Tour de France: Ärger bei Red Bull-Bora-hansgrohe - Experte Rolf Aldag: "Remco ist eine tickende Zeitbombe"

Sportlich hatten bei der Tour de France auf der 7. Etappe nach Bordeaux die Sprinter das Sagen. Abseits der Straße war vor allem der Zoff beim deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe Thema. Ausgelöst wurde dies durch Aussagen von Remco Evenepoel in Richtung seines Co-Kapitäns Florian Lipowitz. Dieser soll ihm nicht genug geholfen haben. Auch im Velo Club wurde diskutiert.

Aldag zum Red-Bull-Zoff: "Hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen"

Quelle: Eurosport

"Ich hoffe, dass sich Florian von sowas nicht einschüchtern lässt, das kann ja auch taktisch platziert sein. Wir sind uns alle einig: Sowas gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit. Wenn das seine Meinung ist, geht er zu Florian und bespricht es", sagte Rolf Aldag nach der Etappe, die Tim Merlier gewann.
Evenepoel sagte nach der großen Pyrenäen-Etappe, dass er um Unterstützung in der Abfahrt zum Zielsprint um Platz drei einer Verfolgergruppe hinter Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard gebeten habe. Lipowitz ignorierte das, was den Belgier sichtlich aufbrachte - schließlich habe er ja bei der Katalonien-Rundfahrt schon Helferdienste für den Deutschen erbracht. "Ja, ich war wütend, und das zu Recht", sagte Evenepoel im Ziel.
"Wie kommt der denn auf die Idee zu sagen: Ich will, dass er jetzt für mich anfährt? Kann er ja denken, aber es ist halt die Entscheidung vom Sportlichen Leiter. Da sitzen vier bei der Tour de France, die Taktik machen", führte Aldag aus: "Das finde ich das Schwierige."
Experte Robert Bengsch hatte im Velo Club einen anderen Verdacht. "Das Statement klingt so, als wäre das Ganze bei der Katalonien-Rundfahrt vorbereitet worden, um jetzt sagen zu können: Ich bin doch damals auch für dich gefahren", sagte Bengsch.
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Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) auf der 3. Tour-Etappe

Fotocredit: Getty Images

Denk: "Alle haben sich lieb"

Für ihn seien die Situationen aber nicht vergleichbar "und man muss den Ball flach halten. Es ging um Platz drei und nicht um einen Etappensieg. Er hat in der Gruppe am meisten Arbeit geleistet, er war motiviert, den dritten Platz zu holen, das ist ja auch verständlich. Er muss in der Situation ein bisschen cooler bleiben und darf sich danach nicht so vor die Kamera stellen."
Inzwischen sind die Wogen geglättet - das sagen in jedem Fall die sportliche Leitung des Raublinger Rennstalls und die beiden Protagonisten. "Das ist bei uns kein Thema mehr. Alle haben sich lieb und wir fokussieren uns auf Racing", meinte Teammanager Ralph Denk im mannschaftseigenen Podcast.
Der Schaden ist aber bereits angerichtet, so Aldag.

Aldag: "Das war unnötig von Remco"

"Jetzt wird natürlich von allen Fans und Beobachtern sehr genau hingeschaut - wer fährt jetzt für wen, wer wird wie positioniert. So etwas braucht man im Team gar nicht, darum war es absolut unnötig von Remco", sagte er, wenngleich die Situation aber "auch nicht so dramatisch und katastrophal" sei "wie wir es teilweise interpretieren".
Aldag nahm aber auch die Teamleitung in die Pflicht: "Kann man sowas nicht besser kontrollieren? Es ist bei der Etappe nicht so gelaufen, wie vielleicht gewünscht, dann weiß man, dass Remco eine tickende Zeitbombe ist. Ich frage mich, ob man ihn dann nicht schon vorher einfangen kann."
Wird sich Lipowitz von diesen "Spielchen" beeindrucken lassen. "Nein", sagte Aldag, der einige Jahre der sportliche Leiter des Deutschen war. "Der weiß gar nicht, was Remco von ihm will."
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Voigt zum Ärger zwischen Evenepoel und Lipowitz: "Das ist ein Fehler"

Quelle: Eurosport


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