Nach dem Giro d'Italia geht der Fokus der Stars um Tadej Pogacar, Paul Seixas und Co. in Richtung Tour de France
VonJan Zesewitz
Publiziert 03/06/2026 um 11:00 GMT+2 Uhr
Jonas Vingegaard gehören die Schlagzeilen. Der Däne gewann den Giro d'Italia in beeindruckender Manier - und damit auch sein letztes Rennen vor der Tour de France. Die anderen Favoriten auf das Podium in Paris wählen einen andren Weg in Richtung Grand Départ in Barcelona. Auf die großen Duelle zwischen Vingegaard, Tadej Pogacar, Florian Lipowitz, und Co. müssen die Fans bis Juli warten.
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Quelle: Eurosport
Vingegaard setzte mit seinem Giro-Sieg ein deutliches Statement - auch in Richtung seines großen Rivalen Pogacar. Sein Team Visma-Lease a Bike glaubt, dass der Däne bei der Tour fünf Wochen nach dem Finale der Italien-Rundfahrt in Rom noch stärker sein kann.
"Unser Vertrauen ist außergewöhnlich, sowohl in diese Mannschaft als auch in Jonas", sagte Teamchef Richard Plugge in der Euphorie der Feierlichkeiten in Rom. "Bei der Tour wird er nur noch stärker sein, weil wir alles danach ausgerichtet haben, dass er dort seinen Peak erreicht."
Nach einer Phase der Regeneration wird sich Vingegaard in einem Höhentrainingslager auf die Tour vorbereiten. Rivale Pogacar befindet sich bereits in der Sierra Nevada und trainiert dort mit seinem Tour-Team, darunter Isaac Del Toro und Tim Wellens.
Der Slowene kam 2026 bisher auf nur elf Renntage - von denen er acht gewann, dazu noch die Gesamtwertung der Tour de Romandie. In der Schweiz wird der vierfache Tour-Sieger auch sein letztes Vorbereitungsrennen absolvieren. Die Tour de Suisse (17. bis 21. Juni) fehlt noch im Trophäenschrank Pogacars - das möchte er gerne ändern.
Evenepoel: 68 Tage Pause bis zur Tour
Seine Hauptkonkurrenten in der Schweiz dürften Primoz Roglic und Tom Pidcock sein. Roglic wird bei der Tour aber nicht zum Aufgebot von Red Bull-Bora-hansgrohe zählen. Beim Raublinger Rennstall setzt man auf die Doppelspitze aus Lipowitz und Remco Evenepoel.
Der Belgier geht dabei einen ungewöhnlichen Weg: Von Lüttich - Bastogne - Lüttich bis zum Start der Tour am 4. Juli wird er kein Rennen bestreiten. 68 Tage "Pause" - die mit sehr langen und intensiven Trainingsblöcken gefüllt werden.
"Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass Remco ein sehr hohes Niveau erreichen kann, ohne unbedingt an Vorbereitungsrennen teilzunehmen”, erklärte der sportliche Leiter von Red Bull, Patxi Vila, der das Trainingslager in der Sierra Nevada leitet, gegenüber "Dernière Heure". "Wir haben es vorgezogen, uns direkt auf die Tour zu konzentrieren, und wir vertrauen auf diesen Plan. Das sollte es ihm ermöglichen, entspannter und in besserer Form in Barcelona anzukommen."
An seiner Seite in der Sierra Nevada trainiert auch Lipowitz. Der deutsche Vorjahres-Dritte wird aber noch vor der Tour ein Rennen bestreiten: die Slowenien-Rundfahrt vom 17. bis zum 21. Juni. Bei dieser kleineren Rundfahrt wird Lipowitz als Topfavorit ins Rennen gehen - vielleicht ein Schub fürs Selbstvertrauen vor dem Podiumskampf in Frankreich.
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Aldag über Vingegaard: "Noch mehr Herausforderer für Pogacar"
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Seixas sammelt Höhenmeter
Üblicherweise ist die Dauphiné-Rundfahrt - jetzt Tour Auvergne-Rhône-Alpes - das "klassische" Vorbereitungsrennen der Topfavoriten auf die Tour de France. Keiner der bisher genannten Fahrer wird dort allerdings am Start stehen.
Klassement-Favoriten aus dem erweiterten Kreis der Podiumskandidaten kämpfen dort um den Sieg - unter anderem Isaac Del Toro und das Netcompany-Ineos-Duo Oscar Onley und Kévin Vauquelin. Auf einen Namen auf der Startliste blickt die Radsportwelt besonders genau: Paul Seixas.
Der junge Franzose wird sich in den Alpen auf sein Tour-Debüt vorbereiten. Aktuell erweist sich der 19-Jährige als wahrer Trainingsweltmeister. Bei seinem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada absolvierte er laut seinem "Strava"-Profil innerhalb von zwei Wochen knapp 2000 Trainings-Kilometer mit knapp 50.000 Höhenmetern.
Direkt im Anschluss inspizierte er einige Pyrenäen-Anstiege der kommenden Frankreich-Rundfahrt, darunter den Col d'Aspin und den Col du Tourmalet. Dabei stellte er auch einige Rekorde auf, indem er schneller war als Fahrer bei der Tour im vergangenen Jahr. Die Tour Auvergne-Rhône-Alpes wird die nächste Standortbestimmung für die größte französische Tour-Hoffnung seit langer Zeit.
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