltmeister die katalanische Metropole im Gelben Trikot verlassen würde. Das liegt nicht unbedingt an seinen Qualitäten im Kampf gegen die Uhr, denn bei der Tour de Suisse trennte ihn weniger als eine Sekunde vom Tages- und späteren Gesamtsieger Tadej Pogacar (UAE-Emirates-XRG).
Das Alpecin-Aufgebot mit van der Poel, Jasper Philipsen, Emiel Verstrynge, Jonas Rickaert, Neoprofi Tim Marsman, Ramses Debruyne, Edward Planckaert und Silvan Dillier ist zumindest auf dem Papier chancenlos gegen Pogacar und dessen Helfer Isaac Del Toro, Tim Wellens, Brandon McNulty, Adam Yates, Florian Vermeersch, Nils Politt und Felix Großschartner.
Ob UAE aber überhaupt Top-Favorit für das Teamzeitfahren ist, sei dahingestellt, denn auch Netcompany-Ineos, Lidl-Trek und Red Bull-Bora-hansgrohe bringen starke Aufgebote an den Start. Der Alpecin-Plan benötigt zudem nicht zwingend einen Sieg zum Auftakt. "Wir wollen vorn dabei bleiben, damit wir in den darauffolgenden Tagen das Gelbe Trikot ins Visier nehmen können. Wir müssen allerdings realistisch bleiben. Es wird sehr schwer werden, aber wir werden es versuchen", kündigte van der Poel an.
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Mathieu van der Poel im Gelben Trikot der Tour de France 2025
Fotocredit: Getty Images
Van der Poel mit genauem Plan für erste Etappen
Die 2. Etappe von Tarragona zurück nach Barcelona über 169 Kilometer zum Finale am Castell de Montjuïc (3.Kat.), dem Hausberg der Stadt, dürfte ihm tatsächlich gut liegen. Der im Finale dreimal zu absolvierende, 1,6 Kilometer lange und 8,8 Prozent steile Hügel liegt im Rahmen seiner Möglichkeiten. Im Gegensatz zur traditionellen Schlussetappe der Katalonien-Rundfahrt befindet sich der Zielstrich diesmal aber oben - und dann deuten eben doch alle Vorzeichen auf Pogacar.
Ein Etappensieg und die damit verbundenen Bonussekunden, die van der Poel wohl für das Gelbe Trikot benötigen würde, wären also etwas Außergewöhnliches. "Letztes Jahr lief es richtig gut, bis ich eine Lungenentzündung bekam. Hoffentlich kann ich dieses Jahr in ähnlicher Form an den Start gehen, um Etappensiege kämpfen und eine gute Show abliefern", sagte der 31-Jährige.
Als van der Poel auf der 2. Etappe der Tour 2021 an der Mûr-de-Bretagne ins Gelbe Trikot stürmte, musste er nur acht Sekunden Rückstand aus der Auftaktetappe aufholen, im letzten Jahr waren es zehn Sekunden. In Barcelona dürfte sein Rückstand größer sein, auch wenn im Ziel wieder zehn Sekunden Zeitgutschrift winken.
Auch die 3. Etappe von Granollers nach Les Angles könnte eine Option für ihn sein. Die endet nämlich an einem 1,7 Kilometer langen und 6,7 Prozent steilen Anstieg - und der könnte van der Poel mehr entgegenkommen als Pogacar. Allerdings sind die rund 195 Kilometer bis dorthin mit einigen Höhenmetern und dem ersten Berg der 1. Kategorie versehen. Für einen van der Poel in Topform sicher machbar. Am vierten Tag, an dem es von Carcassonne nach Foix geht, befindet sich das Ziel am Ende eienr Bergab-Passage. Dort bietet sich auch noch eine Möglichkeit, auch wenn das Profil stark nach einer erfolgreichen Flucht aussieht.
Insgesamt wird für den Alpecin-Star viel zusammenkommen müssen, wenn er im Juli sein elftes Gelbes Trikot bei einer Frankreich-Rundfahrt überstreifen will - aber unmöglich ist bei einem Mathieu van der Poel wenig.
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Sprechchöre für den Titelverteidiger: Pogacar begeistert empfangen
Quelle: Eurosport
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