Tour de France 2026: Nächtliche Dopingkontrollen im Fokus - CPA-Präsident Adam Hansen fordert Stopp der "Schikane"

Bei der Tour de France 2026 kam es wiederholt zu nächtlichen Dopingkontrollen bei Fahrern - bekannt wurde dies vor allem durch Tests um zwei beziehungsweise fünf Uhr morgens bei den Superstars Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar. Auch beim deutschen Red Bull-Bora-hansgrohe-Team wurde in der Nacht kontrolliert. Die Fahrergewerkschaft CPA kündigte nun in Person von Präsident Adam Hansen Maßnahmen an.

CPA-Präsident Hansen: "Gibt bessere Wege, Betrüger zu erwischen"

Quelle: Eurosport

"Die Idee der Dopingkontrollen ist es, Fairness im Sport zu schaffen", sagte Hansen am Eurosport-Mikrofon vor dem Start der 17. Etappe in Chambéry. "Das wollen wir. Wenn einige Fahrer um zwei Uhr morgens geweckt werden und andere nicht, dann ist das auch unfair. Der Schlaf ist entscheidend für die Regeneration. Darum sind wir nicht glücklich mit diesen nächtlichen Kontrollen."
Das Ziel der viel kritisierten Kontrollen außerhalb der eigentlich vereinbarten Zeitfenster soll der Erkennung von nur kurzfristig messbaren Substanzen und von Maskierungsmitteln dienen, die genutzt werden, um den Gebrauch illegaler Substanzen zu verschleiern.
Für Hansen ist dieser Ansatz der falsche: "Wir sind auch besorgt um die Zeitfenster zu Erkennung mancher Substanzen", erklärte er. "Die ITA (internationale Test-Agentur) wird von den Fahrern finanziert, für mehr Kontrollen und besseres Equipment. Diese Zeitfenster sind keine Frage der Substanzen, sondern der Feinfühligkeit des Equipments. Mit Verbesserungen an dieser Stelle kann man die Substanzen auch nach vier, sechs oder zwölf Stunden feststellen. Mehr Geld muss in das Equipment fließen, das würde tatsächlich dabei helfen, Betrüger zu erwischen - das wollen wir - und man könnte aufhören, Fahrer mitten in der Nacht zu schikanieren."
Die nächtlichen Tests zwischen 23 und sechs Uhr morgens dürfen nur bei Verdachtsmomenten durchgeführt werden. Hansen äußerte die Theorie, dass dies mit den von der ITA neu eingeführten Power-Tests zusammenhängen könnte. Diese sind noch nicht abgeschlossen.
"Wir wären sehr enttäuscht, wenn wir erfahren würden, dass die Nacht-Kontrollen mit diesem Testverfahren zusammenhängen würden", sagte Hansen. Bei diesen Tests handelt es sich um das Sammeln von Daten, um in Zukunft zielgerichtet testen zu können.

Kontrolle verantwortlich für Vingegaard-Sturz: "Würde mich nicht überraschen"

Pogacar deutete nach der 15. Etappe an, dass der Sturz, der zum Aus seines Rivalen Vingegaard führte, mit dem Schlafmangel zusammenhängen könnte, der aus dem Test resultierte. Auch Hansen sieht diese Möglichkeit: "Es ist ein 'Butterfly Effect' - ein kleiner Gedanke kann große Auswirkungen haben. Wenn man keinen guten Tag hat, dann spielen Kleinigkeiten eine große Rolle. Die Tage hier sind hart für die Fahrer und das letzte, was man gebrauchen kann, ist, den Gedanken an Schlafmangel im Hinterkopf zu haben. Dadurch kann man den Fokus verlieren. Ich sage nicht, dass das der Grund war, aber es würde mich nicht überraschen."
Hansen kündigte konkrete Maßnahmen gegen die Kontrollen an: "Wir schauen uns die Finanzierung genau an. Wir, die Fahrer, finanzieren die ITA, also sollten wir auch entscheiden können, wohin diese Gelder fließen. Wir wollen, dass die Ausrüstung verbessert wird. Das wäre für alle das Beste."
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Quelle: Eurosport


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